Schwarz-Rote Kürzungen Weihnachtsgeld für Bundesbeamte soll halbiert werden

Die neue Bundesregierung plant drastische Einschnitte für Beamte, Pensionäre und Zivildienstleistende. Staatsdiener bei Behörden des Bundes müssen nach einem Bericht der "Bild am Sonntag" ab kommenden Jahr auf die Hälfte ihres Weihnachtsgeldes verzichten.


Hamburg - Die neue Bundesregierung plant ab dem kommenden Jahr drastische Einschnitte beim Weihnachtsgeld. Wie die Zeitung "Bild am Sonntag" unter Berufung auf eine von der großen Koalition bereits beschlossene Streichliste für den Öffentlichen Dienst berichtet, müssen alle Bundesbeamten und Pensionäre ab dem Jahr 2006 auf die Hälfte ihres Weihnachtsgeldes verzichten.

Dies gelte auch für die künftige Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU), ihre Minister und Staatssekretäre. Für Zivil- und Wehrdienstleistende falle das Weihnachtsgeld sogar ganz weg. Außerdem gebe es nach dem 1. Juli 2006 kein "Entlassungsgeld" mehr.

Der designierte Finanzminister: Steinbrück streicht sich das Weihnachtsgeld
DPA

Der designierte Finanzminister: Steinbrück streicht sich das Weihnachtsgeld

Bisher bekommen aktive Beamte als Weihnachtsgeld 65 Prozent eines Monatssalärs, Pensionäre 60 Prozent. Künftig sollen es laut dem Blatt nur noch 32,5 beziehungsweise 30 Prozent sein. Das sogenannte Entlassungsgeld in Höhe von 690,24 Euro, das Zivildienstleistende bisher am Ende ihrer Dienstzeit erhalten, soll demnach komplett entfallen. Der Zeitung zufolge will Finanzminister Peer Steinbrück mit Hilfe der Kürzungen sowie der längeren Wochenarbeitszeit von 41 Stunden für Bundesbeamte pro Jahr 600 Millionen Euro bei den Personalausgaben einsparen.

Auch die künftige Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) sowie ihre Minister und Staatssekretäre sollen auf die Hälfte ihres Weihnachtsgeldes verzichten. Merkel erhalte dann nur noch ein Weihnachtsgeld von 5385 Euro (bisher 10 771 Euro). Für Bundesminister gebe es künftig 4315 Euro (bislang 8630), für Staatssekretäre 3244 Euro (bislang 6489), berichtet das Blatt.

Mit den Streichungen wolle Finanzminister Peer Steinbrück (SPD) im ersten Jahr 58 Millionen Euro einsparen, ab 2007 sogar 117 Millionen Euro, berichtet die Zeitung.



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