Serie von Brandanschlägen Polizei fasst zwei Verdächtige in Berlin

Immer wieder gehen Autos in Berlin in Flammen auf - jetzt hat die Polizei erstmals zwei mutmaßliche Brandstifter gefasst. Sie sollen zuvor einen BMW angezündet haben. Ob sie Urheber der Anschlagsserie sind, ist noch nicht klar.

Ausgebrannter BMW im Prenzlauer Berg: "Was ist das für ein Verhalten"
dapd

Ausgebrannter BMW im Prenzlauer Berg: "Was ist das für ein Verhalten"


Berlin - In den frühen Morgenstunden hat die Berliner Polizei Verdächtige festgenommen: Es handelt sich um zwei mutmaßliche Autobrandstifter, die 27 und 23 Jahre alt sind. Es sind die ersten Festnahmen seit Beginn der jüngsten Serie von Brandanschlägen in der Hauptstadt.

Der Polizei zufolge beobachtete ein Anwohner am Dienstag gegen fünf Uhr morgens zwei Personen, die sich auffällig für einen BMW interessierten und um das Auto liefen. Als dieser kurz darauf in Flammen aufging, habe der Zeuge die Polizei alarmiert. Diese konnte die beiden Verdächtigen noch in der Nähe des Tatorts festnehmen. Das Feuer zerstörte den BMW völlig, außerdem wurden zwei daneben geparkte Autos stark beschädigt.

Ob die beiden Verdächtigen für weitere Brände verantwortlich sind, werde geprüft, sagte ein Polizeisprecher. Bisher gebe es aber keine Anhaltspunkte dafür.

In den vergangenen Wochen sind in Berlin etliche Autos in Flammen aufgegangen. Insgesamt wurden nach Ermittlungen der Polizei in diesem Jahr schon mehr als 150 Autos in der Hauptstadt aus politischen Motiven angezündet. Weitere 226 Brandstiftungen rechnet die Polizei Nachahmungstätern und anderen zu. In der Nacht zum Dienstag wurde im Stadtzentrum in der Nähe des Alexanderplatzes ein weiterer Mercedes angezündet, die Flammen griffen auf einen weiteren Wagen über.

"Menschenleben werden kaltblütig aufs Spiel gesetzt"

Kanzlerin Angela Merkel hat die Brandanschläge scharf kritisiert. "Was ist das für ein Verhalten", so Merkel am 18. August. "Menschenleben werden kaltblütig aufs Spiel gesetzt." Die Serie von Brandstiftungen ist inzwischen auch zum Thema im Wahlkampf vor den anstehenden Wahlen zum Abgeordnetenhaus geworden. CDU und FDP werfen Bürgermeister Klaus Wowereit in groß angelegten Kampagnen Versäumnisse in der Sicherheitspolitik vor.

Doch nicht nur in Berlin schlagen die Brandstifter zu. Auch in Stuttgart gingen vier Autos am frühen Dienstagmorgen in Flammen auf. Die Polizei gehe von einem vorsätzlich gelegten Feuer aus, sagte ein Sprecher der Nachrichtenagentur dapd zufolge. Die Wagen, die einem Carsharing-Unternehmen gehörten, seien nah beieinander geparkt gewesen. Bei dem Brand entstand den Angaben zufolge Sachschaden von etwa 60.000 Euro.

kgp/dpa/AFP/dapd



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unifersahlscheni 30.08.2011
1. Also ich sag mal ganz ehrlich...
...ich würde ein Exempel statuieren. 6 Monate Haft, ohne Bewährung, als halbwegs abschreckendes Beispiel. Man darf nicht vergessen dass auch schon Kinderwagen in Fluren angezündet wurden. Dadurch hätten auch Häuser abbrennen und Tote geben können...!
Sam Hawkins, 30.08.2011
2. was tun
Zitat von sysopImmer wieder gehen Autos in Berlin in Flammen auf - jetzt hat die Polizei erstmals zwei mutmaßliche Brandstifter gefasst. Sie sollen zuvor einen BMW angezündet haben. Ob sie Urheber der Anschlagsserie sind, ist noch nicht klar. http://www.spiegel.de/politik/deutschland/0,1518,783426,00.html
Da es sich nicht um Dummejungenstreiche handelt sollte man die Täter entsprechend zur Rechenschaft ziehen. Eine Haftstrafe ohne Bewährung wäre vielleicht hilfreich, besser fände ich jedoch, wenn die Täter, ohne wenn und aber, den angerichteten Schaden aus eigener Tasche an die Versicherung zurückzahlen müssten, ohne Rücksicht auf Mindestsätze und wenn Sie am Hungertuch nagen müssten. Mit Zins und Zinsenzins hätten die dann wohl einige Jährchen zu tun und das tut merklich mehr weh als ein paar Monate einsitzen.
BruSie 30.08.2011
3. Das eine ...
Zitat von Sam HawkinsDa es sich nicht um Dummejungenstreiche handelt sollte man die Täter entsprechend zur Rechenschaft ziehen. Eine Haftstrafe ohne Bewährung wäre vielleicht hilfreich, besser fände ich jedoch, wenn die Täter, ohne wenn und aber, den angerichteten Schaden aus eigener Tasche an die Versicherung zurückzahlen müssten, ohne Rücksicht auf Mindestsätze und wenn Sie am Hungertuch nagen müssten. Mit Zins und Zinsenzins hätten die dann wohl einige Jährchen zu tun und das tut merklich mehr weh als ein paar Monate einsitzen.
.. schließt doch das andere nicht aus. Wer sagt denn, dass durch die Verhängung einer Strafe (wobei ich hier auf jeden Fall die Höchststrafe für Brandstiftung = 10 Jahre, fordern würde), der angerichtete Sachschaden nicht mehr privatrechtlich eingefordert werden kann. Sicher sind die Brandstifter verpflichtet, ihren Schaden auf Heller und Pfennig zu ersetzen.
billy pilgrim 30.08.2011
4. ...
Zitat von sysopImmer wieder gehen Autos in Berlin in Flammen auf - jetzt hat die Polizei erstmals zwei mutmaßliche Brandstifter gefasst. Sie sollen zuvor einen BMW angezündet haben. Ob sie Urheber der Anschlagsserie sind, ist noch nicht klar. http://www.spiegel.de/politik/deutschland/0,1518,783426,00.html
Gab es in den Fällen Bekennerschreiben? Ist es automatisch "politisch", sobald das angezündete Auto hochpreisig ist? Worauf stützt sich diese Einschätzung der Polizei? Das wäre in dem Zusammenhang mal interessant zu wissen.
Pandora0611 30.08.2011
5. Autoabfackeln in Berlin
Zitat von unifersahlscheni...ich würde ein Exempel statuieren. 6 Monate Haft, ohne Bewährung, als halbwegs abschreckendes Beispiel. Man darf nicht vergessen dass auch schon Kinderwagen in Fluren angezündet wurden. Dadurch hätten auch Häuser abbrennen und Tote geben können...!
Das wird in Berlin nicht passieren. Die meisten Brandstifter, so sie denn überhaupt gefasst werden, werden aus Mangel an Beweisen sofort wieder freigelassen. Die Höchststrafe, die bisher verhängt wurde, waren 22 Monate auf Bewährung. Und Körting wiederholt mantramäßig, es handle sich nicht um Linksextremisten, sondern um normale Pyromanen.
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