Alice Schwarzer über Nordafrikaner in Köln "Entwurzelte, brutalisierte, islamisierte Männer"

Warum trafen an Silvester Hunderte Männer gleichzeitig am Kölner Hauptbahnhof ein? Die Ermittlungen laufen, Alice Schwarzer hat schon jetzt eine Antwort: Die Nordafrikaner hätten sexuelle Übergriffe geplant.

Alice Schwarzer
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Hunderte Männer hielt die Polizei in der Silvesternacht am Kölner Hauptbahnhof fest - und sorgte damit für einen der ersten großen innenpolitischen Aufreger des Jahres. Denn bei der Gruppe handelte es sich offenbar um Nordafrikaner - von den Ermittlern auf Twitter "Nafris" genannt, die interne Abkürzung für "nordafrikanische Intensivtäter". Die Folge: Kritiker bescheinigten den Sicherheitskräften Rassismus.

Eine Frage ging in der heftig geführten Debatte bislang unter: Warum kamen überhaupt so viele Männer gleichzeitig am Hauptbahnhof an?

Eine Arbeitsgruppe der Polizei soll das nun klären. Sie soll prüfen, ob sich die Afrikaner verabredet haben - und ob es Verbindungen zu den Vorfällen von vor einem Jahr gibt. Damals war es an Silvester in Köln zu zahlreichen sexuellen Übergriffen auf Frauen und zu massenhaften Diebstählen gekommen.

Eine Frau will aber bereits jetzt wissen, was die vorübergehend festgehaltenen Männer im Schilde geführt haben: "Dieselbe Sorte Mann wie vor einem Jahr legte es darauf an, in Köln auf ihre Art zu 'feiern'", sagte Frauenrechtlerin Alice Schwarzer der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung". Hätte die Polizei nicht reagiert, "wären wieder Hunderte Frauen mit sexueller Gewalt aus dem öffentlichen Raum verjagt und die 'hilflosen' Männer an ihrer Seite wären wieder gedemütigt worden".

Bei den Verdächtigen handele es sich um "entwurzelte, brutalisierte und islamisierte junge Männer vorwiegend aus Algerien und Marokko". Dass sie trotz des zu erwartenden Polizeiaufgebots angereist waren, sei laut Schwarzer "eine Machtprobe" gegenüber dem Staat gewesen.

Dobrindt spricht demonstrativ von "Nafris"

Bereits nach den Übergriffen im vergangenen Jahr hatte sich Schwarzer deutlich geäußert - und damit selbst Kritik geerntet. Die Täter nannte sie "fanatisierte Anhänger des Scharia-Islam", die den deutschen Staat gedemütigt hätten. Einigen Linken warf sie falsche Toleranz vor, Islamverbänden Rückwärtsgewandtheit.

In der Rassismusdebatte meldete sich nun auch Verkehrsminister Alexander Dobrindt (CSU) zu Wort. Gegenüber der "Passauer Neuen Presse" nutzte er demonstrativ das umstrittene Wort "Nafri". "Die Menschen wollen klare Antworten auf die Frage, wie der Staat bestmöglich für ihre Sicherheit sorgt und sie zum Beispiel vor Nafris schützt", sagte Dobrindt.

Der Kölner Polizeipräsident Jürgen Mathies hatte die Verwendung des Begriffs nach der Silvesternacht bedauert. Auch das Bundesinnenministerium distanzierte sich davon.

kev/dpa

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