Von Katharina Peters und Anna Reimann
Berlin - Der Ausstieg aus dem von Rot-Grün beschlossenen Atomausstieg - Angela Merkel setzte das im vergangenen Jahr gegen den erbitterten Widerstand der Opposition durch. Für Schwarz-Gelb waren die deutschen Atomkraftwerke stets die sichersten der Welt - das betonten Merkel und Vizekanzler Guido Westerwelle unablässig. Eine "Revolution" sogar nannte die Kanzlerin ihr Energiekonzept, das die Laufzeitverlängerungen deutscher AKW festlegt.
Das galt bis zum 14. März 2011. Denn am Montag setzte Merkel die beschlossenen Laufzeitverlängerungen vorerst aus. Sicherheitsanforderungen sollen jetzt schnell kontrolliert werden. Plötzlich müssen die vorher so sicheren Atomkraftwerke daraufhin überprüft werden, wie sicher sie wirklich sind.
Merkels Vorstoß ist eine Reaktion auf die katastrophale Lage im japanischen Atomkraftwerk Fukushima. "Japan verändert alles", so CSU-Mann Markus Söder.
Doch wie hastig die Bundesregierung reagiert, das überrascht schon. Denn plötzlich kann alles nicht schnell genug gehen. Am Dienstag erklärte Merkel, die sieben vor 1980 gebauten Kernkraftwerke sollten vorübergehend abgeschaltet werden. Und Baden-Württembergs Ministerpräsident Stefan Mappus verkündete kurze Zeit später, Neckarwestheim 1 werde endgültig stillgelegt, Philippsburg I solle ebenfalls unverzüglich vom Netz.
SPIEGEL ONLINE dokumentiert die Haltung schwarz-gelber Entscheidungsträger zur Atomkraft - vor der Katastrophe in Japan und danach.
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