Seda Basay-Yildiz "NSU 2.0" soll Rechtsanwältin erneut bedroht haben

Im August erhielt die Anwältin Seda Basay-Yildiz eine rechtsextreme Drohbotschaft, die eine Polizeiaffäre in Frankfurt auslöste. Jetzt hat sie laut "Süddeutscher Zeitung" erneut ein Fax bekommen - wieder unterzeichnet mit "NSU 2.0".

Frankfurter Anwältin Seda Basay-Yildiz
DPA

Frankfurter Anwältin Seda Basay-Yildiz


Die Frankfurter Anwältin Seda Basay-Yildiz hat erneut einen mit "NSU 2.0" unterzeichneten Drohbrief per Fax erhalten, berichtet die "Süddeutsche Zeitung" ("SZ"). Dafür sollen erneut Daten genutzt worden seien, die nur im Melderegister zu finden sind: In dem Fax werden Namen von Basay-Yildiz' Familienmitgliedern genannt, die unter ihrer Adresse gemeldet sind.

"So etwas kann man nicht über die sozialen Netzwerke herausfinden", sagte Basay-Yildiz der "SZ". Dies deutet erneut darauf hin, dass der Täter oder die Täterin Zugang zu Polizeidaten hat.

Im August 2018 hatte Basay-Yildiz Anzeige wegen einer an sie gerichteten Drohbotschaft, die mit "NSU 2.0" unterzeichnet worden war, erstattet. Die daraus folgenden Ermittlungen deckten im Dezember eine rechtsextreme Zelle innerhalb der Frankfurter Polizei auf. Daraufhin wurden fünf Beamte vom Dienst suspendiert.

Der erneute Drohbrief deutet jedoch darauf hin, dass auch diesmal Polizeidaten genutzt wurden - und er bezieht sich direkt auf die Suspendierung der Frankfurter Polizisten: "Dir hirntoten Scheißdöner ist offensichtlich nicht bewusst, was du unseren Polizeikollegen angetan hast", zitiert die "SZ" aus dem Fax.

Als Rechtsanwältin vertrat Basay-Yildiz unter anderem Angehörige eines Mordopfers im NSU-Prozess und zuletzt den nach Tunesien abgeschobenen Islamisten Sami A. Polizeibeamte hätten ihr nun versichert, es bestehe keine Gefahr für sie. Aber sie hätten ihr gleichzeitig angeboten, einen Waffenschein für ihren eigenen Schutz zu besorgen, berichtet die "SZ".

mal

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