Somalia: Kampfschwimmer der Bundeswehr sollen Piratenschiffe lahmlegen

Angriff unter Wasser: Im Kampf gegen die Piraten am Horn von Afrika greift die Bundeswehr zu neuen Mitteln. Das Bundesverteidigungsministerium bestätigte den Einsatz von Kampfschwimmern. Sie sollen die Motoren der Piraten-Versorgerschiffe zerstören.

Die "Berlin" im Marinehafen von Wilhelmshaven (Archivbild): Basis für Kampfschwimmer Zur Großansicht
dapd

Die "Berlin" im Marinehafen von Wilhelmshaven (Archivbild): Basis für Kampfschwimmer

Hamburg - 550 Soldaten der Bundeswehr sind bereits am Anti-Piraten-Einsatz vor Somalia beteiligt, darunter auch die Kampfschwimmer einer Eliteeinheit. Die Spezialisten sind nach Angaben des Verteidigungsministeriums bereits an Bord des Einsatzgruppenversorgers "Berlin", der im Rahmen der EU-Mission vor der Küste Somalias operiert. Ein Ministeriumssprecher bestätigte einen entsprechenden Bericht der "Bild am Sonntag". Die Elitesoldaten der Marine könnten beim Entern von Piratenschiffen oder gekaperten Booten eingesetzt werden.

Vorgesehen ist nach Informationen der "Bild am Sonntag", dass die Soldaten der Deutschen Marine per Hubschrauber und Schlauchboot in der Nähe der Piraten abgesetzt werden. Von dort sollen sie sich ihnen unbemerkt nähern und die Motoren der Piraten-Mutterschiffe außer Gefecht setzen. Ohne diese Versorger könnten auch die wendigen Schnellboote der Seeräuber nicht mehr operieren.

Um sich schnell fortbewegen zu können, stünden den Soldaten sogenannte "Unterwasser-Scooter" zur Verfügung. Diese sollen dem Bericht zufolge an den Einsatzgruppenversorger "Berlin" geliefert werden, der im Rahmen der EU-Anti-Piraten-Mission "Atalanta" vor der Küste Somalias im Einsatz ist. Die Kampfschwimmer seien bereits an Bord.

Erst im Dezember hatte der Bundestag das Mandat der Bundeswehr innerhalb der EU-geführten Anti-Piraten-Mission "Atalanta" um ein Jahr verlängert.

