Rangeln um CDU-Präsidiumsplatz Schäuble unterstützt Spahn bei Kampfkandidatur

Bundesfinanzminister Schäuble hält viel von CDU-Nachwuchspolitiker Jens Spahn - und unterstützt dessen Kandidatur fürs Parteipräsidium.

CDU-Politiker Jens Spahn: Manchmal nervig, aber talentiert
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CDU-Politiker Jens Spahn: Manchmal nervig, aber talentiert

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Hamburg - Prominente Unterstützung für Jens Spahn: Vor dem Bundesparteitag der CDU springt Finanzminister Wolfgang Schäuble dem Nachwuchspolitiker bei. Er habe "viel Sympathie für die Kandidatur von Jens Spahn" auf einen Posten im Parteipräsidium, sagte Schäuble dem Nachrichten-Magazin DER SPIEGEL in einem gemeinsamen Gespräch mit Spahn.

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"Er ist mir als einer der Streitlustigeren in der Partei und im Parlament aufgefallen", so Schäuble weiter. "Damit kann er einem manchmal ganz schön auf die Nerven gehen, aber das gefällt mir." (Lesen Sie das ganze Gespräch hier im neuen SPIEGEL.)

Schäuble betonte, dass die Delegierten bei ihrer Wahl an keine Vorgaben oder einen bestimmten Proporz zwischen den Landesverbänden gebunden seien. "Die Delegierten dürfen wählen, wen sie wollen." Schäuble rechnet auch nicht damit, dass die Homosexualität Spahns dessen Wahlchancen beeinträchtige. "Das spielt heute Gott sei Dank keine Rolle mehr."

Spahn kündigte an, er wolle im obersten Führungsgremium der Partei Stimme der jungen Generation sein. "Die Jüngeren sind im Präsidium wirklich nicht überrepräsentiert. Das ist ein Grund, warum ich antrete, unterstützt von der Jungen Union und der Mittelstandsvereinigung in der CDU", sagte Spahn dem SPIEGEL.

Eine Kampfkandidatur um Posten in der CDU ist eher ungewöhnlich. Als sich vor zwei Jahren herausstellte, dass es mehr Bewerber für den Posten des Parteivizes gab als Plätze, erhöhte die Parteiführung flugs die Zahl von Merkels Stellvertretern. Dies ist diesmal nicht zu erwarten. Mit Spahn kandidieren nun acht Bewerber für die sieben Präsidiumsplätze.

Wie groß Spahns Aussichten sind, ist schwer zu sagen. Er gilt als Nachwuchstalent seiner Partei. Vor allem in der Gesundheitspolitik hat er sich einen Namen gemacht. Bei der Regierungsbildung im vergangenen Jahr ging er allerdings leer aus. Spahn war als Gesundheitsminister und als CDU-Generalsekretär im Gespräch. Wenn er eine gute Bewerbungsrede hält, ist denkbar, dass die Delegierten dem Parteiestablishment einen kleinen Denkzettel verpassen und ihn wählen werden.

Von seinem eigenen Landesverband wird Spahns Kandidatur allerdings nicht unterstützt. Die NRW-CDU hat als ihre offiziellen Kandidaten den populären Arbeitnehmerführer Karl-Josef Laumann nominiert sowie Gesundheitsminister Hermann Gröhe. Der musste allerdings erst vor wenigen Tagen eine bittere Niederlage bei einer parteiinternen Wahl einstecken. Bei der Kampfkandidatur für den Posten den Chefs im CDU-Bezirk Niederrhein unterlag er knapp dem Parlamentarischen Staatssekretär im Innenministerium Günter Krings.

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insgesamt 10 Beiträge
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Seite 1
paulpaulus 30.11.2014
1.
Vom Spahn hab ich zur Gesundheitspolitik bisher wenig gutes für den Bürger gehört. Er klingt immer wie ein Lobbyist der Pharmaindustrie, Krankenkassen, Ärztevertreter und sonstigen die mit der Gesundheit das dicke Geld machen wollen und jetzt schon machen. Bei seine Auslassungen zur Rente ist es auch nicht besser. Der soll erstmal einen normalen Job machen und sehen wie er mit 1500Eu eine Familie durchbringt.......
tobmal 30.11.2014
2. @pauluspaulus
so unterschiedlich kann die Wahrnehmung sein. Ich halte ihn für selbstkritisch, streitbar und sachlich. Einer der auch unbequeme Dinge anspricht und fordert. Wohltaten versprechen kann jeder! !!
wi_hartmann@t-online.de 30.11.2014
3. Spahn
Mit dieser Kandidatur wird einmal mehr die Krise in den Parteien bei der Besetzung in der Führungsspitze deut- lich. Herr Spahn eigentlich ohne Beruf immer aus staatlichen Kassen alimentiert, kann nicht glaubhaft die Probleme im Gesundheitswesen ansprechen.
obermichel 30.11.2014
4. Was kann dieser Herr bieten?
1 Lehre bei der Bank und Oberlobbyist für verschiedene Firmen, die mit der Gesundheit ihr Geld verdienen. Ist das gut so?
karl.brenner 30.11.2014
5. Der wird die CDU genauso hinrichten...
... wie der Westerwelle die FDP. Schäuble sichert die Nachfolge Deutschlands und der CDU. Wenn man in eine Glaskugel schauen könne, würde man einen seltsamen dunklen Raum sehen.
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