Die Kanzlerin hat sich gern als Fürsprecherin der Entwicklungsländer präsentiert - 2010 muss Angela Merkel zeigen, ob sie es ernst meint. Denn die Erfüllung der sogenannten Milleniumsziele steht auf der Kippe. Dazu zählen unter anderem:
Darauf hatten sich im Jahr 2000 die Regierungschefs und -vertreter von 189 Staaten verpflichtet. Kanzlerin Angela Merkel hat sich immer wieder zu den Vereinbarungen bekannt. Ihre Aufgabe ist es nun, trotz Wirtschaftskrise und Haushaltslöchern ein Signal zu setzen, damit die Ziele nicht aufgegeben werden.
Die Zwischenergebnisse sehen in vielen Bereichen düster aus. Zwar hat sich global die Anzahl der Menschen verringert, die mit weniger als einem Dollar pro Tag auskommen müssen. Doch die Erfolge lassen sich vor allem auf die rasante Entwicklung in Schwellenländern wie China und Indien zurückführen. In Afrika dagegen gibt es wenig Verbesserung. Wirtschaftswachstum wird durch hohe Geburtenraten absorbiert, die Bildung ist schlecht, soziale Sicherungssysteme existieren kaum.
Da helfen alle buchhalterischen Tricks des Ministers nicht
Angela Merkel weiß: Um die Milleniumsziele zu erreichen, muss sie die Ausgaben für Entwicklungshilfe drastisch erhöhen. Auch hier hat sich Deutschland international verpflichtet: Bis 2015 soll die öffentliche Entwicklungshilfe auf 0,7 Prozent der Wirtschaftsleistung steigen. Das Zwischenziel von 0,51 Prozent für das nächste Jahr wird die Bundesregierung verfehlen. Da helfen auch die Buchungstricks von Entwicklungsminister Dirk Niebel (FDP) nichts, der hierzu in Zukunft Klimaausgaben für den Süden anrechnen will. Meint es die Kanzlerin ernst mit ihrem Engagement für die Entwicklungsländer, muss sie im kommenden Jahr nachlegen.
In Deutschland müssen Merkel und Niebel einen Weg finden, die in über 30 Organisationen zersplitterte Entwicklungshilfe-Landschaft zu reformieren. Hunderte Mitarbeiter stecken in doppelten Bürokratien. In der vergangenen Legislaturperiode ist der Plan gescheitert, KfW-Entwicklungsbank und Deutsche Gesellschaft für Technische Zusammenarbeit (GTZ) miteinander zu verzahnen. Dieses Ziel hat die Kanzlerin mittlerweile zurückgestellt. So bleibt für dieses Jahr, wenigstens eine kleinere Reform auf den Weg zu bringen: GTZ, Deutscher Entwicklungsdienst und die Weiterbildungsorganisation InWEnt sollen zusammengeführt werden.
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