Witz der Verteidigungsministerin SPD findet "schießendes Personal" nicht lustig

Sie wollte witzig sein, nun steht Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen in der Kritik. Ihren Galgenhumor zu Zeiten der Ukraine-Krise und des Irak-Kriegs finden SPD und Linke gar nicht komisch.

Verteidigungsministerin von der Leyen: Sorgt mit Witz für Verstimmung
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Verteidigungsministerin von der Leyen: Sorgt mit Witz für Verstimmung


Berlin - "Schießendes Personal" nach Russland und Katar? Davon sprach Bundesverteidigungsministerin Ursula von der Leyen in einem Interview mit der "Zeit" - und meinte nicht die Bundeswehr, sondern die Fußballnationalmannschaft. Ein Wortwitz, über den SPD und Linke nicht lachen können.

"Solche flapsigen Einlassungen sind in den gegenwärtigen Krisenlagen völlig fehl am Platze", sagte SPD-Generalsekretärin Yasmin Fahimi der "Frankfurter Rundschau". Linken-Chef Bernd Riexinger twitterte: "Ich glaube nicht, dass ich über die Witze von Ursula von der Leyen lachen kann."

"Wo auch immer gespielt wird: Deutschland schickt schießendes Personal", scherzte sie dem Blatt zufolge. Die Frage hatte darauf gezielt, ob die nächsten beiden Fußball-Weltmeisterschaften tatsächlich in Russland und in Katar stattfinden könnten. Schließlich trägt Moskau seit Monaten zur Eskalation der Lage in der Ukraine bei und das Herrscherhaus in Doha gehört zu den Unterstützern der Terrorgruppe "Islamischer Staat" (IS). Die nächsten Fußball-Weltmeisterschaften sollen 2018 in Russland und 2022 in Katar stattfinden.

In dem Gespräch äußerte sich von der Leyen aber auch ernsthafter zum Kampf gegen die IS-Dschihadisten. "Wir prüfen derzeit, was im Nordirak gebraucht wird, was andere liefern und was wir leisten können", sagte die Ministerin. Den Nato-Partnern im Baltikum sagte von der Leyen im Fall eines Übergriffs russischer Truppen die unbedingte Solidarität zu: "Greift Russland sie an, stehen wir an ihrer Seite", so die Ministerin. Jeder im Bündnis wisse: "Lassen wir im Ernstfall die Balten im Stich, ist die Nato tot."

vek/dpa



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insgesamt 159 Beiträge
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imZweifel-richtig 22.08.2014
1. Was passiert, wenn Zitate
aus dem Zusammenhang gerissen werden? DAS. Bei Rixie nicht verwunderlich, aber Fahimi sollte mal scharf überlegen, wer ihr Koalitionspartner ist. Und ob es -gerade in Krisenzeiten- angemessen ist, wegen solcher Lappalien zusammen mit der LINKEN einen Zwergenaufstand zu veranstalten.
rosskal 22.08.2014
2. Schlechte Besetzung
Da sieht man mal, wie ernst diese "Kindergärtnerin" ihren Job als Verteidigungsministerin sieht. Es gibt in der Bundesregierung wohl keine schlechtere Besetzung. In diesem Fall: Zurück an den Herd!
pandur1234567@yahoo.com 22.08.2014
3. Bitte politisch korrekt sein
und zum lachen in den Keller gehen.
analyse 22.08.2014
4. In Bezug auf die ernste Lage unangebracht, in Bezug auf
die Fußballmeisterschaften hätten das viele locker gesehen. Alle sollen sich nicht um Fußballweltmeisterschaften oder personales Parteibashing kümmern ,sondern um sofortige tatkräftige Verhinderung von Völkermord ohne parteitaktische Verzögerung durch parlamentarische Diskussionen! Schlimm genug,daß solche Debatten überhaupt beantragt werden,während Frauen und Kinder ermordet und mißbraucht werden !
auweia 22.08.2014
5. Spaßbremsen
Der Witz war eher schwach - aber das Problem liegt woanders. Humor darf man in Deutschland öffentlich nicht haben. Die Fraktion der vorauseilend Betroffenen nimmt sofort übel. Ich kann dazu - und zu allen anderen Krisen - nur Billy Wilder zitieren: "Die Lage ist hoffnungslos, aber nicht ernst."
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