SPON-Wahltrend SPD bleibt an Union dran

Die SPD sitzt der Union im Nacken, die kleinen Parteien haben es weiter schwer. Hier finden Sie die Ergebnisse der repräsentativen Umfrage von SPIEGEL ONLINE - und können erneut abstimmen.

Kanzlerin Angela Merkel, Herausforderer Martin Schulz
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Kanzlerin Angela Merkel, Herausforderer Martin Schulz

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Die wöchentlichen Zugewinne waren für die SPD fast schon zur Gewohnheit geworden - jetzt geht es für die Sozialdemokraten in der Wählergunst vorerst nicht weiter aufwärts. Das zeigt der SPON-Wahltrend. Allerdings bleibt die Partei in der aktuellen Erhebung stabil auf hohem Niveau, über der 30-Prozent-Marke. Damit hält sie sich nur knapp hinter der Union. Vor allem Grüne und Linke müssen dagegen kämpfen.

Diese und andere Ergebnisse zeigt die wöchentliche Umfrage von SPIEGEL ONLINE und dem Meinungsforschungsinstitut Civey. Im Superwahljahr 2017 befragen wir Sie regelmäßig zu Ihrer Parteipräferenz - in Echtzeit, für jeden Nutzer zugänglich und mit für ganz Deutschland repräsentativen Ergebnissen.

Jede Woche ordnen wir ein, wer vorne liegt, wer verloren hat, und welche möglichen Gründe es dafür gibt. Am Ende des Artikels können Sie die Sonntagsfrage erneut beantworten.

Vergangene Woche wollten wir wissen: Welche Partei würden Sie wählen?

1. So haben Sie abgestimmt

CDU und CSU bleiben stärkste Kraft. Mit 33,6 Prozent der Stimmen hält die Union einen knappen Vorsprung vor den Sozialdemokraten. Die SPD bestätigt ihren Wert der Vorwoche und kommt nahezu unverändert auf 31,2 Prozent.

Der Eindruck bleibt: Der SPD-Höhenflug unter Kanzlerkandidat Martin Schulz scheint auch den kleinen Parteien zu schaden - vor allem den möglichen Koalitionspartnern in einem Mitte-Links-Bündnis. Bei den Grünen setzt sich der Abwärtstrend fort, sie liegen nun bei 6,7 Prozent. Die Linke kommt auf 7,6 Prozent.

Stabil zeigen sich dagegen FDP (7 Prozent) und AfD. Die Rechtspopulisten verbessern sich im Vergleich zur Vorwoche um einen Punkt auf 9,4 Prozent und festigen ihre Position als drittstärkste Kraft.

Im Vergleich zum Jahresanfang hat die AfD allerdings deutliche Einbußen hinnehmen müssen. Im Januar lag sie noch klar über 13 Prozent. Womöglich kosten die Partei nicht nur die Stärke der SPD, sondern auch interne Querelen Wählerstimmen. Die enormen Zuwächse der Sozialdemokraten werden im Langzeitvergleich deutlich: Seit Anfang Januar hat die Partei etwa elf Prozentpunkte zugelegt.

2. Union verliert bei jungen Wählern

CDU und CSU sacken in der Gunst der jungen Wähler weiter ab: In der aktuellen Erhebung würden nur noch knapp 22 Prozent der 18- bis 29-Jährigen für die Union stimmen. In den vergangenen Wochen lagen die Konservativen in dieser Gruppe meist bei knapp unter 30 Prozent.

Besonders deutlich ist der Unterschied zwischen Jung und Alt bei den Grünen. Bei den Jüngsten ist die Partei zweistellig - ihr bester Wert. Bei den über 65-Jährigen würde sie nicht einmal die Fünfprozenthürde schaffen. Für die Partei ist das ein Problem: Die Altersgruppen ab 50 stellen den größten Anteil der Wahlbevölkerung.

3. SPD bleibt in Ballungsgebieten am stärksten

Die Tendenz bleibt: Während die Union und AfD vor allem in Gebieten mit niedriger Bevölkerungsdichte punkten können, erfahren Sozialdemokraten und Grüne in Ballungsgebieten besonders viel Zustimmung. Auffallend konstant sind dagegen die Werte der Linken. Die Partei ist in den Großstädten durchschnittlich genauso stark wie auf dem Land.


