Nach diplomatischer Krise Saudi-arabischer Botschafter zurück in Deutschland

Beinahe ein Jahr dauerte der Streit zwischen Berlin und Riad über den Jemenkrieg. Jetzt ist der saudi-arabische Botschafter zurück in Berlin, die Zeichen stehen auf Entspannung.

Botschaft von Saudi-Arabien in Berlin
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Botschaft von Saudi-Arabien in Berlin


Der Botschafter von Saudi-Arabien ist nach dem Ende der politischen Krise mit Deutschland zurück in Berlin. Eine Sprecherin der Berliner Botschaft bestätigte, dass Prinz Chalid bin Bandar bin Sultan bin Abdulasis Al Saud am Montag angekommen sei.

Damit endet der diplomatische Konflikt zwischen den beiden Ländern, der beinahe ein Jahr dauerte. Im November hatte Riad seinen Botschafter aus Berlin abgezogen, nachdem der damalige Außenminister Sigmar Gabriel mit deutlichen Worten die Libanon-Krise kritisiert hatte. Gabriel sprach von "politischem Abenteurertum" im Nahen Osten und meinte Saudi-Arabiens Verwicklung in den Rücktritt des libanesischen Regierungschef Saad Hariri und die Beteiligung am Jemenkrieg.

Danach herrschte Eiszeit zwischen Deutschland und Saudi-Arabien. Riad forderte eine Entschuldigung Deutschlands.

Im September dann tat Außenminister Heiko Maas (SPD) einen Schritt in diese Richtung. "Wir hätten klarer in unserer Kommunikation und in unserem Engagement sein sollen, um solche Missverständnisse zwischen Deutschland und dem Königreich zu vermeiden", sagte er. Damit fing Maas teilweise die Politik seines Amtsvorgängers und Parteikollegen Gabriel wieder ein.

Auch die Wirtschaftsbeziehungen hatten unter dem diplomatischen Streit gelitten, deutsche Unternehmen klagten zunehmend über ausbleibende Aufträge.

mar/dpa



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