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Schwarz-gelbe Atomwende: Volle Kraft zurück

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Plötzlich ist alles anders: Die deutschen AKW seien die sichersten der Welt, propagierte Schwarz-Gelb stets. Nach der Atomkatastrophe in Japan ist die Regierung umgeschwenkt - sieben Meiler sollen vorübergehend vom Netz. SPIEGEL ONLINE zeigt die erstaunlichsten Meinungswechsel der Politiker.

Kanzlerin Merkel mit Länderchefs der Union: "Japan verändert alles" Zur Großansicht
Getty Images

Kanzlerin Merkel mit Länderchefs der Union: "Japan verändert alles"

Berlin - Der Ausstieg aus dem von Rot-Grün beschlossenen Atomausstieg - Angela Merkel setzte das im vergangenen Jahr gegen den erbitterten Widerstand der Opposition durch. Für Schwarz-Gelb waren die deutschen Atomkraftwerke stets die sichersten der Welt - das betonten Merkel und Vizekanzler Guido Westerwelle unablässig. Eine "Revolution" sogar nannte die Kanzlerin ihr Energiekonzept, das die Laufzeitverlängerungen deutscher AKW festlegt.

Das galt bis zum 14. März 2011. Denn am Montag setzte Merkel die beschlossenen Laufzeitverlängerungen vorerst aus. Sicherheitsanforderungen sollen jetzt schnell kontrolliert werden. Plötzlich müssen die vorher so sicheren Atomkraftwerke daraufhin überprüft werden, wie sicher sie wirklich sind.

Merkels Vorstoß ist eine Reaktion auf die katastrophale Lage im japanischen Atomkraftwerk Fukushima. "Japan verändert alles", so CSU-Mann Markus Söder.

Doch wie hastig die Bundesregierung reagiert, das überrascht schon. Denn plötzlich kann alles nicht schnell genug gehen. Am Dienstag erklärte Merkel, die sieben vor 1980 gebauten Kernkraftwerke sollten vorübergehend abgeschaltet werden. Und Baden-Württembergs Ministerpräsident Stefan Mappus verkündete kurze Zeit später, Neckarwestheim 1 werde endgültig stillgelegt, Philippsburg I solle ebenfalls unverzüglich vom Netz.

SPIEGEL ONLINE dokumentiert die Haltung schwarz-gelber Entscheidungsträger zur Atomkraft - vor der Katastrophe in Japan und danach.

Rascher Richtungswechsel

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insgesamt 49 Beiträge
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1. ...
Annika Hansen, 15.03.2011
Die CDU und die FDP werden von der Atomenergieindustrie gesponsert, die Grünen von der Solar- und Windkraftindustrie. Und da sind noch die Landtagswahlen in Baden-Würtendingsda. Also wen interessiert dieses Hin und Her? Man sollte die Parteienfinanzierung neu regeln, dann machen vielleicht die Politiker wieder Politik für das Volk und nicht für das Klientel.
2. Störfälle Vertuscht in BW
Alberon 15.03.2011
Gerade sehe ich im ZDF das Störfälle verheimlicht wurden, um die Verlängerung Durch zubringen. Dolle Bananenrepublik.
3. ...
Newspeak, 15.03.2011
"Doch wie hastig die Bundesregierung reagiert, das überrascht schon. Denn plötzlich kann alles nicht schnell genug gehen." Merkel ist eben eine Opportunistin, wie sie im Buche steht. Da überrascht gar nichts mehr. Man kann nur hoffen, daß ihre Taktik nicht verfängt und sie die Quittung dafür bekommt, daß sie eben keinen Schaden von Deutschland abwendet, sondern durch ihr Nichtstun und ihre Taktiererei genau das Gegenteil verantwortet.
4. War doch klar
Alberon 15.03.2011
Lieber sysop eigentlich gibts da nichts mehr zu diskutieren, man kann nur noch feststellen wie kriminelle uns Verarschen. Meine Hoffnung besteht darin, dass endlich alle begreifen wer uns da hinters Licht führt.
5. .,-
teenriot 15.03.2011
Zitat von Annika HansenDie CDU und die FDP werden von der Atomenergieindustrie gesponsert, die Grünen von der Solar- und Windkraftindustrie. Und da sind noch die Landtagswahlen in Baden-Würtendingsda. Also wen interessiert dieses Hin und Her? Man sollte die Parteienfinanzierung neu regeln, dann machen vielleicht die Politiker wieder Politik für das Volk und nicht für das Klientel.
Die Spenden sind allerdings Mengenmässig sehr ungleich verteilt http://www.parteispenden.unklarheiten.de/?seite=auswertung_grafiken Die FDP erhält auch Geld von der Solarindustrie. http://www.spiegel.de/politik/deutschland/0,1518,673575,00.html
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