SPD-Abgeordneter auf Facebook "Sie können mich mal. Kreuzweise!"

Kräftige Sprüche auf Facebook: Der SPD-Politiker Edathy beschimpft auf seiner Seite einen Leser, der ihm vorwirft, Bildrechte verletzt zu haben. Der Abgeordnete sieht sich im Recht - und will sich nicht entschuldigen. 

Facebook-Logo: SPD-Mann Edathy stritt sich mit einem Leser
DPA

Facebook-Logo: SPD-Mann Edathy stritt sich mit einem Leser


Berlin - Sebastian Edathy hat sich im Web wenig vorbildlich verhalten. Im Streit mit einem Kommentator auf seiner Facebook-Seite vergriff er sich im Ton. Was war passiert? Ein Besucher der Seite hatte dem SPD-Rechtspolitiker vorgeworfen, Urheberrechte zu verletzen. Bei dem Mann soll es sich laut "journalist online" um einen Bildjournalisten handeln. Er hielt Edathy vor, mehrere Fotos, unter anderem von Kanzlerin Angela Merkel und dem damaligen Gesundheitsminister Philipp Rösler, auf seiner Seite zu zeigen und ironisch zu kommentieren, ohne die Rechte dafür zu besitzen.

Die Unterhaltung ging hin und her. Der Bildjournalist fragte dem Bericht zufolge nach, ob Edathy einen Unterschied sehe zwischen Copyrightverletzungen bei Promotionen und Fotos. Schließlich teilte er dem Politiker mit, dass er dessen Fotodatenbank bei Facebook und den Dialog gesichert habe. Und nicht nur das: Er gab auch an, beides anderen Facebook-Nutzern zur Verfügung gestellt zu haben. Da platzte Edathy offenbar der Kragen und er polterte los: "Dann können Sie gerne Folgendes hinzufügen: 'Sie können mich mal.'" Sein Gegenüber fragte nach. "Ist das Ihr Ernst?" Edathy legte nochmal nach: "Kreuzweise!"

Der Sozialdemokrat wundert sich nun über den Wirbel, zurücknehmen will er aber nichts. Die Zusendung des Lesers sei "rein politisch motiviert" gewesen, verteidigt er sich. "Für eine Entschuldigung sehe ich keinen Grund", sagte er SPIEGEL ONLINE.

Auch rechtlich sieht sich der SPD-Abgeordnete auf der sicheren Seite. Das Verlinken auf Artikel sei nach geltender Rechtslage zulässig. Das fragliche Foto von FDP-Chef Rösler, das Auslöser der Korrespondenz war, sei Teil eines "taz"-Artikels aus dem Jahr 2009 gewesen. "Ich kann insofern nicht erkennen, dass hier eine tatsächliche Rechtsverletzung vorliegt", so Edathy.

Gleichwohl will Edathy nun etwas restriktiver mit dem Verwenden fremder Inhalte umgehen. "Um Irritationen dieser Art vorzubeugen, werde ich künftig allerdings darauf verzichten, Fotos Dritter auf meiner Facebook-Seite zu verwenden", sagte er. Sein Auftreten in einem sozialen Netzwerk diene der Kommunikation "innerhalb eines begrenzten Kreises". Die von dem Bildjournalisten geltend gemachten urheberrechtlichen Maßstäbe würden aus Sicht Edathys dazu führen, "dass ein Drittel aller Facebook-Einträge überhaupt gelöscht werden" müsse.

ler/vme/dpa

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insgesamt 157 Beiträge
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Seite 1
knickebocker 09.09.2011
1. gute Vorlage
Die CDU sollte das genüßlich ausschlachten.
shokaku 09.09.2011
2.
---Zitat von Artikel--- Der Bildjournalist fragte dem Bericht zufolge nach, ob Edathy einen Unterschied sehe zwischen Copyrightverletzungen bei Promotionen und Fotos. ---Zitatende--- Na super. Da tut sich ja für das organisierte Denunziantentum die nächste Spielwiese auf.
R Panning, 09.09.2011
3.
Zitat von sysopDer SPD-Politiker Edathy hat bei einem Dialog auf seiner Facebook-Seite die Beherrschung verloren. Er beschimpfte einen Leser, der ihm vorwarf, Bildrechte verletzt zu haben.*Der Abgeordnete sieht sich im Recht - und will sich nicht entschuldigen.* http://www.spiegel.de/politik/deutschland/0,1518,785466,00.html
Wie plump ist das denn. Hat er leider keinen Dr. den man anzweifeln kann, muß halt mal sowas her :-)
Bloomberg76, 09.09.2011
4. Facebook
Es ist doch normal bei Facebook, dass ein Vorschaubild aus verlinkten artikeln angezeigt wird, wenn man sie postet. Wer das nicht weiss ist offenbar zu dumm um Facebook zu bedienen (oder wie dieser "Journalist") möglicherweise einfach auf politisch motivierten Krawall aus. Und wer auf Krawall aus ist der muss halt auch einstecken können. Insofern begrüße ich die klare Sprache des Politikers.
Indigo76 09.09.2011
5. Titelverweigerer
Ein Drittel der Inhalte von facebook löschen? Die können gerne facebook komplett löschen. Ein Verlust für die westliche Welt wäre es nicht.
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