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1. Angriffskrieg
gugugy 04.03.2012
Zitat von sysopAngriff unter Wasser: Im Kampf gegen die Piraten am Horn von Afrika greift die Bundeswehr zu neuen Mitteln. Das Bundesverteidigungsministerium bestätigte den Einsatz von Kampfschwimmern. Sie sollen die Motoren der Piraten-Versorgerschiffe zerstören. Somalia: Kampfschwimmer der Bundeswehr sollen Piratenschiffe lahmlegen - SPIEGEL ONLINE - Nachrichten - Politik (http://www.spiegel.de/politik/deutschland/0,1518,819182,00.html)
Gibt es für diesen Angriffskrieg ein Mandat? Habe ich was verpasst?
2. Das Hauptproblem
n+1 04.03.2012
Zitat von sysopAngriff unter Wasser: Im Kampf gegen die Piraten am Horn von Afrika greift die Bundeswehr zu neuen Mitteln. Das Bundesverteidigungsministerium bestätigte den Einsatz von Kampfschwimmern. Sie sollen die Motoren der Piraten-Versorgerschiffe zerstören. Somalia: Kampfschwimmer der Bundeswehr sollen Piratenschiffe lahmlegen - SPIEGEL ONLINE - Nachrichten - Politik (http://www.spiegel.de/politik/deutschland/0,1518,819182,00.html)
ist kein militärisches. Sondern die Dummheit der hiesigen Juristen. Die Piraten in Somalia sind kein Fall für die Polizei, sie üben dort die Staatsgewalt aus und sind militärische Gegner. Mit dem Status von irregulären Kombattanten. Und da gibt es nur eine sinnvolle Vorgehensweise: Feuer frei.
3. Hört sich ja erstmal gut an ..
markus-f 04.03.2012
Zitat von sysopAngriff unter Wasser: Im Kampf gegen die Piraten am Horn von Afrika greift die Bundeswehr zu neuen Mitteln. Das Bundesverteidigungsministerium bestätigte den Einsatz von Kampfschwimmern. Sie sollen die Motoren der Piraten-Versorgerschiffe zerstören. Somalia: Kampfschwimmer der Bundeswehr sollen Piratenschiffe lahmlegen - SPIEGEL ONLINE - Nachrichten - Politik (http://www.spiegel.de/politik/deutschland/0,1518,819182,00.html)
Die Frage ist nur: wie ist das logistisch zu bewältigen, legt man zu Grunde, daß das Gros dieser Piratenversorger heute näher an den Küsten Omans oder Indiens operiert - jenseits der Reichweite von Schiffen/Hubschraubern mit Position Ostküste Afrika/GOA. Mit der EGV "Berlin" als einzigem Stütspunkt solcher Spezialkräfte wäre ein solcher Einsatz gerade mal symbolisch. Aber das BMVg muß uns ja nicht alles verraten haben, let's see ...
4. Überfällig
orion4713 04.03.2012
Zitat von sysopAngriff unter Wasser: Im Kampf gegen die Piraten am Horn von Afrika greift die Bundeswehr zu neuen Mitteln. Das Bundesverteidigungsministerium bestätigte den Einsatz von Kampfschwimmern. Sie sollen die Motoren der Piraten-Versorgerschiffe zerstören. Somalia: Kampfschwimmer der Bundeswehr sollen Piratenschiffe lahmlegen - SPIEGEL ONLINE - Nachrichten - Politik (http://www.spiegel.de/politik/deutschland/0,1518,819182,00.html)
Damit werden die Kampfschwimmer endlich einmal entsprechend ihrer Ausbildung eingesetzt. Diese Dududu-Taktik gegenüber den Piraten ist entsetzlich, gefangen nehmen und in Hamburg vor Gericht stellen ist keine Lösung.
5.
jujo 04.03.2012
Zitat von sysopAngriff unter Wasser: Im Kampf gegen die Piraten am Horn von Afrika greift die Bundeswehr zu neuen Mitteln. Das Bundesverteidigungsministerium bestätigte den Einsatz von Kampfschwimmern. Sie sollen die Motoren der Piraten-Versorgerschiffe zerstören. Somalia: Kampfschwimmer der Bundeswehr sollen Piratenschiffe lahmlegen - SPIEGEL ONLINE - Nachrichten - Politik (http://www.spiegel.de/politik/deutschland/0,1518,819182,00.html)
Wenn man weiss wo die Versorger oder Basisschiffe der Piraten sind, dann wundert es mich sehr, das man nicht schon längst etwas unternommen hat. Angeblich konnte man die nie orten wegen der Grösse des zu überwachenden Gebietes, das konnte ich noch nie nachvollziehen! Da muss es ein Mandat geben diese Schiffe aufzubringen und zu überprüfen. Nicht jeder Fischer oder Versorger im Indic ist ein Piratenschiff aber die Anzahl der in Frage kommenden Schiffe dort ist überschaubar. Kampfschwimmer!? Ich glaube es nicht!!!
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Moderne Piraten - Gefahr am Horn von Afrika
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Maschinengewehre statt Enterhaken
Fernab aller Seeräuberromantik ist die moderne Piraterie eine Form der organisierten Kriminalität. Nach dem Seerechtsübereinkommen von 1982 gelten als Piraterie räuberische oder erpresserische Überfälle auf Schiffe auf hoher See. Angriffe innerhalb nationaler Hoheitsgewässer werden als Strandpiraterie bezeichnet.

Am gefährlichsten sind die Gewässer vor Afrika. Somalia, Nigeria und Tansania sind Schwerpunkte der Angriffe. Vor der Küste Somalias operieren Piraten oft von Mutterschiffen aus, von denen sie auf pfeilschnellen Booten mit Maschinenpistolen und Panzerfäusten bewaffnet zu Raubzügen aufbrechen. Die gekaperten Schiffe werden dann vor die Küste gebracht.
Piratennest Puntland
Puntland ist eine Region am Horn von Afrika, rund 212.000 Quadratkilometern groß, 2,4 Millionen Einwohner. Vor zehn Jahren erklärte sich der trockene Landstrich zum autonomen Teilstaat von Somalia. Tonangebend sind die Stammesstrukturen der Darod, die dort ihr Hauptsiedlungsgebiet haben. Zwei Drittel der Menschen hier sind Nomaden, nahezu alle sunnitische Muslime. Einst lebten sie vom Fischfang vor der 1300 Kilometer langen Küste am Indischen Ozean sowie der Zucht von Kamelen, Schafen und Ziegen.

