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Simulation: Berlin droht bei mehrtägigem Stromausfall Chaos

Plünderungen, Ausschreitungen, keine Informationen für Betroffene: Ein mehrtägiger Stromausfall in Berlin hätte drastische Folgen. Zu diesem Ergebnis kommt nach SPIEGEL-Informationen eine aktuelle Studie.

Dunkelheit am Brandenburger Tor: Berlin auf längeren Stromausfall kaum vorbereitet Zur Großansicht
DPA

Dunkelheit am Brandenburger Tor: Berlin auf längeren Stromausfall kaum vorbereitet

Berlin - Forscher der Berliner Hochschule für Wirtschaft und Recht (HWR) haben im Auftrag des Bundesforschungsministeriums einen mehrtägigen Stromausfall in Berlin simuliert. Die Untersuchung entwirft ein bedrohliches Szenario: Demnach droht der Hauptstadt Chaos, sollte sie mehrere Tage ohne Elektrizität auskommen müssen. Bei einem Stromausfall wie im Winter 2005 im Münsterland oder am 13. Juli in Hannover bliebe die Berliner Bevölkerung größtenteils ohne Information.

Zwar funktioniert die Absprache in der Leitungsebene des Katastrophenmanagements, es gibt jedoch keine Strategie, wie die Bewohner der Hauptstadt erfahren, wo sie Hilfe bekommen. "Das Krisenmanagement von unten ist unterentwickelt", resümiert Birgitta Sticher, Projektleiterin an der HWR.

Das größte Risiko sind laut der Studie die Problembezirke der Hauptstadt: Deren Einwohner fühlten sich ohnehin schon benachteiligt. Wenn sie dann noch das Gefühl hätten, im Katastrophenfall nicht beachtet zu werden, würden sie schnell "sehr, sehr wütend". Plünderungen und Ausschreitungen wären die Folge.

Hinzu kämen massive Infrastrukturschwierigkeiten. So reicht der Kraftstoff für die Notstromgeneratoren "überlebenswichtiger Einrichtungen" wie Polizei, Feuerwehr und Krankenhäusern für maximal 24 Stunden; Wasserwerke könnten nur zwölf Stunden laufen. Auftanken wird jedoch zum Problem: In ganz Berlin gibt es nur zwei Tankstellen mit eigener Notstromversorgung. Auf Grundlage der Studie sollen jetzt neue Sicherheitssysteme entwickelt und feste Informationspunkte in den Bezirken eingerichtet werden.

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