Sebnitz in Sachsen Pöbeleien gegen Gauck - Polizei ermittelt

Nach der Beschimpfung von Bundespräsident Gauck in Sebnitz ermittelt die Polizei gegen zwei Beteiligte. Einer von ihnen soll ein Messer dabei gehabt haben, auf dem Rücken hat er ein Hakenkreuz tätowiert.

Anti-Gauck-Proteste in Sebnitz
DPA

Anti-Gauck-Proteste in Sebnitz


Die Vorfälle im sächsischen Sebnitz am Rande des Besuchs von Bundespräsident Joachim Gauck haben zumindest für zwei Personen ein juristisches Nachspiel. Gegen zwei Beteiligte sind Ermittlungen eingeleitet worden, teilte die Polizeidirektion Dresden mit.

Diese richteten sich unter anderem gegen einen 30-Jährigen. Er werde der versuchten gefährlichen Körperverletzung verdächtigt, ebenso des Widerstands, Verstoßes gegen das Waffengesetz und Verwendens von Kennzeichen verfassungswidriger Organisationen.

Laut Polizei trug der Mann ein Messer bei sich und soll versucht haben, eine Art Broschüre in Richtung Gauck zu werfen. Der Mann machte aus seiner rechtsextremen Gesinnung kein Geheimnis - er hat ein Hakenkreuz auf den Rücken tätowiert.

Ein zweites Verfahren wegen Widerstands richtet sich gegen eine weitere Person, von der die Polizei in Dresden aber zunächst noch keine Personalien hatte.

Gauck war am Sonntag als Gast des Deutschen Wandertags in Sebnitz verbal attackiert worden. Die Polizei bezifferte die Gruppe der Störer am Rathaus auf 50 und auf dem Marktplatz auf etwa 180 Personen. Sie hatten verschiedene Sprechchöre skandiert, darunter "Hau ab" und "Volksverräter". In diesem Fall ermittelt die Polizei noch wegen Beleidigung.

Ein Video der Pöbel-Aktion gegen Gauck:

Die Polizei hatte nach eigenen Angaben eine Gasse für den Bundespräsidenten gebildet, der von seiner Lebensgefährtin Daniela Schadt und dem sächsischen Ministerpräsidenten Stanislaw Tillich (CDU) begleitet wurde.

Im vergangenen März war Sebnitz in die Schlagzeilen geraten, weil sich rund 2500 Menschen an einer Demonstration gegen Flüchtlinge beteiligten. Zu der Demo war aus dem Pegida-Umfeld aufgerufen worden.

Bereits im März war der Bundespräsident bei einem Besuch in Bautzen beschimpft und beleidigt worden. Damals hatte er mit Bürgern über die Flüchtlingskrise diskutiert.

vks/dpa



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