Schulz-Effekt Nichtwähler verhelfen SPD zu Umfragehoch

Martin Schulz ist Kanzlerkandidat und die SPD erlebt ein Umfragehoch. Entscheidend für den Aufschwung sind auch ehemalige Nichtwähler.

SPD-Kanzlerkandidat Martin Schulz
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SPD-Kanzlerkandidat Martin Schulz


Die SPD unter Kanzlerkandidat Martin Schulz aktiviert besonders viele Menschen, die bei der letzten Bundestagswahl zu Hause geblieben sind. Das ist nach SPIEGEL-ONLINE-Informationen das zentrale Ergebnis einer neuen Umfrage von "Insa-Meinungstrend".

Demnach war jeder fünfte aktuelle SPD-Unterstützer bei den Bundestagswahlen 2013 Nichtwähler. Bei der Union ist der Anteil der Nichtwähler unter den Unterstützern kleiner - aktuell nur jeder zehnte Unionsanhänger blieb laut "Insa" 2013 den Urnen fern.

Für die SPD ist in den vergangenen Wochen der Anteil an ursprünglichen Nichtwählern deutlich gestiegen, nämlich um 70 Prozent. Für CDU/CSU würden hingegen derzeit rund 30 Prozent weniger ehemalige Nichtwähler stimmen als in den Wochen davor. Auch bei der AfD ist der Anteil der Nichtwähler von 2013, die aktuell für die rechtspopulistische Partei stimmen wollen, in den vergangenen zwei Wochen der Umfrage zufolge um etwa 40 Prozent gesunken.

Seitdem die SPD Martin Schulz als Kanzlerkandidaten für die Bundestagswahl ausgerufen hat, gehen die Werte steil nach oben. Zuletzt kletterten in einer Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Forsa für RTL und "Stern" die Sozialdemokraten erstmals seit Oktober 2012 wieder über die 30-Prozent-Marke auf nun 31 Prozent. Das sind fünf Punkte mehr als in der Vorwoche.

Der jüngste SPON-Wahltrend hatte ergeben, dass die Mehrheit der befragten Leser an einem anhaltenden Schulz-Effekt für die SPD zweifelt.

anr/flo

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plietsch 13.02.2017
1.
"Der jüngste SPON-Wahltrend hatte ergeben, dass die Mehrheit der befragten Leser an einem anhaltendem Schulz-Effekt für die SPD zweifelt." Das ist ja nicht überraschend, solange der Schulzzug noch unter 50% liegt. Die Bangbüxen in den anderen Parteien drehen ja jetzt schon hohl und wissen sich nicht zu helfen, außer mit Gerüchten und Beleidigungen. Das verrät dann mehr über sie als über Schulz :-)
habenix 13.02.2017
2.
Kann es sein das Schulz nur von den Medien hochgeschrieben wird? Für mich jedenfalls wäre eine Regierungsbeteilugung der grünen die nichts anderes können als Freiheiten einzuschränken der endgültige Grund zur Auswanderung.
think-twice! 13.02.2017
3. Künstlicher Hype
würden Schulz und die SPD ihre Karten auf den Tisch legen, wäre der Hype schnell vorbei. Dem Wähler werden manipulativ die Positionen vorenthalten. Wo sind denn die Antworten und Konzepte zu Rente, Armut, Flüchtlingspolitik, Kosten für Flüchtlinge, Sicherheit, Griechenland, Bildung, infrastruktur, Staatsverschuldung, usw. usw. Fehlanzeige. Nur hohle Phrasen. Danke, eine Katze im Sack kaufe ich nicht.
Fragen&Neugier 13.02.2017
4.
Ja, die SPD ist die neue Protestpartei - nimmt man den neuen SPIEGEL Titel ernst. 2013 war es die AfD - die hat einige enttäuscht, die gehen zum Teil zurück ins demokratische Lager und zur SPD, die soziale Gerechtigkeit verspricht. Natürlich ist das Reservoir der Union an den Nichtwählern kleiner - dafür sind ihre Wähler wohl konstanter und weniger sprunghaft. Sicher verliert die grösste Partei am meisten an die AfD, aber wohl kaum das rechte Lager. Problem der Union ist, dass die Abgesprungenen eben konstanter sind im Schnitt und es wohl länger dauert, bis sie sich "enttäuscht" abwenden von der AfD. Insbesondere die gut situierten EU-Skeptiker wissen, dass eine Neugründung Zeit braucht, sich zu etablieren und von einer jungen Oppositionspartei keine Wunder erwartet werden können. Die die hofften, die AfD könnte die Situtation des einfachen Volkes, der Globalisierungsverlierer drehen, die sind natürlich bereits enttäuscht und suchen sich war Neues.
_demokratin_ 13.02.2017
5. ehemaliger SPD-Wähler
hmmmm....also, ich als ehemaliger SPD-Wähler habe jetzt, nachdem Schulz Kanzlerkandidat ist, das unbedingte Gefühl, die SPD NICHT wieder wählen zu wollen! Für mich ist er das Größte No-Go seit Scharping! Diese "Umfrage"-Werte kann ich mir überhaupt nicht erklären, alle Freunde und Bekannte, die ehemals SPD gewählt haben, würde die SPD jetzt erst recht nicht mehr wählen...
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