Schlechte Umfragewerte Westerwelle unbeliebter als Gregor Gysi

FDP-Chef Guido Westerwelle rutscht in der Gunst der Wähler ab. Seine Partei stagniert bei niedrigen sieben Prozent, er selbst verliert deutlich an Vertrauen. Im "Stern"-Ranking von zwölf wichtigen Politikern fällt er auf den letzten Platz - noch hinter Linksfraktionschef Gregor Gysi.

Außenminister Guido Westerwelle: Bürger haben wenig Vertrauen
dpa

Außenminister Guido Westerwelle: Bürger haben wenig Vertrauen


Hamburg - Der Posten des Außenministers ist begehrt - und der Amtsinhaber genießt beim Volk meist große Beliebtheit. Doch Guido Westerwelle kann im Gegensatz zu seinen Vorgängern beim Wähler nicht punkten. Er hat deutlich Vertrauen verloren. Im Politiker-Ranking des "Stern", das am Mittwoch veröffentlicht wurde, büßte er im Vergleich zur Umfrage Ende Dezember 2009 acht Vertrauenspunkte ein.

Auf einer Skala von 0 bis 100 erreicht Westerwelle nur noch 34 Punkte - er ist damit Schlusslicht in der Rangliste der zwölf wichtigsten Politiker. Der FDP-Chef liegt noch hinter Linksfraktionschef Gregor Gysi, der 35 Punkte erhielt. Forsa-Chef Manfred Güllner sagte dem "Stern", er könne sich nicht daran erinnern, dass jemals ein deutscher Außenminister so schlecht beurteilt worden sei: Westerwelle sei "mit dafür verantwortlich, dass sich so viele der Wähler, die bei der Bundestagswahl vor einem halben Jahr der FDP ihre Stimme gaben, von der Partei abgewandt haben".

Auch andere FDP-Minister landeten auf den hinteren Plätzen. Wirtschaftsminister Rainer Brüderle kam lediglich auf 36 Punkte, Gesundheitsminister Philipp Rösler auf 42 Punkte. Er hatte zuletzt eine Studienplatz-Quote für Landärzte vorgeschlagen.

Das größte Vertrauen genießt der Erhebung zufolge weiter Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU). Sie führt mit 62 Punkten die Rangliste an. Auf dem zweiten Platz folgt mit 57 Punkten Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg (CSU). Im Vergleich zur Umfrage vor drei Monaten musste Guttenberg jedoch fünf Punkte abgeben und war damit nach Westerwelle größter Verlierer.

Arbeitsministerin Ursula von der Leyen (CDU) verteidigte mit 53 Punkten ihren dritten Platz vor SPD-Fraktionschef Frank-Walter Steinmeier, der wie Finanzminister Wolfgang Schäuble 51 Punkte erhielt. Für das Politiker-Ranking des "Stern" befragte das Forsa-Institut zwischen dem 26. und 31. März 1000 Bürger. Sie konnten auf einer Skala von 1 (für "kein Vertrauen") bis 100 (für "sehr hohes Vertrauen") ihr Vertrauen zu den zwölf ausgewählten Politikern angeben.

Viereinhalb Wochen vor der Landtagswahl in Nordrhein-Westfalen verharrt die schwarz-gelbe Koalition im Bund im Stimmungstief. Union und FDP kommen im Stern-RTL-Wahltrend zusammen auf 41 Prozent - gut sieben Punkte weniger als bei der Bundestagswahl im September und deutlich unter der Schwelle zu einer Regierungsmehrheit, wenn jetzt gewählt würde. Die Union stagniert im Vergleich zur Vorwoche bei 34 Prozent, die FDP bei sieben Prozent.

Im Oppositionslager ermittelte das Meinungsforschungsinstitut kaum Bewegung in den Umfragewerten. Die SPD verlor einen Punkt auf 24 Prozent, die Grünen legten einen Punkt auf 15 Prozent zu. Die Linke hielt sich bei zwölf Prozent.

kgp/ddp/Reuters/dpa



insgesamt 1260 Beiträge
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Seite 1
Reformhaus, 12.03.2010
1. Der Mut der Jugend
So weit wie Westerwelle hat es in so kurzer Zeit noch keiner geschafft!
kdshp 12.03.2010
2.
Zitat von sysopHartz-IV-Debatte, Streit um seine Auslandsreisen - welches Bild haben Sie von Außenminister und FDP-Chef Westerwelle nach seinen ersten Amtsmonaten?
Hallo, nach schulnoten eine glatte 5 ! Anmerkung : Der schüler Guido Westerwelle hat gerade in den soialfächern nachholbedarf.
Ichbinsleid, 12.03.2010
3.
Zitat von sysopHartz-IV-Debatte, Streit um seine Auslandsreisen - welches Bild haben Sie von Außenminister und FDP-Chef Westerwelle nach seinen ersten Amtsmonaten?
Die Frage die sich mir langsam stellt, welches Bild habe ich bald vom Spiegel? Hier im Forum nimmt Herr Westerwelle ja einen ziemlichen Raum ein.
Emil Peisker 12.03.2010
4. "Nebentätigkeit" zum Beruf machen
Zitat von sysopHartz-IV-Debatte, Streit um seine Auslandsreisen - welches Bild haben Sie von Außenminister und FDP-Chef Westerwelle nach seinen ersten Amtsmonaten?
Als Diplomat ein Amateur, als Parteivorsitzender einer "liberalen" Partei zu krakelig, als bezahlter Klientelbegünstiger hoch talentiert. Er hätte seine "Nebentätigkeit" zum Beruf machen sollen - Lobbyist.
stanis laus 12.03.2010
5. Es schrödert
Der wird noch ein guter Gerhard Schröder. Nur das die Hartzer-Gesetze dann anders heissen würden. Aber selbst bedienen würde der sich genauso.
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