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Schuldenkrise in den Kommunen Die Tricks der Geizkragen

Leere Kassen, hohe Schulden - die jüngste Wirtschaftskrise hat viele Kommunen schwer getroffen. Einige Städte haben dennoch ein sattes Plus auf dem Konto - weil sie früh ihre Kosten kontrolliert und die Bürger eingespannt haben. SPIEGEL ONLINE stellt zwei Gemeinden und ihre Sparstrategien vor.

Straßenschäden in Thüringen: Klamme Gemeinden verkaufen Schlaglöcher an SponsorenZur Großansicht
DPA

Straßenschäden in Thüringen: Klamme Gemeinden verkaufen Schlaglöcher an Sponsoren

Hamburg - Sie verkaufen Schlaglöcher, erheben Sex-Steuern, wollen Touristen zur Kasse bitten und drehen die Heizung im Hallenbad runter. Hohe Schulden und steigende Ausgaben machen Städte und Gemeinden erfinderisch.

Doch es reicht nicht, die Finanzlage vieler Kommunen ist katastrophal. Das Nachsehen haben die Bürger. Sie leiden unter miserabel ausgestatteten öffentlichen Einrichtungen wie Kitas oder Schulen und müssen immer weiter steigende Abgaben zahlen.

Tatsächlich klaffen in den Kassen vieler Städte und Gemeinden gigantische Löcher. Allein im ersten Quartal des laufenden Jahres betrug das Minus laut Statistischem Bundesamt 6,6 Milliarden Euro. Für das Gesamtjahr 2010 erwartet der Deutsche Städte- und Gemeindebund ein kommunales Finanzierungsdefizit von zwölf Milliarden Euro.


Die Wirtschaftskrise und in der Folge der Rückgang der Gewerbesteuereinnahmen hat die Kommunen hart getroffen. Zugleich stiegen mit der Krise die Sozialausgaben. Eine Entwicklung, die seit Jahren zu beobachten ist: Von 1999 bis 2009 kletterten die Ausgaben in diesem Bereich von rund 26 Milliarden Euro auf knapp 40 Milliarden Euro. Bis 2013 erwartet der Städte- und Gemeindebund einen Anstieg auf gut 45 Milliarden Euro.

Diese Schere zwischen Einnahmen und Ausgaben treibt viele Kommunen in die Schuldenfalle. Jede dritte Stadt oder Gemeinde kann schon jetzt keinen ausgeglichenen Haushalt mehr vorlegen. Mit Einsparungen und Abgabenerhöhungen wollen die Bürgermeister gegensteuern. Experten sprechen allerdings von einem strukturellen Problem - kurzfristige Sparmaßnahmen können es nicht lösen.

Doch zur Wahrheit gehört auch: Viele Kommunen haben sich finanziell schlicht verhoben. Provinzpolitiker verschleudern Millionen für überdimensionierte Prestigeprojekte wie Freizeitbäder oder Gewerbeparks, die niemand braucht. Hinzu kommt die Unfähigkeit mancher überforderter Ratsherren, richtig mit öffentlichem Geld umzugehen. In den Amtsstuben wird gekungelt und gemauschelt, aber auch schlicht geschlafen, das Nachsehen haben die Steuerzahler.


Für die Kommunen wird es in den kommenden Jahren darum gehen, Entschuldungslösungen zu finden. Und die gibt es, wie einige Beispiele zeigen.

Wie kommen Kommunen raus aus den Miesen? SPIEGEL ONLINE hat zwei Gemeinden besucht, die es geschafft haben. Sie setzen auf das Engagement der Bürger - und sind jetzt schuldenfrei.

