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Kita-Qualität: Schröder ruft SPD zu Hilfe

Bundesfamilienministerin Kristina Schröder (CDU): "Erhebliche Unterschiede von Land zu Land" Zur Großansicht
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Bundesfamilienministerin Kristina Schröder (CDU): "Erhebliche Unterschiede von Land zu Land"

In Deutschland wurden zuletzt zwar massenhaft neue Betreuungsplätze für Kinder geschaffen, aber vielen Krippen und Kindergärten fehlt es an Klasse. Das will Bundesfamilienministerin Kristina Schröder mit einer länderübergreifenden Initiative ändern.

Berlin - Kristina Schröder (CDU) plädiert für eine Qualitätsoffensive bei Kindertagesstätten. In einem Brief an die stellvertretende SPD-Vorsitzende und Sozialministerin von Mecklenburg-Vorpommern, Manuela Schwesig, schlägt die Bundesfamilienministerin die Einrichtung einer Bund-Länder-Arbeitsgruppe vor. Diese soll "über die Bundesländergrenzen hinweg für ganz Deutschland gültige Kita-Qualitätsstandards festzulegen", zitiert die "Passauer Neue Presse".

Schröder lässt dem Zeitungsbericht zufolge prüfen, ob ein Bundesgesetz zur Festlegung einheitlicher Anforderungen verfassungsrechtlich möglich wäre. Auch "eine Ländervereinbarung unter Einbeziehung des Bundes" wäre laut Schröder ein denkbarer Weg. Eine solche Vereinbarung setze allerdings voraus, "dass alle Länder dabei mitziehen".

Auf jeden Fall solle eine Einigung auf gemeinsame deutschlandweite Standards für die Qualität der Kinderbetreuung erzielt werden, fordert Schröder in ihrem Brief an Schwesig, die dem Kompetenzteam von SPD-Kanzlerkandidat Peer Steinbrück angehört.

Die Ministerin kritisierte, dass bisher die entscheidenden Qualitätsniveaus von jedem Bundesland selbst bestimmt würden - "und das mit erheblichen Unterschieden von Land zu Land".

Dass die Qualität vielerorts unzureichend ist, belegt die 2012 vom Familienministerium mitfinanzierte "Nationale Untersuchung zur Bildung, Betreuung und Erziehung in der frühen Kindheit". Die Forscher der Studie befanden nur drei Prozent der Krippen für gut - 85 Prozent hingegen für mittelmäßig und zwölf Prozent für schlecht. Es fehle, so das Fazit, an den zwei wichtigsten Elementen für einen gelungenen Kita-Betrieb, an Räumen und an - gut ausgebildetem - Personal.

Angesichts der früh erkannten Mängel stellt sich allerdings die Frage, warum das Familienministerium nicht schon längst die von ihr vehement geforderten Qualitätsstandards entwickelt hat. Diese Aufgabe fällt durchaus in die Kompetenz der Ministerin. Denn das Bildungswesen ist zwar Ländersache, aber das Bundesverfassungsgericht ordnete die Kinderbetreuung bislang dem Bereich der öffentlichen Fürsorge zu - und zuständig dafür ist der Bund.

