Bildungspolitik Schäuble will weitere Milliarden für Schulsanierung ausgeben

Mehr Geld für deutsche Schulen: Das Finanzministerium will dringend benötigte Milliarden für die Modernisierung von Schulgebäuden bereitstellen. Doch den Bedarf deckt das längst nicht.

Bundesfinanzminister Schäuble
AP

Bundesfinanzminister Schäuble


Marode Schulen sind bundesweit ein Problem - häufig fehlt den Kommunen das Geld, um dringend benötigte Renovierungen durchzuführen. Deshalb will Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) einem Bericht zufolge im Dezember ein weiteres 3,5-Milliarden-Euro-Paket für Bildungsinvestitionen in finanziell klammen Gemeinden auf den Weg bringen. Dazu sei ein Nachtragshaushalt für 2016 geplant, berichtete die "Rheinische Post" vorab unter Berufung auf Kreise des Bundestags-Haushaltsausschusses.

Schäuble wolle die auf dem Bund-Länder-Finanzgipfel Mitte Oktober beschlossene Geldspritze für finanzschwache Kommunen zur Schulsanierung auf sieben Milliarden Euro verdoppeln. Der Nachtragsetat solle vom Bundestag erst im kommenden Jahr verabschiedet werden, könne wegen der Kabinettsbefassung im Dezember jedoch noch 2016 kassenwirksam werden.

Der Bedarf für Instandhaltung und Lehrmittel ist allerdings deutlich höher. "Wir haben einen Investitionsrückstand an Schulen von bundesweit 34 Milliarden Euro", zitierte das Blatt den Hauptgeschäftsführer des Deutschen Städte- und Gemeindebunds, Gerd Landsberg. Eine Untersuchung der KfW-Bankengruppe zur Finanzlage der Kommunen war zu einem ähnlichen Ergebnis gekommen. Demnach werde in Deutschland im internationalen Vergleich unterdurchschnittlich in das Bildungssystem investiert. Zudem würden Kommunen heute viel weniger Geld in die Modernisierung stecken.

joe/Reuters



insgesamt 36 Beiträge
Alle Kommentare öffnen
Seite 1
Spiegelleserin57 09.11.2016
1. schon längst überfällig....
die öffentlichen Einrichtungen sind sehr marode...Schwimmbäder , Schule etc. Erstaunlich dass dies jetzt vor der Wahl geschieht...der Verfall war doch schon seit Jahren bekannt. Nun wird unsere liebe Regierung wohl noch vorweitere Herausforderungen gestellt werden da sich die Weltpolitik dratisch ändern wird. Frau Merkel und ihr Team hat viel zu tun!
Kerze der Freiheit 09.11.2016
2.
Man sollte vielmehr die Unterrichtspflicht abschaffen. Dann könnten Eltern oder Privatlehrer viele Kinder unterrichten, was den Kindern eine bessere Bildung verschafft. Durch die dann sinkenden Schulbesucher könnten viele baufällige Schulen zumindest in den großen Städten geschlossen werden. Wenn man dann noch die Abiturientenquoten auf vernünftige 20 bis 25 Prozent eines Jahrgangs beschränkt, würden auch weniger Schüler das lange Gymnasium besuchen, was wiederum Geld einspart.
Dr.Ulrich 09.11.2016
3. Ist schon Wahlkampf?
Oder warum fallen Herrn Schäuble jetzt plötzlich unsere Kinder ein? In den Gymnasien meiner Töchter durften schon vor Jahren keine Spiegel mehr in den Toiletten montiert werden, weil überall in den Wänden der Asbest lauert. Zwar bereits seit 1993 in Deutschland verboten, aber tonnenweise gerade in Schulen in den 60/70-er-Jahren verbaut. Und immer noch da - dank der "Schwarzen Null".
docmillerlulu 09.11.2016
4. Fertig - stand in Hamburg auf der Elbphilharmonie!
Gestern kam ich an unserer Schule vorbei - da stand drauf: Immer noch nicht fertig. Für das Geld hätte man alle Schulen in Hamburg nachhaltig sanieren können. Da stellt sich schon die Frage, wo legen wir unseren Fokus hin.
nic 09.11.2016
5. Marode Schulen sind bundesweit ein Problem
Ein Hoch auf eines der reichsten Länder der Erde.
Alle Kommentare öffnen
Seite 1

© SPIEGEL ONLINE 2016
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.