Schleswig-Holstein Kiels Oberbürgermeister Albig will Ministerpräsident werden

Kiels Oberbürgermeister Torsten Albig will als SPD-Spitzenkandidat zur vorgezogenen Landtagswahl in Schleswig-Holstein antreten. Damit bekommt der SPD-Landesvorsitzende Ralf Stegner, der 2009 in den Wahlkampf gezogen war, Konkurrenz in der eigenen Partei.

Torsten Albig: Der Kieler OB will als SPD-Spitzenkandidat antreten
dpa

Torsten Albig: Der Kieler OB will als SPD-Spitzenkandidat antreten


Kiel - Torsten Albig hat seinen Hut in den Ring geworfen. Der Kieler Oberbürgermeister will bei der nächsten Landtagswahl in Schleswig-Holstein als Spitzenkandidat für die SPD antreten. Das kündigte Albig am Freitag in einer Sitzung des Kreisvorstandes in Kiel an, wie der Parlamentarische Geschäftsführer der SPD-Landtagsfraktion, Jürgen Weber, sagte.

Albig ist seit Sommer vergangenen Jahres Kieler Oberbürgermeister. Bei der OB-Wahl im März 2009 hatte er sich überraschend im ersten Wahlgang gegen Amtsinhaberin Angelika Volquartz (CDU) durchgesetzt. Bis zu seiner Ernennung arbeitete er als Pressesprecher des damaligen Bundesfinanzministers Peer Steinbrück in Berlin.

Albig geht damit in Konkurrenz zu SPD-Landeschef Ralf Stegner. Der ist offenbar darüber gar nicht erfreut. "Erster Ansprechpartner ist die SPD und der Landesparteitag am 11. September", sagte er. Dort wolle er auch selbst Stellung beziehen, ob er nach 2009 erneut als Spitzenkandidat bereit steht.

Am Montag hatte das Landesverfassungsgericht das Landeswahlgesetz teilweise für unvereinbar mit der Verfassung erklärt und vorzeitige Neuwahlen bis Ende September 2012 angekündigt.

Laut einer Forsa-Umfrage im Auftrag der "Lübecker Nachrichten" kann sich die SPD mit Albig etwas bessere Chancen bei der Wahl ausrechnen als mit Stegner. Demnach sprechen sich zwölf Prozent für Albig als nächsten Regierungschef aus, aber nur elf Prozent für Stegner. Vor allem bei Anhängern der Grünen, auf die die Sozialdemokraten bei einer Regierungsübernahme angewiesen wären, genießt Albig ein deutlich höheres Vertrauen (27 Prozent) als Stegner (sieben Prozent). Stegner war bei der Landtagswahl vor einem Jahr mit 25,4 Prozent der Wählerstimmen gescheitert.

70 Prozent der Schleswig-Holsteiner wünschen sich nach dem Urteil des Landesverfassungsgerichts schnelle Neuwahlen. Sie möchten bereits im Frühjahr 2011 eine Entscheidung, ergab die Umfrage im Auftrag der "Lübecker Nachrichten". Die Regierungsparteien CDU und FDP kündigten jedoch an, die von den Richtern gesetzte Frist bis Ende September 2012 möglichst auszunutzen.

ler/ddp/apn



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