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Kinderbetreuung: Schwesig verschiebt Kita-Qualitätsgesetz um Jahre

Familienministerin Schwesig: Mehr Erzieher in Kitas erst in nächster Legislatur Zur Großansicht
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Familienministerin Schwesig: Mehr Erzieher in Kitas erst in nächster Legislatur

In vielen Kitas werden Kinder mehr verwahrt als gefördert. Doch Familienministerin Schwesig verschiebt nach Informationen des SPIEGEL ein geplantes Qualitätsgesetz, das mehr Personal garantieren soll, auf nach 2017. Die Länder fürchten die Kosten besserer Betreuung.

Berlin - Bundesfamilienministerin Manuela Schwesig (SPD) will entgegen ihrer Ankündigung offenbar keine bundeseinheitlichen Mindeststandards für Kindertagesstätten schaffen. Der Widerstand der Länder gegen ein Bundesgesetz zur Verbesserung der Qualität in Kindertagesstätten ist groß, sie fürchten die Kosten.

Verbindliche Qualitätsstandards wie die Personalausstattung oder die Qualifikation von pädagogischen Fachkräften werde man "mittelfristig", also in der nächsten Legislaturperiode, betrachten, hieß es auf Anfrage des SPIEGEL aus Schwesigs Ressortspitze.

Dabei wäre mehr Personal in deutschen Kitas dringend erforderlich. Die Anstellung neuer Erzieher hat mit dem raschen Ausbau der Kita-Plätze in den vergangenen Jahren nicht Schritt gehalten. Folglich sind in vielen Bundesländern zu wenige Pädagogen für zu viele Kinder verantwortlich - das betont auch eine Studie der Bertelsmann-Stiftung, die am vergangenen Freitag veröffentlicht wurde (siehe Grafik).

Das Ministerium bereitet zwar gerade ein "Gesetz zum qualitativen Ausbau in der Kindertagesbetreuung" vor. In dem zehnseitigen Dokument, das dem SPIEGEL vorliegt, geht es trotz des Namens allerdings nicht um mehr Personal. Geregelt wird nur, welches Bundesland wie viel Geld von Schwesigs 550 Millionen Euro Sondervermögen erhält, um den Kita-Ausbau voranzutreiben.

Zukünftig sollen auch bestimmte Ausstattungsinvestitionen gefördert werden, Gesundheitsförderung wie besseres Mittagessen und Barrierefreiheit für Kinder mit Behinderungen etwa. Dies rechtfertige den Begriff des qualitativen Ausbaus, so Staatssekretär Ralf Kleindiek.



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insgesamt 43 Beiträge
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1. Das ist die SPD...
alter55 27.07.2014
Da wird innerhalb der SPD gerätselt, warum die Partei so schlecht dasteht, dabei könnte die Partei die Antwort selber finden. Jetzt wird durch die unfähige Ministerin Schwesig die nächste Gesetzesvorlage auf den Sanktnimmerleinstag verschoben. Mich wundert nichts mehr. Der nächste Klopper kommt bestimmt. In Wahlversprechen ist die SPD gross. Es sind und bleiben halt nur Wahlversprechen (=>Wahllügen).
2. Selbstverständlich
Gudrun 27.07.2014
ist umfassende, altersgemäße und fördernde Betreuung teuer, aber das sollte keinesfalls ein Hindernis sein. Sollte es aus finanziellen Gründen scheitern, sollte man sich über Geburtenrückgang überhaupt nicht wundern.
3. Billige Ausrede
foxtrottangohamburg 27.07.2014
Die Länder fürchten also die Kosten. In Milliardengräber in Form von Prestigeobjekten wird aber stets gern Geld versenkt. Ich kann gar nicht so viel fressen, wie ich kotzen möchte! Vielleicht sollten sich diese "sozialdemokratische Familienministerin" mal ausrechnen, was Bund und Länder für Kosten dadurch entstehen, dass Kinder sich nicht gesund entwickeln können, weil sie nicht ausrechend betreut werden? Was kostet denn das unterm Strich? Wie üblich zu kurz gedacht - und nur bis zur nächsten Legislaturperiode. Allein das zeigt die Inkompetenz der Dame, nein, der gesamten Polkatruppe unter Dirigentin Merkel!
4. Mehr Personal allein ist keine Lösung
and_one 27.07.2014
Die Qualität hat auch dadurch abgenommen, dass immer mehr KinderpflegerInnen anstelle von ErzieherInnen in Kitas eingesetzt werden. Eine funktionierende Qualitätskontrolle ist in den Kitas Fehlanzeige und es gibt viel zu selten Supervision. Die Arbeit orientiert sich eher an den Bedürfnissen von Eltern und Erziehern, was die Öffnungszeiten angeht nur an den Bedürfnissen der Erzieher. Der Grund dafür ist simpel: Gefährliche Beschwerden werden Kinder i.d.R. nicht anbringen können!
5. Kopfschütteln
graubereich 27.07.2014
Die von der SPD geführten Resorts fördern zwar viele Medien wirksame Schnellschüße zu Tage ( Familie, Justiz, Arbeit, noch was vergessen?), nur kommen keine vernünftiges Gesetze dabei rum oder werden auf irrwitzige Zeiten verschoben. Kompetenz sieht anders aus.
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