Ex-SPD-Chef Sigmar Gabriel fordert Mindestrente für Geringverdiener

Die Große Koalition brütet über einem Konzept, um die Renten langjährig Versicherter aufzustocken. Sigmar Gabriel plädiert im SPIEGEL bereits für ein einfaches Modell - vor allem mit Blick auf den Osten.

Rentnerpaar (Symbolbild)
DPA

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Ex-SPD-Chef Sigmar Gabriel hat sich dafür ausgesprochen, bald eine Mindestrente für Geringverdiener einzuführen. "Wir brauchen ein einfaches Modell, das die Leute sofort verstehen ", sagt Gabriel in der aktuellen Ausgabe des SPIEGEL.

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Wer mehr als 40 Jahre Vollzeit gearbeitet habe, solle im Alter mindestens 1000 Euro Rente haben. "Ich befürchte jedoch, dass die Koalition am Ende nur ein kompliziertes Modell beschließt, das viele Ausnahmen kennt und das niemand versteht", so Gabriel. (Lesen Sie hier die ganze Geschichteim neuen SPIEGEL.)

Am Donnerstag hatte die Große Koalition ein neues Rentenpaket auf den Weg gebracht. Darin enthalten sind ein Nachschlag bei der Mütterrente ebenso wie das Einfrieren des Rentenniveaus auf heutigem Niveau. Die Einführung einer Grundrente für langjährig Versicherte, die im Koalitionsvertrag verabredet war, findet sich darin nicht. Die SPD setzt sich dafür ein, das Projekt im nächsten Jahr anzugehen.

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Schon im Jahr 2016 hatte Gabriel für eine Mindestrente geworben. Auch in der eigenen Partei war er damit auf Widerstand gestoßen. Bis heute hält er die Ablehnung für einen Fehler. "Ich begegne vielen Menschen, die 40 Jahre und mehr Vollzeit gearbeitet haben und mit deutlich weniger als 1000 Euro netto nach Hause gehen werden, vor allem in Ostdeutschland und dort, wo wenig verdient wurde", sagt er im SPIEGEL. "Da laufen uns die Leute in Scharen davon."

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insgesamt 80 Beiträge
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Seite 1
thomasconrad 10.11.2018
1. Mittelfristig
werden sie sich vor zornigen Alten kaum retten können... Also gut erkannt...
dasfred 10.11.2018
2. Altersweise würde ich sagen
Gabriel merkt schon im Ansatz, dass er einen Vorschlag präsentiert, der so nicht umzusetzen ist. Jeder Cent, den ein Rentner mehr bekommen würde, fehlt bei der Umverteilung von unten nach oben. Und das Oben spendiert nicht für die CDU, damit sie hinterher nicht mehr ganz so viel haben. Man hat schließlich festgestellt, dass die Rentner auch mit weniger Geld nicht verhungern. Die SPD wird kaum mehr als den Sozialhilfesatz aushandeln können, und auch nur, um die Kommunen zu entlasten, die bisher die Differenz zur Mini-Rente aufstocken.
Das Pferd 10.11.2018
3.
und was ist mit den Kleinselbststädigen? Alle diese steuer- oder gebührenfinanzierten Geschenke bedeuten für die höhere Steuern, mehr Büroratie, höhere Arbeitgeberanteile. Und schränken damit die Möglichkeiten zum Aufbau einer eigenen Alterssicherung ein.
Objectives 10.11.2018
4. Sigmar Gabriel
Man liest und hört von Gabriel jetzt mehr als seinen Zeiten als SPD Chef. Schon merkwürdig, ist ihm so langweilig?
iasi 10.11.2018
5. Mindestrente ist auch nur Flickschusterei
Es braucht einen kompletten Umbau des Systems. Die Rentenkassen werden in Zukunft sowieso mehr und mehr durch Steuermittel aufgestockt werden müssen, also warum nicht einen Schnitt machen und alles aus Steuermittel finanzieren. Auch muss man daran denken, die Steuereinnahmen nicht zu einem solch großen Teil aus den Arbeitseinkommen zu ziehen. Ein steuerfinanziertes und bedingungsloses Grundeinkommen für alle, wäre eine Lösung. Der Staat müsste dann aber auch seine Steuergesetzgebung reformieren - weg von der Besteuerung von Arbeit, hin zur Besteuerung von Produktion und Kapital. Immer weniger Arbeitende werden schließlich in Zukunft immer mehr Rentner und Kranke finanzieren müssen. Andererseits wird die Produktivität u.a. durch Robotereinsatz immer stärker steigen.
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