Umgang mit Migranten Soziologin fordert Integrationskurse für Deutsche

"Integration ist keine Kuschelveranstaltung": Eine Soziologin aus Karlsruhe beklagt den Umgang der Deutschen mit Einwanderern - und macht einen ungewöhnlichen Vorschlag.

Integrationskurs in Hannover
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Integrationskurs in Hannover


Es ist eine provokante Forderung: Die Karlsruher Soziologin Annette Treibel regt an, Integrationskurse nicht auf Zuwanderer zu beschränken. "Das Motto muss lauten: Integrationskurse für alle", sagte Treibel vor der Fachtagung "Integration - wie geht das? Bildung, Arbeit, Kultur" am Mittwoch in Rostock.

Selbst nach mehreren Jahrzehnten, in denen Deutschland quasi ein Einwanderungsland war, gebe es bei Einheimischen immer noch teils erhebliche Defizite. Zu viele Deutsche würden sich ohne jede Not den aktuellen Veränderungen verschließen.

Einwanderung sei ein wichtiges Element moderner Gesellschaften, betonte die Soziologin. "Integration ist keine Kuschelveranstaltung. Konflikte gehören dazu, aber nicht auf diesem Erregungslevel der letzten Monate."

So würden in Deutschland geborene und aufgewachsene Menschen mit Migrationshintergrund immer noch gefragt, wo sie eigentlich herkommen. "Dass Leute etwa mit dunkler Hautfarbe auch Deutsch mit kräftiger Dialektfärbung sprechen können, ist bei vielen 'alten Deutschen' noch nicht angekommen", kritisierte Treibel. "Da passt die Kategorie Ausländer einfach nicht mehr."

cte/dpa



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