Gemessen an somalischen Verhältnissen galt die Region bisher als stabil, nach Selbstmordanschlägen auf Regierungsgebäude im Oktober wird aber befürchtet, islamistische Terroristen könnten auch im Puntland Fuß fassen. Inzwischen herrscht auch hier weitgehende Gesetzlosigkeit. Kriminelle Banden verdienten viel Geld mit dem Schmuggel von Flüchtlingen aus Somalia und Äthiopien auf die arabische Halbinsel. Dazu kommen Piratenüberfälle. Die Machthaber von Puntland wurden wiederholt beschuldigt, die Piraten zu unterstützen und einen Teil des Lösegeldes für Schiffe und Besatzungsmitglieder selbst zu kassieren.
Stützpunkte
Das berüchtigtste Piratennest ist Eyl. Gegenwärtig haben Piraten laut Amnesty International nahe der Küstenstadt mehr als 130 Menschen als Geiseln genommen. Insgesamt befinden sich in der Region noch knapp 250 Seeleute und Dutzende Schiffe in der Gewalt der Piraten. Verhandlungen über Lösegeld laufen vielfach.
Lukratives Geschäft
Piraterie in somalischen Gewässern hat sich in den vergangenen Jahren zu einem lukrativen Geschäftszweig ausgeweitet: Erfolgreiche Entführungen bringen nach Schätzungen des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung Lösegelder in Höhe von einer bis fünf Millionen US-Dollar. Der fast 20 Jahren tobende Bürgerkrieg und die damit einhergehende Verarmung und Militarisierung Somalias haben den Angriffen den Nährboden bereitet.
Zunehmende Entführungen
Somalischen Piraten gelingt es immer häufiger, Schiffe in ihre Gewalt zu bringen. Einem Anfang November veröffentlichten Uno-Bericht zufolge wurden trotz des Einsatzes der internationalen Flotte vor der Küste Somalias in den ersten neun Monaten 2011 37 Schiffe gekapert - im Vorjahreszeitraum waren es noch 33.

Es sei "erschreckend", dass die Piraten mittlerweile 438 Besatzungsmitglieder und Passagiere sowie 20 Schiffe in ihrer Gewalt hätten, sagte der Uno-Untergeneralsekretär B. Lynn Pascoe. Es müsse mehr getan werden, um die Ursachen von Raubüberfälle und Entführungen zu beseitigen.

Doch noch ist von einer Lösung keine Spur, im Gegenteil: Die Angriffe werden brutaler. Am 7. November 2011 erschossen somalische Piraten einen Mann, der die von ihnen gekaperte Yacht nicht verlassen wollte. Die anderen Geiseln - darunter eine Frau und ein Junge - wurden Augenzeugen zufolge an Land gebracht. Bislang kam die Tötung von Geiseln selten vor.
Folgen für Reedereien
Die zunehmenden Angriffe haben die Einfahrt ins Rote Meer bereits so unsicher gemacht, dass erste Reedereien Schiffe nicht mehr von dort durch den Suez-Kanal, sondern auf die weit längere Route um das Kap der Guten Hoffnung schicken. So sollen extrem hohe Versicherungsprämien wegen des Piraten-Risikos oder Kosten für eigene Sicherheitsmannschaften an Bord vermieden werden.

Britische Reedereien und Versicherer haben die Idee einer Privatarmee erneut in die öffentliche Diskussion gebracht.
Anti-Piraten-Missionen
Internationale Streitkräfte versuchen im Rahmen der NATO-Mission "Ocean Shield" und der EU-Mission "Atalanta", die Piraterie zu bekämpfen. Doch während die Kriegsschiffe im besonders gefährdeten Golf von Aden zwischen Somalia und Jemen patrouillieren, haben die Seeräuber ihren Aktionsradius zunehmend auf den Indischen Ozean verlagert. Manchmal gelingen allerdings auch Erfolge: Im April 2010 konnte die niederländische Fregatte "Tromp" den deutschen Frachter "Taipan" aus der Hand von Piraten befreien.