Fragen zum Super-Wahlsonntag (7) Was ist eigentlich mit der SPD los?

Sigmar Gabriel hofft auf das "Wunder von Mainz" - so richtig rund läuft es aber nicht für die SPD.

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SPD-Chef Sigmar Gabriel, Ministerpräsidentin Malu Dreyer
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SPD-Chef Sigmar Gabriel, Ministerpräsidentin Malu Dreyer


Man muss sich die SPD als eine Partei vorstellen, die selbst nicht genau weiß, wie es ihr geht. Wenn man in Sachsen-Anhalt wirklich hinter der AfD landet, vielleicht sogar in Baden-Württemberg, es wäre eine Katastrophe.

Aber dann ist da ja noch Rheinland-Pfalz: Malu Dreyer könnte am Ende doch als SPD-Ministerpräsidentin bestätigt werden. Das Wunder von Mainz, nach einem Rückstand von elf Prozentpunkten gegenüber der CDU vor wenigen Monaten, würde die betrübten Mitglieder wieder aufrichten - zuvorderst Parteichef Sigmar Gabriel. Und die Genossen können sich immer noch sagen: Keine andere Partei regiert in so vielen Ländern und Großstädten wie die SPD.

Dennoch ist die Partei in einer schwierigen Lage:

  • Im Bund bewegt sich nichts. 25 Prozent bei der Bundestagswahl 2013 war das zweitschlechteste Ergebnis ihrer Geschichte, rund um diesen Wert liegt die Partei auch zweieinhalb Jahre später. In der Großen Koalition hat die SPD ein sozialdemokratisches Projekt nach dem anderen durchgesetzt: Mindestlohn, Rente mit 63, Frauenquote. Bis zu Beginn der Flüchtlingskrise profitierten trotzdem in den Umfragen CDU und CSU und vor allem Kanzlerin Angela Merkel. Als Juniorpartner in einer Koalition hat man es zusätzlich schwer. Das erleben auch die Genossen in Baden-Württemberg und Sachsen-Anhalt.

  • Und Parteichef Gabriel dürfte sich zwar von einem Erfolg in Mainz beflügelt sehen - trotzdem bleibt er umstritten. Bei den eigenen Genossen, aber vor allem in der Bevölkerung.

Was heißt das für die Kanzlerkandidaten-Frage? Gabriel hat den ersten Zugriff. Aber will er überhaupt noch?

Deutlich beliebter in der Bevölkerung ist Außenminister Frank-Walter Steinmeier - aber der ist heilfroh, als oberster Diplomat Deutschlands weitestgehend über dem politischen Alltag zu schweben. Hamburgs Regierungschef Olaf Scholz werden immer wieder Ambitionen in der Partei nachgesagt, aber er bleibt in Deckung, genau wie Arbeitsministerin Andrea Nahles.


Super-Wahlsonntag

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insgesamt 33 Beiträge
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Seite 1
alyeska 10.03.2016
1. AfD ... Die Trump-Partei!
Die AfD zu wählen ist genauso klug wie in den USA Trump zu wählen. Billige und geistfreie Hetze, anstatt klare und demokratische Lösungsvorschläge mit Weitblick.
Crom 10.03.2016
2.
Wenn man die eigenen Projekte umsetzt und immer noch nicht aufhalten, dann liegt es vielleicht an den falschen Projekten. Die Frauenquote schreckt wahrscheinlich mehr ab als sie neue Wähler bringt.
prologo 10.03.2016
3. Die Flüchtlingskrise ist das Ende, denn....
Zitat von alyeskaDie AfD zu wählen ist genauso klug wie in den USA Trump zu wählen. Billige und geistfreie Hetze, anstatt klare und demokratische Lösungsvorschläge mit Weitblick.
....denn die hat das Fass nur zum überlaufen gebracht. Zum überlaufen von 10 Jahren Politik gegen das Volk. Wobei sich die Zahl der Tafeln für verarmte Menschen verfünffacht hat, wie auch die Zahl der Rentner die in den Mülleimern wühlen. All das wurde und wird einfach negiert. Über 12 Millionen Bürger leben an der Armutsgrenze. Aber jetzt wurden einfach so noch eine Million Flüchtlinge einfach diesen verarmten Menschen dazu gestellt. Mit Option, dass es noch eine Million mehr wird. Und es wird von der Regierung nur gesagt, WIR SCHAFFEN DAS ! Aber es wird nicht gesagt wie? Und die unbelehrbare und störrische Merkel hält an den Kurs fest. Das versteht der Normalbürger jetzt schon gar nicht mehr. Deshalb wehrt sich der Normalbürger, nicht der rechtsradikale Bürger, mit der AfD jetzt dagegen. Das ist doch ganz normal! Was soll er denn sonst tun? Was soll also das Gejaule gegen die AfD? Die ist sofort wieder weg, wenn Politik für den Normalbürger gemacht wird, glaubwürdige Politik.
erntehelfer53 10.03.2016
4.
Zitat von alyeskaDie AfD zu wählen ist genauso klug wie in den USA Trump zu wählen. Billige und geistfreie Hetze, anstatt klare und demokratische Lösungsvorschläge mit Weitblick.
Überlassen Sie es doch dem Wähler, was er wählt. Klugscheisserische Hinweise benötigt dieser nicht.
Gudrun3 10.03.2016
5. Die SPD...
Diese Partei hat mit der Agenda 2010 und "Hartz IV", Niedriglohnsektor, Leiharbeit, Suppenküchen, Armut, Nützlichkeitsideologie und Desolidarisierung deutsche Geschichte geschrieben. Man könnte es auch als einen Wählerverrat von "historischem" Ausmaß bezeichnen. Diese scheinsoziale "Volkspartei" wird noch für lange Zeit, wenn nicht noch für Generationen für "Verrat" schlechthin stehen. Selbst als Millionär oder Patriot würde ich dieser Partei niemals mehr eine Stimme geben, und damit stehe ich nicht allein.
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