Diplomatische Krise Gabriel nennt Yücel "Geisel" der Türkei

Sigmar Gabriel im Angriffsmodus: Der Außenminister wirft der Türkei vor, den Journalisten Deniz Yücel als "Geisel" gefangen zu halten. Recep Tayyip Erdogan solle man weniger Beachtung schenken.

Außenminister Sigmar Gabriel (SPD)
DPA

Außenminister Sigmar Gabriel (SPD)


Sigmar Gabriel bezeichnet den in Istanbul inhaftierten "Welt"-Korrespondenten Deniz Yücel als "Geisel" der Türkei. Der deutsch-türkische Journalist sei noch in Haft, weil "die Türkei, nach meiner Einschätzung, ihn als Geisel in Gefangenschaft hält", sagte der Außenminister "Buzzfeed News Deutschland".

Die Bundesregierung habe aber nur "diplomatische und wirtschaftliche Mittel", um auf seine Freilassung zu dringen, fügte der SPD-Politiker hinzu. Schließlich könne sie "nicht in der Türkei einmarschieren".

Yücel war im Februar unter dem Vorwurf der Terrorpropaganda und Volksverhetzung in Haft genommen worden. Die Bundesregierung betrachtet seine Inhaftierung als ungerechtfertigt und dringt in Ankara auf seine Freilassung. Außer Yücel sitzt auch die deutsche Journalistin Mesale Tolu in Haft, zudem wurde Anfang Juli der Berliner Menschenrechtsaktivist Peter Steudtner in Istanbul festgenommen.

Gabriel sprach sich gegenüber "Buzzfeed News Deutschland" dafür aus, Präsident Recep Tayyip Erdogan künftig weniger Beachtung zu schenken. "Wir haben lange versucht, mit ihm vernünftig umzugehen. Manchmal ist vielleicht ganz gut, ihm auch weniger Beachtung zu geben", sagte er. Die deutsch-türkischen Beziehungen sind seit Monaten wegen einer ganzen Reihe von Konfliktpunkten stark angespannt.

Gabriel kündigte nach Steudtners Festnahme eine "Neuausrichtung" der deutschen Türkei-Politik an. Er stellte die staatlichen Exportgarantien in Frage. Das Auswärtige Amt rät allen Deutschen, sich bei Türkei-Reisen bei dem örtlichen Konsulat registrieren zu lassen.

dop/AFP



insgesamt 7 Beiträge
Alle Kommentare öffnen
Seite 1
gehirngebrauch 17.08.2017
1. auch gabriel
sollte sich mal verinnerlichen, dass yücel als "doppelpässler" in der türkei eben auch türke ist und nach türkischen gesetzen zu leben hat. warum haben denn gabriel nicht schon vor vielen jahren die türkischen gesetze gestört ? jetzt als außenminister sollte man sich anderen ländern gegenüber ein bißchen sachlicher äußern, denn gewinn bringt das poltern bestimmt nicht.
Teile1977 17.08.2017
2. Verbrechen?
Zitat von gehirngebrauchsollte sich mal verinnerlichen, dass yücel als "doppelpässler" in der türkei eben auch türke ist und nach türkischen gesetzen zu leben hat. warum haben denn gabriel nicht schon vor vielen jahren die türkischen gesetze gestört ? jetzt als außenminister sollte man sich anderen ländern gegenüber ein bißchen sachlicher äußern, denn gewinn bringt das poltern bestimmt nicht.
Und welches Verbrechen wirft man ihm so ganz konkret vor? Die Meinung des Präsidenten gilt übrigens nicht als Beweis.
gymnosoph 17.08.2017
3. Herr Gabriel hat recht!
Die Türkei ist absolut Undemokratisch. Meinungsfreiheit ist definitiv nicht vorhanden. Und wer sie beansprucht, wird entweder Zensiert oder gleich hinter swedische Gardinen gebracht. Da autokratische Herrscher nichts von bilateralen Beziehungen halten, wird für Verhandlungen Geiseln als Faustpfand genommen. Entspricht nun dieses Kommentar von mir, der Leitkultur angepasst? Wenn nicht, senden Sie mir bitte eine Broschüre mit Richtlinien für Meinungsfreiheit von Spon.
gehirngebrauch 18.08.2017
4. was man
yücel vorwirft ist das eine, dass man ihn aber laut gesetz bis zu 5 jahren in untersuchungshaft stecken kann was ganz anderes. gesetz ist gesetz, auch wenn es deutschen abgeordneten nicht passt. warum eigentlich nicht dauerhaft guantanamo kritisieren ? fehlt da der mumm bei deutschen politikern ? die erwähnung vom "einmaschieren" ist lächerlich und unsinnig. weder sind kapazitäten noch truppen dafür vorhanden, außerdem würde die nato einem solchen scherzkeks ganz schnell die beine ausreißen.
freiheitdersim 18.08.2017
5. Türkei war nie demokratisch
Türkei war nie demokratisch,der Militäputsch von 1980 unter Kenan Evren der ein kemalist also ein Pyseudo Demokrat war,hat damals über 650 Tausend in Haft gesteckt und über 1.5 Millionen Menschen wurden angeklagt,171 wurden durch Folter umgebracht. Ob es die CHP oder AKP ist,keiner von denen ist wirklich demokratisch,wenn es um die Kurdenfrage geht werden sie alle zu Ultranationalisten. Die EU sollte Sanktionen gegen die Türkei verhängen,nichts kaufen nichts investieren und nicht mehr dort Urlaub machen,dann wird die Türkei ganz schnell Demokratisch. Aber was macht der Deutsche Staat er schickt Waffen oder überlegt es sich es noch,Natopartner hin oder her,wenn es dort keine Menschenrechte gibt darf sich die EU nicht mitschuldig machen punkt. Die EU braucht keine Türkei sondern umgekehrt,Flüchtlinsgfrage ist auch nicht schwer zu lösen,mehr Zäune mehr Wachpersonal wie es die Spanier vorgemacht haben,und schon ist die Route dich,aber besser ist es diesen armen Ländern die eigentlich keine sind,aber arm sind weil sie von den Indutsriellen Ländern ausgebeutet werden,arm gemacht werden,vor ort arbeitsplätze schaffen,kein Mensch möchte seine Heimat verlassen wenn es ihm gut geht. Deutschland sollte auf Türkei mehr Druck ausüben,aber nicht scheinheilig spielen,Waffen lieferen in solchen Ländern geht nicht. Die Kurden werden seit über 1000 jahren unterdrückt,ein Mensch ist kein Terrorist nur weil er um seine Grundrechte Menschenrechte kämpft.Ganz zu schweigen von der Lausanne Vertrag die Atatürk unterschrieben hat und die Kurden hintergangen hat,ohne die Kurden hätte es keine Türkei gegeben,aber da haben die Engländer und Franzosen mitschuld,wie auch in Libanon,Syrien,einfach mal Zirkel Bleistift in die Hand genommen und Landkarten gezogen und eine Zigarre geraucht,nicht wundern wenn es dann in diesen Ländern heute noch zu Konflikten kommt und Menschen aus diesen Grund in die EU um Asyl bitten. ,alles Lug und Betrug,es geht nur um Profit nichts anders. Freiheit für alle Menschen und unterdrückten und der Moderenen Sklaverei Schönen Tag noch
Alle Kommentare öffnen
Seite 1

© SPIEGEL ONLINE 2017
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.