Hitler-Vergleich Bundesregierung kritisiert Trump-Sprecher Spicer

Die Bundesregierung hat sich zum Assad-Hitler-Vergleich von Trumps Sprecher Sean Spicer geäußert. So etwas führe "zu nichts Gutem", sagte Regierungssprecher Seibert.


Für seinen misslungenen Hitler-Vergleich nach den Giftangriffen in Syrien musste Sean Spicer heftige Kritik einstecken. Jetzt meldet sich auch die Bundesregierung zu Wort - und kritisiert ebenfalls den Sprecher von US-Präsident Donald Trump.

"Das zeigt nur, was ohnehin die Haltung der Bundesregierung ist: Jeglicher Vergleich aktueller Situationen mit den Verbrechen des Nationalsozialmus führt zu nichts Gutem", sagte der Regierungssprecher von Kanzlerin Angela Merkel (CDU), Steffen Seibert.

Spicer hatte über den syrischen Machthaber Baschar al-Assad gesagt, nicht einmal ein so verabscheuungswürdiger Mensch wie Adolf Hitler sei so tief gesunken, Chemiewaffen einzusetzen. Später entschuldigte sich Spicer für den Vergleich.

Meinungskompass

Bei dem mutmaßlichen Giftangriff in der syrischen Provinz Idlib waren Anfang April mehr als 80 Menschen getötet worden. Die USA machen das syrische Regime für die Tat verantwortlich. Damaskus bestreitet das - und erhält Rückendeckung aus Moskau.

Die Nazis hatten in den Gaskammern von Konzentrations- und Vernichtungslagern mehr als eine Million Menschen mit Giftgas ermordet, vor allem Juden, aber auch viele Sinti und Roma sowie andere Gruppen. Insgesamt brachten die Nationalsozialisten sechs Millionen Juden um.

kev/AFP/dpa

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