Seehofer-Nachfolge Ilse Aigner wird neue Agrarministerin

Kabinettsumbildung in der Bundesregierung: Ilse Aigner wird neue Agrar- und Verbraucherministerin. Die 43-Jährige übernimmt das Amt von Horst Seehofer, der als CSU-Chef und Ministerpräsident nach Bayern gewechselt ist - und jetzt auch dort die ersten Personalentscheidungen gefällt hat.


Berlin - Die CSU-Bundestagsabgeordnete Ilse Aigner wird voraussichtlich Bundesministerin für Landwirtschaft und Verbraucherschutz und damit Nachfolgerin des neuen bayerischen Ministerpräsidenten Horst Seehofer. Dies bestätigten führende CSU-Politiker in München mehreren Nachrichtenagenturen.

CSU-Politikerin Aigner: Einzug ins Kabinett Merkel
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Als neuen CSU-Generalsekretär wird Seehofer nach diesen Angaben den Bundestagsabgeordneten Karl-Theodor zu Guttenberg berufen (Porträt auf SPIEGEL ONLINE...). Die Personalien wurden offenbar in der Nacht zum Donnerstag bei einer vierstündigen Sitzung der engeren CSU-Spitze vereinbart. Für Seehofers Landeskabinett steht der Nachrichtenagentur AFP zufolge fest, dass der ehemalige CSU-Generalsekretär Markus Söder neuer bayerischer Umweltminister und der bisherige Finanz-Staatssekretär Georg Fahrenschon neuer Finanzminister wird. Bayerischer Landwirtschaftsminister wird neuen Angaben zufolge der Landtagsabgeordnete Helmut Brunner. Zuvor hieß es, das Amt gehe an den Umwelt-Staatssekretär Marcel Huber. Der amtierende Innenminister Joachim Herrmann bleibe ebenso im Amt wie Justizministerin Beate Merk.

Insgesamt werde es eine deutliche Verjüngung des Kabinetts geben. "Die über 60-Jährigen müssen gehen", sagte ein CSU-Vorstandsmitglied. Der bayerische JU-Vorsitzende Stefan Müller begrüßte die Kabinettsentscheidungen Seehofers. Dieser sei mutig die von der JU seit langem geforderte Verjüngung der Ministerriege angegangen, sagte Müller der AFP.

Aigner war bisher forschungspolitische Sprecherin

Für Seehofers Nachfolge als Bundesminister waren zuletzt auch sein Parlamentarischer Staatssekretär Gerd Müller und Guttenberg im Gespräch gewesen. Was am Ende den Ausschlag für Ilse Aigner (Porträt auf SPIEGEL ONLINE...) gab, blieb zunächst offen. Die 43-jährige gelernte Elektrotechnikerin war von 1994 bis 1998 Landtagsabgeordnete und wechselte anschließend in den Bundestag. Dort ist sie unter anderem forschungspolitische Sprecherin der Unionsfraktion gewesen.

Die Bundestagsabgeordnete ist Bildungs- und Forschungspolitikerin, als Berichterstatterin für den Landwirtschaftshaushalt von 2002 bis 2005 kennt sie sich aber auch in der Agrarpolitik aus. So warnte sie vor finanziellen Kahlschlägen in der Landwirtschaft. Das frühere Gentechnikgesetz hielt sie für innovationsfeindlich.

Ilse Aigner begann ihre politische Karriere in der Jungen Union Bayern. Von 1993 bis 1999 war sie JU-Vizechefin und ist seitdem stellvertretende Bezirksvorsitzende in Oberbayern. Berufspraxis erwarb Aigner im elterlichen Handwerksbetrieb. Sie machte eine Ausbildung zur Elektrotechnikerin und arbeitete bis 1994 in diesem Beruf.

Seehofer bekam von den Spitzen der Partei und Landtagsfraktion freie Hand, die letzten Personalentscheidungen am Donnerstagvormittag zu treffen. Erst dann werde er auch endgültig die Entscheidung für Aigner bestätigen, hieß es.

cht/dpa/AFP



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