Ortsbesuch SPD-Abgeordneter mit Besuchergruppe in Chemnitz von Rechtsradikalen überfallen

Der SPD-Politiker Sören Bartol hat eine Besuchergruppe aus Marburg nach Chemnitz eingeladen. Rechte sollen seine Begleiter überfallen und körperlich attackiert haben. Auch Journalisten wurden mehrfach attackiert.

Teilnehmer der Demonstration von AfD und Pegida und Pro Chemnitz
DPA

Teilnehmer der Demonstration von AfD und Pegida und Pro Chemnitz


Eine Besuchergruppe um den SPD-Bundestagsabgeordneten Sören Bartol ist in Chemnitz nach eigenen Angaben von Rechtsradikalen überfallen worden. "Meine Gruppe aus Marburg wurde gerade auf dem Weg zum Bus von Nazis überfallen", schrieb der hessische SPD-Politiker im Kurzbotschaftendienst Twitter. Alle SPD-Fahnen seien "zerstört" worden, einige seiner Begleiter seien "sogar körperlich angegriffen" worden, berichtete Bartol.

Er fügte hinzu: "Ich bin entsetzt" und "Was ein Schock". Die Polizei sei "schnell" da gewesen und habe "einen guten Job gemacht". Seine Gruppe sei dann von der Polizei bis zum Bus begleitet worden.

Zudem gab es mehrere Übergriffe gegenüber Journalisten. Ein Reporter von "T-Online" wurde von Rechten geschubst und das Mikrofon aus der Hand geschlagen, ebenso einer Journalistin von "Buzzfeed".

Ein anderer Journalist wurde körperlich angegriffen und aus dem Demonstrationszug vertrieben.

Ein MDR-Team berichtet von einem Mann, der sie angegriffen hat.

Nach dem offiziellen Ende der Rechten-Kundgebung mit mehreren Tausend Teilnehmern kam es am Abend zu Rangeleien "zwischen Kleingruppen von Störern beider politischen Lager", wie die Polizei auf Twitter mitteilte. Es seien Kräfte der Bundespolizei dort zum Einsatz gekommen, auch Wasserwerfer seien hinzugezogen worden.

Polizei ist ganze Nacht unterwegs

Der Großteil der Kundgebungsteilnehmer reise aber friedlich ab. Kurz nach 22 Uhr fügte die Polizei hinzu, dass nun einige der Sicherheitskräfte aus dem Einsatz entlassen würden. Die Polizei sei aber die ganze Nacht über mit Streifen in Chemnitz unterwegs.

An dem sogenannten Schweigemarsch, dem sich auch die fremdenfeindliche Pegida-Bewegung und Teilnehmer einer Demonstration der rechten Bewegung Pro Chemnitz anschlossen, beteiligten sich nach vorläufigen Angaben der Stadt rund 4500 Menschen. Zugleich hatten in der Stadt mehrere Tausend Menschen unter dem Motto "Herz statt Hetze" gegen Fremdenfeindlichkeit demonstriert.

tin/AFP



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