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Schwarz-gelbe Zwischenbilanz: 100 Tage, 1000 miese Schlagzeilen

Schwarz-Gelb startete mit großen Versprechungen - und legte eine Pannenserie hin. Nun sind Merkel und ihre Minister gut 100 Tage im Amt. SPIEGEL ONLINE macht den Regierungs-Check, nennt Top-Performer und Ausfälle in Merkels Kabinett.

DDP

Berlin - Wer erinnert sich noch? Am 29. Oktober des vergangenen Jahres gaben Angela Merkel, Horst Seehofer und Guido Westerwelle stolz ihr neues schwarz-gelbes Bündnis bekannt. Es blieb sogar noch Zeit für kleine Scherze. "Um 2.12 Uhr waren wir mit der Arbeit fertig", erzählte der frischgebackene Außenminister Westerwelle aufgekratzt. "Und seit 2.15 Uhr sagen wir Horst und Guido zueinander."

100 Tage und 1000 schlechte Schlagzeilen später ist dem Spaß-Trio das Lachen vergangen. Horst, Angela und Guido geht es, naja, "so lala" könnte man wohl sagen. Keine Frage, ein guter Start sieht anders aus als das Gerumpel von Schwarz-Gelb. Aber fairnesshalber muss auch gesagt werden: Kann sich jemand an einen guten Regierungsauftakt erinnern? Eben.

Politiker, die Wahlen gewinnen, werden meistens von ihren großen Worten aus dem Wahlkampf eingeholt. Im Überschwang und den Sieg vor Augen machen sie Versprechungen, die sie in den seltensten Fällen einhalten können. Was folgt sind Ernüchterung, Frust und kleinkarierter Streit.

So geht es nun auch Schwarz-Gelb. Die Kanzlerin steht deshalb in der Kritik, wirkt aber dennoch weiterhin souverän. In den Umfragen bekommen vor allem die Liberalen reichlich auf die Mütze - ein Minus von fünf Prozent vermeldete Forsa unlängst. Lobby-Vorwürfe, Schlingerkurs in Steuerfragen, patzende Minister - die FDP übt noch das Regieren und bekommt dafür Minuspunkte.

Wenige Routiniers, unsichere Newcomer

Bei den erfolgsverwöhnten Liberalen ist der Wurm drin. Parteichef Westerwelle reagiert auf Kritik an seinen Regierungskünsten patzig bis mimosenhaft. Als sich Grünen-Fraktionschefin Renate Künast unlängst im Bundestag darüber lustig machte, dass Merkel und ihr Außenminister so gern gemeinsam für schöne Bilder posierten, sprang Westerwelle auf und verließ genervt den Saal.

Doch nicht nur der Mann fürs Äußere steht in der Kritik. Nahezu alle Minister des Merkel-Kabinetts stehen unter Druck. Die wenigen Routiniers wie Finanzminister Wolfgang Schäuble oder Arbeitsministerin Ursula von der Leyen können damit einigermaßen souverän umgehen. Die Erfahrung hilft ihnen in den neuen Ämtern. Sichtbare Startschwierigkeiten haben dagegen Newcomer wie Gesundheitsminister Philipp Rösler.

Jetzt zeigt sich, dass es in den Spitzenämtern eben nicht darauf ankommt, bei Presseterminen "bella figura " zu machen. Neue Minister müssen sich fragen lassen, welche Akzente sie setzen, ob sie ihre Häuser im Griff haben und wie entschlossen sie politische Projekte durchsetzen können. Viel Gutes ist von den meisten Neulingen dabei bislang nicht zu berichten.

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Forum - Was hat Schwarz-Gelb bisher gebracht?
insgesamt 1957 Beiträge
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1.
Saudi-Arabien 02.02.2010
Zitat von sysopDie ersten 100 Tage der Regierung sind traditionell eine Zäsur - Zeit für eine Zwischenbilanz. Was hat Schwarz-Gelb bisher gebracht?
Da fällt mir die Antwort leicht. [quote] Was hat Schwarz-Gelb bisher gebracht? [/quote} Nichts außer Ärger.
2. ++
saul7 02.02.2010
Zitat von sysopDie ersten 100 Tage der Regierung sind traditionell eine Zäsur - Zeit für eine Zwischenbilanz. Was hat Schwarz-Gelb bisher gebracht?
Die Erkenntnis, dass mit Klientel-Politik kein Staat zu machen ist!!!
3.
bammy 02.02.2010
Zitat von sysopDie ersten 100 Tage der Regierung sind traditionell eine Zäsur - Zeit für eine Zwischenbilanz. Was hat Schwarz-Gelb bisher gebracht?
Schlagzeilen ;-)) Was sollen die schon gebracht haben? Die ersten Gesetze sind erst mal 4Wochen in Kraft.
4.
Direwolf 02.02.2010
Zitat von sysopDie ersten 100 Tage der Regierung sind traditionell eine Zäsur - Zeit für eine Zwischenbilanz. Was hat Schwarz-Gelb bisher gebracht?
Eine große Enttäuschung. Der Start ist genau so übel wie der Anfang von Rot-Grün und läßt mich armen NRW Wähler mit der Frage zurück, wen ich denn überhaupt noch wählen soll.
5.
yogtze 02.02.2010
Uns nichts - augenommen denjenigen unter uns, die zufällig Hoteliers, Apotheker oder Pharmahersteller sind... Es muss aber weitergehen, die FDP ist ja "vielschichtig" - als Klientelpartei, da gibt es noch einige Interessengruppen zu bedienen.
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