mon/dpa

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1. Denn sie weiß nicht, was sie tut ...
zudummzumzum 12.08.2013
Zitat von sysopDPAIn Deutschland wurden zuletzt zwar massenhaft neue Betreuungsplätze für Kinder geschaffen, aber vielen Krippen und Kindergärten fehlt es an Klasse. Das will Bundesfamilienministerin Kristina Schröder mit einer länderübergreifenden Initiative ändern. http://www.spiegel.de/politik/deutschland/schroeder-schlaegt-qualitaetsoffensive-bei-kitas-vor-a-916005.html
Also - verstehe ich das richtig? Nachdem Multimilliarden für den Ausbau der Krippenbetreuung in einer Art und Weise rausgehauen wurden, die wohl am Ehesten mit der Jauchedüngung vergleichbar ist, kommt der zuständigen Ministerin die Idee, dass eine Art Qualitätssicherung für den wirkungsvollen Einsatz der Kohle wünschenswert ist. Super, Kristina, jetzt weiß ich, wozu wir Minister brauchen. Die Länder mit ins Boot holen? Also den Verein, der es auch nach 30 Jahren noch nicht geschafft hat, die Bildungsstandards seiner Schulen auch nur einigermaßen vergleichbar zu machen? Bezeichnend ist, dass dieser Prozess von der politischen Kaste alleine unter sich ausgemacht werden soll. Eltern kommen einfach nicht vor! Es wird Zeit zuzugeben, dass die KiTa-Konzeption für`n Ar*** ist. Ein Multimilliardengrab für öffentliche Gelder mit der Zielsetzung des Ausbaus der Beschäftigung im öffentlichen Dienst. Richtig gewesen wäre das einkommensunabhängige Betreuungsgeld für alle und in auskömmlicher Höhe, so dass sich Eltern die Betreuung "kaufen" können, die sie wollen und brauchen. Richtig gewesen wäre der steuerliche Anreiz an Firmen und Firmenverbünde, sich in Trägervereinen privat zu erstellender KiTa-s zu engagieren - samt Öffnungszeiten, die tatsächlich die Vereinbarkeit von Beruf/Schule/Studium mit Kindererziehung ermöglichen. Aber das wollte man nicht, nur aus einer Paranoia heraus, dass ein paar Tausend unter Millionen Eltern dieses Geld nehmen, um ihr Einkommen aufzubessern. Wir brauchen keine "staatlichen" Kita-s, wir brauchen auch keine weiteren Hundertschaften von Planstellen für Qualitätssicherung. Die Eltern könnten das viel besser - wenn man sie nur ließe - als "Arbeitgeber" in der Kinderbetreuung! Gebt ihnen dafür Geld, die wissen besser, was gebraucht wird als irgendwelche Politiker, die ihr Leben lang nur im öffentlichen Dienst die Zeit damit verbracht haben darüber nachzudenken, wie man selbst der Mühsal einer Erwerbsarbeit entkommen kann. Aber
2. Naja,
horstderdritte 12.08.2013
wenn man sich so bescheuerte Ideen wie das Betreuungsgeld gespart hätte, hätte man 1,2 bis 2,0 Mrd. € mehr zur Verfügung. Und über eine pädagogische Sinnhaftigkeit des Kindergartens streitet man in Deutschland nur noch in den entlegensten Hinterwäldlerregionen...
3. ach nee !
Hilfskraft 12.08.2013
SPD soll helfen, CDU (40%) wird gewählt? Wie war das noch? Steinbrück versprach, die SPD darf nicht wieder der Steigbügelhalter der CDU sein. Und, denen auch noch beim Gewinnen helfen? Wenigstens er sollte Wort halten und falls ... das Ding besser organisieren lassen. Schröder kann es nicht, so wie der Rest der Gurkentruppe.
4. Es wurden 4,5 BILLIONEN
leser-fan 12.08.2013
in die Banken gesteckt. Eltern schaut genauhin, eure Kinder werden weit unter mittelmãßig betreut. Betreuungsschlüssel werden so gut wie nie ..85 % ..eingehalten. Herzlosigkeit u. Verzweiflung beim Personal sind an der Tagesordnung. 130 Kinder zB in einer Kita u. Putzfrau für 4 Stunden tgl. etc. Krankenstand Kinder ..Wallraff kann sich da mal einschmuggeln ..liebe Eltern, ein Großteil von euch wäre entsetzt ....
5. Die beste Qualität
eigene_meinung 12.08.2013
Die beste Qualität bei der Versorgung und Erziehung von Kindern bieten immer noch deren Eltern. Da aber die Wirtschaftsbosse möglichst viele Lohnsklaven halten wollen und das dumme Volk zu allem Hurra schreit, wird dieses Grundrecht der Eltern, sich selbst um ihre Kinder zu kümmern, "outgesourced" - mit allen negativen Konsequenzen.
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