CDU-Vizechef Bouffier bekräftigt umstrittenen Hitler-Russland-Vergleich

Wolfgang Schäubles Vergleich zwischen Russlands Krim-Politik und Hitlers Methoden hat zu diplomatischen Verwerfungen geführt. Doch CDU-Vize Volker Bouffier legt jetzt nach - er unterstützt die umstrittene Aussage seines Parteikollegen.

Stellvertretender CDU-Vize Bouffier: "Ähnliche Muster"
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Stellvertretender CDU-Vize Bouffier: "Ähnliche Muster"


Berlin - Der stellvertretende CDU-Vorsitzende Volker Bouffier hat den brisanten Vergleich von Finanzminister Wolfgang Schäuble bekräftigt. Der Christdemokrat hatte Ende März Parallelen zwischen der Annexion der Krim durch Moskau und dem Anschluss des Sudetenlandes durch Adolf Hitler gezogen - und dabei auf die Instrumentalisierung vermeintlich bedrohter nationaler Minderheiten abgehoben, die es auch auf dem Gebiet anderer Staaten zu schützen gelte. Der Vergleich hatte in Russland für Empörung gesorgt. Bouffier sagte nun der "Welt": "Wer einigermaßen die Dinge kennt, kann ernsthaft nicht bestreiten, dass es sich um ähnliche Muster handelt."

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Schäuble habe allerdings nicht den russischen Präsidenten Wladimir Putin mit Hitler verglichen, betonte der hessische Ministerpräsident im Interview mit dem Blatt.

Wie der SPIEGEL berichtete, hatten die Äußerungen des Bundesfinanzministers zu diplomatischen Verwerfungen geführt. Die russischen Gesprächspartner seien "extrem erbost" über Schäubles Einlassung: "Das hat unsere Arbeit nicht einfacher gemacht", beklagen deutsche Beamte, die zum Teil mit Wissen oder im Auftrag der übrigen G7-Länder den Kontakt nach Moskau aufrechterhalten.

Die Kontakte finden zum Teil auf informeller, aber hochrangiger Ebene statt, um den Dialog mit der Putin-Administration nach der Annexion der Krim nicht gänzlich zu kappen. Zuvor hatte sich bereits das Ministerium von Außenminister Lawrow beim deutschen Botschafter über Schäuble beschwert.

Dieser hatte sich in der ARD-Sendung "Beckmann" gegen die Vorwürfe gewehrt: "Ich bin doch nicht so blöd, dass ich Hitler mit jemandem vergleiche." Schuld an der Aufregung seien die Medien, er sei unvollständig zitiert worden.

heb

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