Streit um Kreuz-Erlass Seehofer attackiert Marx

CSU gegen Kirche: Kardinal Reinhard Marx hatte die bayerische Kreuz-Verordnung kritisiert - nun kontert CSU-Chef Horst Seehofer im SPIEGEL die Vorwürfe des Vorsitzenden der Bischofskonferenz scharf.

Horst Seehofer
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In der Debatte um den Kreuz-Erlass der bayerischen Staatsregierung verschärft die CSU den Ton gegenüber den Kirchen. Parteichef Horst Seehofer greift im SPIEGEL den Vorsitzenden der Deutschen Bischofskonferenz, den Münchner Kardinal Reinhard Marx, frontal an: "Ich habe keinerlei Verständnis dafür, dass der Kardinal es kritisiert, wenn Kreuze in unseren bayerischen Behörden aufgehängt werden", so Seehofer. (Lesen Sie hier die ganze Geschichte im neuen SPIEGEL.)

Und weiter: "Das Kreuz ist ein religiöses Symbol und gleichzeitig Ausdruck der christlichen Prägung Bayerns." Marx hatte kritisiert, die bayerische Landesregierung schüre mit ihrem Erlass, der ein Kreuz in Behörden vorschreibt, "Spaltung, Unruhe, Gegeneinander".

Unterstützung erhält Marx von der Kulturstaatsministerin im Kanzleramt, Monika Grütters. Es sei "fatal und gefährlich, das Kreuz rein utilitaristisch zu verwenden, statt aus innerer Überzeugung", sagt Grütters, die auch Mitglied im Zentralkomitee der deutschen Katholiken ist.

Allerdings gesteht sie Ministerpräsident Markus Söder mildernde Umstände zu: "Wer das Bekenntnis nicht mehr gewohnt ist, neigt im Bekenntnisfall manchmal zu Unbeholfenheit und Übereifer."

Hintergrund des Streits ist auch die harte Haltung der CSU in der Flüchtlingspolitik, die sowohl in der evangelischen als auch der katholischen Kirche auf Kritik stieß. Nach Einschätzung von Grütters hat Merkels Linie dagegen viel Anerkennung erfahren: "Der dem Grundgedanken der Barmherzigkeit verpflichtete Umgang mit den Flüchtlingen hat sich sicher positiv auf das Verhältnis der CDU zur Kirche ausgewirkt."

Seehofer wollte am Donnerstagnachmittag auf dem Katholikentag in Münster sprechen, sagte aber ab, weil die Flugbereitschaft der Bundeswehr wegen schlechten Wetters die Rückreise des Innenministers nicht garantieren konnte.

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