Berlin - Der frühere Bundesfinanzminister Peer Steinbrück (SPD) hat seine umstrittene Sponsoring-Bitte 2006 noch an weitere Firmen gerichtet. Gleichlautende Schreiben seien nicht nur an Post und Telekom gegangen, sondern auch an Eon AG, Deutsche Bahn AG, RAG und Porsche AG, sagte der SPD-Politiker und mögliche Kanzlerkandidat dem Berliner "Tagesspiegel".
Die Zeitung beruft sich auf Angaben aus dem Büro Steinbrücks. Ob sich Steinbrück um die finanzielle Unterstützung weiterer Veranstaltungen bemüht habe, vermöge er "aus Erinnerung und Unterlagen, die ihm nur mehr eingeschränkt zur Verfügung stehen, nicht zu sagen", zitiert der "Tagesspiegel" aus einer Mitteilung.
Am Wochenende war bekannt geworden, dass Steinbrück in seiner Funktion als Finanzminister um Sponsoren für die Schachweltmeisterschaft 2006 in Bonn geworben hatte. Dass Steinbrück im April 2006 bei der Post und der Telekom um Unterstützung für ein Schachturnier in Bonn geworben hatte, war am Wochenende durch eine Biografie über Steinbrück bekanntgeworden. Der Brief trug als Absender den Namen und Steinbrücks Titel als Bundesminister der Finanzen - allerdings keinen Bundesadler.
Steinbrück selbst sieht darin "nichts Ehrenrühriges", wie er der "Süddeutschen Zeitung" vom Montag sagte. Steinbrück verteidigte nun im "Tagesspiegel" erneut seine damalige Aktion. Er sei der Ansicht, "dass es sinnvoll, wenn nicht geboten sei, Ereignisse/Veranstaltungen von allgemeinem Interesse und/oder von Relevanz für die jeweilige Region zu ermöglichen - wenn nicht anders möglich (auch) mit Unterstützung renommierter Unternehmen".
amz/dpa/dapd/Reuters
HilfeLassen Sie sich mit kostenlosen Diensten auf dem Laufenden halten:
| alles aus der Rubrik Politik | Twitter | RSS |
| alles aus der Rubrik Deutschland | RSS |
| alles zum Thema Sponsoring | RSS |
© SPIEGEL ONLINE 2012
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH