Sonntagsfrage: Erfolg in Niedersachsen beflügelt SPD

Wahlsieger Stephan Weil (SPD): Hauchdünner Sieg bringt SPD im Bund zwei Prozentpunkte Zur Großansicht
dapd

Wahlsieger Stephan Weil (SPD): Hauchdünner Sieg bringt SPD im Bund zwei Prozentpunkte

Die Sozialdemokraten legen zu, die Union verliert. Nach dem Urnengang in Niedersachsen gewinnt die SPD in der Sonntagsfrage zwei Prozentpunkte hinzu. Niedersachsens scheidender CDU-Ministerpräsident McAllister hadert immer noch mit der Schlappe.

Berlin/Hannover - Nach dem rot-grünen Wahlsieg in Niedersachsen hat die SPD nun auch Rückenwind im Bund. Im Sonntagstrend des Meinungsforschungsinstituts Emnid, legen die Sozialdemokraten zwei Prozentpunkte zu auf 27 Prozent. Die Union hingegen verliert im Vergleich zur Vorwoche zwei Prozentpunkte, bleibt aber mit 41 Prozent deutlich stärkste politische Kraft, berichtet die Zeitung "Bild am Sonntag".

Keine Veränderung gibt es bei den anderen Parteien. Die FDP bleibt mit vier Prozent weiter unter der Fünfprozenthürde. Die Grünen liegen unverändert bei 13, die Linke bei sieben Prozent. Piraten und Sonstige kommen auf jeweils vier Prozent. Emnid befragte 1868 Personen vom 17. bis zum 23. Januar, also drei Tage vor und drei Tage nach der Landtagswahl am 20. Januar, die Rot-Grün mit hauchdünnem Vorsprung für sich entscheiden konnte.

Unterdessen hat Wahlverlierer David McAllister (CDU), 42, angekündigt, vorerst nicht in die Bundespolitik wechseln zu wollen. "Alle, die es gut mit mir meinen, raten mir, es jetzt erst mal ein paar Monate ruhiger angehen zu lassen", sagte der scheidende niedersächsische Ministerpräsident der "Welt am Sonntag". An diesen Rat werde er sich halten.

McAllister findet Trost bei der Familie

McAllister bekräftigte noch einmal, dass er nicht in das Amt des Fraktionschefs im niedersächsischen Landtag wechseln werde. Er bleibe zwar CDU-Landesvorsitzender, seine Partei werde sich aber personell breiter aufstellen und nicht alle Ämter auf ihn konzentrieren.

Am Montag nach der Wahlschlappe, bei der die CDU massiv Wähler an den Überraschungssieger FDP abgegeben hatte (9,9 Prozent - alle Ergebnisse hier), war McAllister in der CDU-Präsidiumssitzung tief betrübt. Auch eine Woche danach hat der Spitzenpolitiker die knappe Niederlage offenbar noch nicht verdaut. Wenn er an die 334 Stimmen denke, die im Wahlkreis Hildesheim für einen Wahlsieg gefehlt haben, könnte er "die Wände hoch laufen", sagte McAllister der "Welt am Sonntag".

Trost habe er bei der Familie gefunden. Der Familienrat habe getagt und beschlossen, ihn zu Hause wieder als vollwertiges Familienmitglied aufzunehmen. Allerdings hätten ihm seine Frau und die beiden Töchter Bedingungen gestellt: "Handy aus am Essenstisch, keine Zeitungslektüre beim Frühstück, auch keine E-Mails". Daran wolle er sich halten.

cht/Reuters/dpa

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insgesamt 150 Beiträge
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1. Zu viel
rentner69 27.01.2013
4% zu viel für die Piraten: Die Hälfte tät es auch.
2. Die Sozialdemokraten
kdshp 27.01.2013
Zitat von sysopdapdDie Sozialdemokraten legen zu, die Union verliert. Nach dem Urnengang in Niedersachsen gewinnt die SPD in der Sonntagsfrage zwei Prozentpunkte hinzu. Niedersachsens scheidender CDU-Ministerpräsident McAllister hadert immer noch mit der Schlappe. http://www.spiegel.de/politik/deutschland/sonntagsfragen-spd-profitiert-von-wahlsieg-in-niedersachsen-a-879900.html
Wenn die SPD jetzt die richtigen themen zur bundestagswahl bringt könnte ein sieg drin sein. -ordentlichen mindestlohn -reichensteuer -gerechter strompreis -bankenaufsicht verschärfen -einführung der transaktionssteuer -kampf gegen steuerkriminelle -abbau von bürokratie -abbau von sinnlosen politischen ämtern zb. verkleinerung des bundestages
3. Sein erstes Statement am Wahlabend:
hatomune 27.01.2013
Ich bin mir sicher.....! Riesenjubel! Es war markig zelebriert, aber man hat ihm angesehen, dass er sich äußerst unwohl fühlte in seiner schwarzen Haut. Die Körpersprache gegen Ende hat gezeigt, dass Mac noch nicht fit für Berlin ist.
4.
kjartan75 27.01.2013
Schlimm wäre es gewesen, wenn es mit den 334 stimmen es tatsächlich geklappt hätte. Denn dann hätte rotgrün mehr stimmen gehabt als schwarz gelb und das hätte sich dann eben nicht in den Abgeordnetensitzen widergespiegelt. Dann hätten wir so eine Situation wie Bush je. / Gore, wo die Mehrheit der popular votes nicht repräsentativ sich in den Wahlmännern wieder zu finden gewesen wäre. Aber daran denkt McAllister natürlich nicht. Aber verstehen kann man es.
5. entscheident ist,
ziegenzuechter 27.01.2013
das sich die cdu GEGEN die fdp stellt und deren wähler abzieht. wenn fdp und piraten knapp an der 5 % hürde scheitern könnte der cdu schon 45 % zur absoluten mehrheit genügen.
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