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CSU-Chef: Seehofer distanziert sich von Gabriels Pegida-Dialog

Von , München

CSU-Chef Seehofer: Kritik an Sigmar Gabriel Zur Großansicht
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CSU-Chef Seehofer: Kritik an Sigmar Gabriel

Sigmar Gabriels Teilnahme an einer Diskussionsrunde mit Pegida-Anhängern sorgt für Missstimmung in der Großen Koalition. Er halte nichts davon, "dass man sich mit den Leuten zusammensetzt", sagte CSU-Chef Seehofer in München.

Sigmar Gabriel konnte sich bis zu diesem Montagmorgen bestätigt fühlen: Für seine Teilnahme an einer Diskussionsrunde mit Anhängern der islamfeindlichen Pegida-Bewegung hatte der SPD-Chef zwar Kritik aus der Opposition, dafür aber auch anerkennende und wohlwollende Worte von Koalitionspolitikern aus der Union erhalten - etwa von Bundesinnenminister Thomas de Maizière (CDU).

Das Urteil der CSU fällt dagegen deutlich kritischer aus: Parteichef Horst Seehofer betonte vor einer Vorstandssitzung der Christsozialen, dass er immer der Auffassung gewesen sei, dass man die Sorgen der Menschen zur Kenntnis nehmen müsse - "aber ich halte nichts davon, dass man sich mit den Leuten zusammensetzt", sagte Seehofer. Man müsse sich nur "manche Lebensläufe von führenden Leuten bei Pegida" anschauen, so Seehofer vor Journalisten: "Man muss schon wissen, mit wem man es zu tun hat."

Seehofer attestierte dem SPD-Chef indirekt mangelnde Sensibilität dafür, dass dieser im Anschluss an eine Diskussionsveranstaltung in Dresden mit Pegida-Anhängern gesprochen hatte: "Ein führender Politiker muss immer wissen, welche Eindrücke er damit auslöst", sagte Seehofer.

Gabriel hatte am Freitagabend überraschend an einer Veranstaltung der Landeszentrale für politische Bildung in Dresden teilgenommen. Er sei als Privatmann gekommen, hatte Gabriel gesagt. Im Anschluss an die Runde hatte sich Gabriel rund eine Stunde lang auch mit Pegida-Anhängern auseinandergesetzt.

Während etwa die Grünen dem Vizekanzler vorgeworfen hatten, die islamfeindliche Bewegung mit seinem Vorstoß aufzuwerten, gab es zuletzt positive Resonanz in der CDU: "Ich halte das für richtig", hatte Bundesinnenminister Thomas de Maizière gesagt.

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Forum - Diskussion über diesen Artikel
insgesamt 105 Beiträge
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1.
zauselfritz 26.01.2015
Ist doch schön wenn zwischen einem selbst und seehofer Distanz herrscht - wer will mit dem schon auf Linie sein?
2. er und Gabriel
daniel74 26.01.2015
Die beiden größten Wendehälse der deutschen Politik.
3.
kuac 26.01.2015
Seehofer ist ein Wendehals. Gabriel hat als Privatman gesprochen und nicht als SPD Chef. Wo ist das problem?
4.
lupidus 26.01.2015
er hält nichts davon, sich mit den leuten zusammen zu setzen. na wenn das mal kein vorzeigepolitiker ist. aber wer kann es ihm verdenken. die meisten leute umgeben sich lieber mit gleichgesinnten. da hat man immer recht.
5. Ach ne der Horst ...
drklaus65 26.01.2015
So schnell der Meinungswandel ... Vor paar Wochen sollte man die Ängste der Leute noch wahrnehmen! ... jetzt hat sich einer dazu bereit erklärt, nur leider aus ner anderen Partei.
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