Erfolgreiche Geizkragen

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insgesamt 33 Beiträge
sosonaja 14.09.2010
Da wird sich auch so schnell nichts ändern. In den Amtsstuben und Behörden sitzen so gut wie unkündbare Personen, die die Gelder Anderer verwalten (= in die eigene Tasche stecken).
Da wird sich auch so schnell nichts ändern. In den Amtsstuben und Behörden sitzen so gut wie unkündbare Personen, die die Gelder Anderer verwalten (= in die eigene Tasche stecken).
boerne75 14.09.2010
Mein Eindruck zu den Finanzkrisen der Gemeinden ist folgender: Es gibt zwei Punkte die die Gemeinden in Finanznot bringen. Das ist erstens, das der Bund und die länder immer mehr Aufgaben und Kosten auf die Gemeinden abwälzen. [...]
Mein Eindruck zu den Finanzkrisen der Gemeinden ist folgender: Es gibt zwei Punkte die die Gemeinden in Finanznot bringen. Das ist erstens, das der Bund und die länder immer mehr Aufgaben und Kosten auf die Gemeinden abwälzen. Zweitens ist es durchaus hausgemacht in dem man sich Prestigeprojekte ans bein hängt und eine gepflegte Konkurrenz zwischen den Gemeinden leistet. Bei Punkt eins ist man als Komunalpolitiker gekniffen. Bei Punkt zwei sieht die sache schon anders aus. Da endet das politische denken exakt an der Stadtgrenze. Es gäbe meiner Meinung nach diverse Möglichkeiten synergien zu erzeugen, in dem man mehr gemeindeübergreifend arbeiten würde. Leider treten aber Gemeinden gerade da gerne in eine unnötige Konkurrenz. (Der Nachbar plant ein neues Gewerbegebiet, dann will ich auch eins, aber größer usw...) Außerdem denke ich, das in Gemeinden die Bürger zwar näher an den Entscheidungen dran sind und viel mehr auf sie eingegangen wird, nur leider werden all zu oft die Kosten für Bürgernahe Projekte klein geredet oder gehen einfach unter. Lieber kleiner denken und nachhaltig Handeln als später draufzahlen und Dinge ganz kassieren die für eine Gemeinde wichtig geworden sind. Es muß nicht immer höher, schneller, weiter, größer sein! Es reicht wenn es nützlich sinnvoll und bezahlbar ist. Dafür gibt es viele Beispiele in unserem Staat.
suum.cuique 14.09.2010
Die Stuttgarter kamen auf die Idee eine Waffensteuer einzufuehren um so die "ohnehin eher wohlhabenden Waffenbesitzer" abzuziehen. Was kommt danach? Katzensteuer? Grillsteuer? Vorwand Umweltschutz? Diese Republik wird [...]
Die Stuttgarter kamen auf die Idee eine Waffensteuer einzufuehren um so die "ohnehin eher wohlhabenden Waffenbesitzer" abzuziehen. Was kommt danach? Katzensteuer? Grillsteuer? Vorwand Umweltschutz? Diese Republik wird immer bescheuerter....
Transmitter 14.09.2010
Die Kommunen sind hierzulande im Verhältnis ganz genau so hoffnungslos bankrott, wie es die Länder und der Bund sind. Und aus diesem Tal holt die auch keiner mehr heraus. Die paar Gemeinden, die durch günstige Umstände etwas [...]
Die Kommunen sind hierzulande im Verhältnis ganz genau so hoffnungslos bankrott, wie es die Länder und der Bund sind. Und aus diesem Tal holt die auch keiner mehr heraus. Die paar Gemeinden, die durch günstige Umstände etwas besser dastehen, können nun wirklich nicht zum Modell gemacht werden. Lasst uns doch bei der Wahrheit bleiben!
Osis 14.09.2010
Es wird nicht gewirtschaftet. Zumal viele Kommunen stänbdig neue Straßenbauprojekte durchdrücken in der Hoffnung auf "Wachstum". Werterhalt hat bisher keine Prorität. Zumal Politiker lieber die Schere halten und [...]
Es wird nicht gewirtschaftet. Zumal viele Kommunen stänbdig neue Straßenbauprojekte durchdrücken in der Hoffnung auf "Wachstum". Werterhalt hat bisher keine Prorität. Zumal Politiker lieber die Schere halten und einweihen als erfolgreich Bestehendes zu erhalten. BTW: Die Waffensteuer in Stuttgart ist nicht verkehrt. Dann reduziert sich der gefährliche Unsinn vielleicht ein wenig. Wenn nicht, dann kommt wenigstens was in die Kasse. Und jetzt kommt wieder der Aufschrei von "Freiheit und Indiviualismus" der uns genau dahin gebracht hat wo wir heute sind. Schlagt auf mich ein, ich stehe dazu...
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Einnahmequellen der Städte
Die Einnahmen aus der Gewerbesteuer sind im Jahr 2009 deutlich zurückgegangen: Der Deutsche Städtetag rechnet mit einem Minus von 17,4 Prozent - das entspricht 5,4 Milliarden Euro. Für 2010 werden weitere Mindereinnahmen befürchtet.

Ausgabeposten der Kommunen
Die Personalausgaben sind bundesweit im Jahr 2009 voraussichtlich um 4,8 Prozent gestiegen. Im laufenden Jahr wird sich der Anstieg mit 2,4 Prozent fortsetzen. In den neuen Ländern ist der Anstieg im Jahr 2009 mit 5,9 Prozent wahrscheinlich sogar stärker ausgefallen, in diesem Jahr wird er mit plus 1,7 Prozent voraussichtlich etwas schwächer als im Durchschnitt.





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