München - Bayerns Ministerpräsident Horst Seehofer (CSU) will auch als Oppositionspolitiker weitermachen, sollte seine Partei bei der kommenden Landtagswahl verlieren. "Wenn ich mich dafür entscheide, 2013 anzutreten, dann stehe ich auch für die komplette Amtszeit zur Verfügung - ob mich die Bevölkerung als Ministerpräsident will oder in der Opposition", sagte er der "Süddeutschen Zeitung".
Der bayerische SPD-Spitzenkandidat Christian Ude reagierte prompt auf die Aussagen des Ministerpräsidenten: Er freue sich "auf Seehofer als Oppositionsführer", sagte der Münchner Oberbürgermeister dem Bayerischen Rundfunk.
Nach der schweren Wahlniederlage der CDU in NRW hatte Seehofer den gescheiterten Spitzenkandidaten Norbert Röttgen öffentlich massiv angegriffen. Der damalige Bundesumweltminister hatte sich geweigert, ganz nach Düsseldorf zu wechseln und auch im Falle einer Niederlage in NRW zu bleiben.
Seehofer setzte sich damit allerdings auch von seinem Herausforderer Ude ab, der nach der Wahl nur als Regierungschef weitermachen möchte. Er stünde - wie die Ex-CSU-Vorsitzenden Franz Josef Strauß und Edmund Stoiber nach ihren gescheiterten Kanzlerkandidaturen - nicht als Oppositionsführer zur Verfügung. "Das ist bei mir ebenso", sagte der Sozialdemokrat.
Seine Spitzenkandidatur knüpfte Seehofer an Bedingungen: Die CSU solle sich in ihrem Wahlprogramm für Volksabstimmungen in Deutschland zur Europapolitik aussprechen. "Es gibt den Kandidaten und ein Programm nur im Paket", so Seehofer.
Die CSU entscheidet auf ihrem Parteitag im Herbst über die Spitzenkandidatur. Seehofer erwägt zudem, sich als Direktkandidat für die Landtagswahl aufstellen zu lassen. Bisher hat der Ministerpräsident im Gegensatz zu vielen Kabinettsmitgliedern keinen Sitz im Landtag. Das Amt des Regierungschefs hatte Seehofer nach der für die CSU verheerenden Landtagswahl von 2008 und dem Rückzug seines Vorgängers Günther Beckstein übernommen.
An der geplanten dritten Startbahn des Münchner Flughafens hält der CSU-Chef trotz des gegenteiligen Bürgerentscheids in der Landeshauptstadt fest. Er akzeptiere zwar das Votum. "Es geht aber um ein gesamtbayerisches Anliegen", sagte Seehofer. "Wir stellen uns jetzt nicht hin und sagen: Die dritte Startbahn ist gestorben. So einfach ist das nicht."
Die Flughafen-Gesellschafter - das Land (51 Prozent), der Bund (26 Prozent) und die Stadt München (23 Prozent) - würden in den kommenden Wochen prüfen, ob die Startbahn dennoch gebaut werden könne. Ude will das Bürgervotum aber umsetzen und sein Veto gegen die Startbahn einlegen.
heb/dpa
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