Schröders Antwort auf Bush "Nein"

In einer Fernsehansprache an das deutsche Volk hat Bundeskanzler Gerhard Schröder den geplanten Krieg gegen Saddam verurteilt. Es gebe keine Rechtfertigung für einen Feldzug gegen den Irak.


Kanzler Schröder
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Berlin - Es sei die Frage, ob das Ausmaß der Bedrohung den sicheren Tod von Tausenden von unschuldigen Kindern, Frauen und Männern rechtfertige: "Meine Antwort in diesem Fall war und ist: Nein!" sagte der Kanzler am Dienstag in einer Fernsehansprache zum Ultimatum des US-Präsidenten George W. Bush an den Irak.

"Mich berührt tief, dass ich mich mit dieser Haltung einig weiß mit der übergroßen Mehrheit unseres Volkes, aber auch mit der Mehrheit im Weltsicherheitsrat und den Völkern dieser Welt. Ich habe Zweifel, ob der Frieden in den nächsten Stunden noch eine Chance bekommt."

Die Bundesregierung werde alles unternehmen, um die Sicherheit in Deutschland zu gewährleisten, sagte Schröder in der von der ARD verbreiteten Ansprache.

Bush hatte den Staatschef des Irak Saddam Hussein in seiner Rede um 2 Uhr MEZ 48 Stunden gegeben, um das Land zu verlassen und einen Krieg im letzten Moment noch abzuwenden.

Andernfalls schlügen die USA "zu einem Zeitpunkt unserer Wahl" gegen den Irak los. Frankreich kritisierte das Ultimatum als Entscheidung, die dem Willen der internationalen Gemeinschaft widerspreche. Bush habe bei einem Alleingang eine "schwere Verantwortung" zu tragen.




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