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Koalitionsverhandlungen: Seehofer schließt Gespräche mit Grünen aus

CSU-Chef Seehofer: "Das hat mich aufgeregt wie schon lange nichts mehr" Zur Großansicht
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CSU-Chef Seehofer: "Das hat mich aufgeregt wie schon lange nichts mehr"

Führende CDU-Politiker machen sich für ein Bündnis mit den Grünen stark, doch CSU-Chef Seehofer will definitiv keine Koalitionsverhandlungen mit der Partei. "Ich werde solche Gespräche jedenfalls nicht führen", sagt er im SPIEGEL. "Damit hat sich das."

Berlin - CSU-Chef Horst Seehofer schließt Koalitionsgespräche mit den Grünen klar aus. Als Begründung führt er im neuen SPIEGEL unter anderem den "Geist der Bevormundung" an, der die Politik der Grünen präge. "Dazu kommt die Vergangenheit von Jürgen Trittin und Volker Beck", sagt der CSU-Chef. Seehofer spielt damit auf die Vorwürfe gegen die beiden Spitzenpolitiker an, sie hätten sich in den Anfangsjahren der Grünen nicht stark genug von Bestrebungen abgegrenzt, die Sex mit Kindern entkriminalisieren wollten. "Das hat mich aufgeregt wie schon lange nichts mehr. Für mich ist da eine Grenze überschritten", so Seehofer.

Seehofers klares Nein zu Koalitionsverhandlungen mit den Grünen steht in offenem Gegensatz zu Äußerungen führender CDU-Politiker. Eine Reihe von Spitzenkräften aus der Schwesterpartei hat sich angesichts der Mehrheitsverhältnisse im neu gewählten Bundestag für ein schwarz-grünes Bündnis oder zumindest für Gespräche über eine mögliche Koalition ausgesprochen.

Seehofer hingegen fürchtet nach eigenen Angaben, dass jede Annäherung der Union an die Grünen rechte Extremisten stärken könnte. "Ich kann nur sagen, ein Flirt mit den Grünen, noch dazu in der jetzigen Besetzung, würde sofort den rechten Rand erstarken lassen. Wir sollten froh sein, dass die AfD nicht ins Parlament eingezogen ist", sagt er im SPIEGEL.

Seehofer betont außerdem, dass er noch vor Koalitionsverhandlungen mit der SPD eine Grundsatzeinigung mit der CDU im Streit um eine Pkw-Maut anstrebe. "Der inhaltliche Korridor einer möglichen Entscheidung wird klar sein, bevor sich CDU und CSU mit der SPD treffen", so Seehofer. Der CSU-Chef zeigt sich zuversichtlich, eine Einigung mit der Kanzlerin zu erzielen. "Sie werden sehen: Angela Merkel und ich haben es inzwischen zu einem Höchstmaß an Harmonie gebracht, was solche Entscheidungen angeht."

Nach Ansicht Seehofers stehen der CSU auch im Falle einer Großen Koalition drei Ministerien zu. "Darüber reden wir, wenn es so weit ist", sagt er zwar, ergänzt aber: "Wahr ist aber auch: Die CSU ist nicht schwächer geworden."

hmo

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1.
marthaimschnee 24.09.2013
Damit bestätigt er, daß die absolute Mehrheit der Union für Merkel ein Alptraum geworden wäre. Mit nur einer Stimme Mehrheit hätte sich jeder Abweichler wie Seehofer oder Bouffier wie ein Diktator aufgeführt, da von seiner einen Stimme eben alles abhängig wäre. Schade eigentlich! Aber wer weiß, vielleicht findet ja Merkel keinen Dummen, der ihr den Mantel hält (Klaus Stuttmann Karikaturen - Archiv (http://www.stuttmann-karikaturen.de/karikaturarchiv_5008_rss.html)), dann kann es vielleicht doch Rot-Grün mit Rot oder rot toleriert versuchen. Oder wir spielen Neuwahlen und bringen FDP wieder und die AfD noch zusätzlich ins Parlament. Dann wird das regieren ja viel einfacher
2.
Maya2003 24.09.2013
Zitat von sysopDPAFührende CDU-Politiker machen sich für ein schwarz-grünes Bündnis stark, doch CSU-Chef Seehofer will mit den Grünen definitiv keine Koalitionsverhandlungen führen. "Ich werde solche Gespräche jedenfalls nicht führen", sagt er im SPIEGEL. "Damit hat sich das." http://www.spiegel.de/politik/deutschland/seehofer-lehnt-koalitionsgespraeche-mit-gruenen-ab-a-924079.html
Und von den Anhängern der Union wird seit Sonntagabend in jedem Forum gefordert daß sich "demokratische Parteien einer Zusammenarbeit nicht verschließen dürfen". Weil die SPD (noch) nicht freudig zu Mutti in die Kiste hüpfen will ist sie "unverantwortlich" oder (!) "unpatriotisch". Was ist dann jetzt Seehofer ? Die SPD und die Grünen sollten sich wie der Bayernkönig verhalten - Merkel muß sich bewegen, NICHT die Opposition. Herr Seehofer hat das anscheinend noch nicht realisiert, vom "Sieg" besoffen hat er vergessen wie die wahren Machtverhältnisse sind. SPD und Grüne MÜSSEN nichts - die Schwarzen müssen, oder Merkel spekuliert auf Neuwahlen - mitsamt Rückkehr der FDP.
3. So ein Trottel!
gorilla71 24.09.2013
wenn der Typ sich an seinem Wahlerfolg genug berauscht hat, dann kann er feststellen, dass die Uhren in Berlin etwas anders ticken. Es wird Zeit, das Angie den Stammtischbruder mal zurechtstutzt. Noch ein paar von den Äußerungen und die größte Partei nimmt auf der Oppositionsreihe Platz. Dann gibts den dicken Siggi als Kanzler und Rot, Links, Grün -armes Deutschland.
4. Kriminelle sexuelle Perversionen und Rechtsextremismus
Heugabel 24.09.2013
Hier hat Seehofer endlich dass Fass gefunden, aus dem er nach Herzenslust austeilen möchte. Die Welt sieht: Was für ein Glück für dieses Jammertal, dass es noch den anständigen Herrn Seehofer gibt. Ein paar Monate später wird es so gehen: Jeder Tourist aus den wichtigen Partnerländern sieht: In Bayern ist die Welt noch in Ordnung. So könnte eigentlich auch ganz Deutschland sein, wenn endlich der Richtige Kanzler würde. Merkel, down!
5. nicht gebraucht
r.muck 24.09.2013
dem bairischen Erzmoralisten mit eigener unkatholischen Vergangenheit scheint nicht klar zu sein, dass er in einer großen Koalition verzichtbar ist. Es langt für CDU und SPD dicke ohne die tiefschwarzen Stimmen.
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