Skinhead-Vergleich: Trittins laue Entschuldigung

Umweltminister Trittin hat seinen Vergleich von CDU-Generalsekretär Laurenz Meyer mit einem Skinhead relativiert. Er habe Meyer nicht persönlich verletzen wollen. Trittin hält aber im Kern an seiner Aussage fest.

Jürgen Trittin: Union kritisiert verbale "Entgleisung"
AP

Jürgen Trittin: Union kritisiert verbale "Entgleisung"

Berlin - "Einige Passagen in meinem Interview mit dem WDR sind in meiner Formulierung von Ihnen als persönlich verletzend empfunden worden. Dies lag nicht in meiner Absicht", schrieb Trittin in einem am Dienstagabend veröffentlichten Brief an Meyer. Zugleich hielt Trittin aber in der Sache an seiner Kritik fest. Es seien "die deutschtümelnden Töne von Ihnen und Ihrer Partei, die bei mir immer wieder Unverständnis und Empörung auslösen".

Trittin hatte im WDR zu Meyers Kritik am Beschluss des Grünen-Parteitags, das Asylrecht in seiner Form von vor 1993 wiederherzustellen, gesagt: "Laurenz Meyer hat die Mentalität eines Skinheads und nicht nur das Aussehen." Außerdem hatte Trittin Meyer vorgeworfen, dieser habe bekundet, dass er stolz darauf sei, ein Deutscher zu sein. "Das ist so die Flachheit, der geistige Tiefflug, der jeden rassistischen Schläger in dieser Republik auszeichnet", zitierte der WDR den Umweltminister.

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Jürgen Trittins Meyer-Schelte

Minister Trittin attestierte in einem Interview dem Unions-General Laurenz Meyer Skinhead-Mentalität sowie "geistige Flachheit" ebensolcher Personen. Starke Worte - ist eine Entschuldigung fällig?

Trittin hatte die Äußerungen im Zusammenhang mit dem Asylbeschluss auf dem Grünen-Parteitag und der Kritik daran geäußert. Führende Unionspolitiker hatten eine Entschuldigung Trittins gefordert. Kanzler Gerhard Schröder müsse sich von dieser "ungeheuerlichen Aussage" distanzieren, sagte der Parlamentarische Geschäftsführer der Unionsfraktion, Hans-Peter Repnik.

Merz: Unflätiger Angriff

Unions-Fraktionschef Friedrich Merz verurteilte den Angriff auf den Generalsekretär seiner Partei als "schlimme Entgleistung". Er forderte Schröder in der "Neuen Osnabrücker Zeitung" auf, Trittin wegen dieses "unflätigen Angriffs" zur Ordnung zu rufen. "Das ist eine schlimme Entgleisung, die so nicht hingenommen werden darf", betonte Merz.

CSU-Landesgruppenchef Michael Glos sagte, Trittin bewege sich "auf der gleichen geschmacklosen Ebene" wie Bundestagspräsident Wolfgang Thierse (SPD), der es für nicht ausgeschlossen gehalten habe, dass ein heutiger Skinhead in 20 Jahren Minister sein könne.

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