Anmerkungen zur Methodik: Der SPON-Wahltrend wurde in Kooperation mit dem Meinungsforschungsinstitut Civey im Zeitraum vom 2.3. bis 6.3.2017 online erhoben. Die Stichprobe umfasste 5006 Befragte, der statistische Fehler lag beim Gesamtergebnis bei 2,5 Prozent. Bei der Befragung nach Altersgruppen und ihrer Parteipräferenz und bei den Angaben mit Bezug auf die Bevölkerungsdichte ist die statistische Fehlertoleranz größer, sehr feine Unterschiede sind in diesen Ergebnissen also nicht aussagekräftig.

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Hier können Sie mitmachen und sich als Teilnehmer registrieren. Den aktuellen Stand sehen Sie sofort, wenn Sie teilgenommen haben. Mehr zur Methodik, und wie aus den Rohdaten repräsentative Ergebnisse gewonnen werden, erfahren Sie weiter unten in diesem Artikel. SPIEGEL ONLINE wertet die Ergebnisse jede Woche aus und informiert Sie über Entwicklungen und Veränderungen.



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Wie funktioniert die Civey-Methodik?
Das Meinungsforschungsinstitut Civey arbeitet mit einem mehrstufigen vollautomatisierten Verfahren. Alle repräsentativen Echtzeitumfragen werden in einem deutschlandweiten Netzwerk aus mehr als 20.000 Websites ausgespielt ("Riversampling"), es werden also nicht nur Nutzer von SPIEGEL ONLINE befragt. Jeder kann online an den Befragungen teilnehmen und wird mit seinen Antworten im repräsentativen Ergebnis berücksichtigt, sofern er sich registriert hat. Aus diesen Nutzern zieht Civey eine quotierte Stichprobe, die sicherstellt, dass sie beispielsweise in den Merkmalen Alter, Geschlecht und Bevölkerungsdichte der Grundgesamtheit entspricht. In einem dritten Schritt werden die Ergebnisse schließlich nach weiteren soziodemografischen Faktoren und Wertehaltungen der Abstimmenden gewichtet, um Verzerrungen zu korrigieren und Manipulationen zu verhindern. Weitere Informationen hierzu finden Sie auch in den Civey FAQ.
Warum ist eine Registrierung nötig?
Die Registrierung hilft dabei, die Antworten zu gewichten, und ermöglicht so ein Ergebnis für die Umfragen, das für die Wahlbevölkerung in Deutschland repräsentativ ist. Jeder Teilnehmer wird dabei nach seinem Geschlecht, Geburtsjahr und Wohnort gefragt. Danach kann jeder seine Meinung auch in weiteren Umfragen zu unterschiedlichen Themen abgeben.
Wie werden die Ergebnisse repräsentativ?
Die Antwort jedes Teilnehmers wird so gewichtet, dass das Resultat einer Umfrage für die Grundgesamtheit repräsentativ ist. Bei der Sonntagsfrage und beim Regierungsmonitor umfasst diese Grundgesamtheit die wahlberechtigte Bevölkerung in Deutschland. Die Gewichtung geschieht vollautomatisiert auf Basis der persönlichen Angaben bei der Registrierung sowie der Historie früherer Antworten eines Nutzers. Weitere Details zur Methodik stehen im Civey-Whitepaper.
Erreicht man online überhaupt genügend Teilnehmer?
Meinungsumfragen werden in der Regel telefonisch oder online durchgeführt. Für die Aussagekraft der Ergebnisse ist entscheidend, wie viele Menschen erreicht werden können und wie viele sich tatsächlich an einer Umfrage beteiligen, wenn sie angesprochen werden. Internetanschlüsse und Festnetzanschlüsse sind in Deutschland derzeit etwa gleich weit verbreitet - bei jeweils rund 90 Prozent der Haushalte, Mobiltelefone bei sogar 95 Prozent. Die Teilnahmebereitschaft liegt bei allen Methoden im einstelligen Prozentbereich, besonders niedrig schätzen Experten sie für Telefonumfragen ein.
Es gibt also bei beiden Methoden eine Gruppe von Personen, die nicht erreicht werden kann, weil sie entweder keinen Anschluss an das jeweilige Netz hat oder sich nicht an der Umfrage beteiligen möchte. Deshalb müssen für ein aussagekräftiges Ergebnis immer sehr viele Menschen angesprochen werden. Civey-Umfragen sind derzeit neben SPIEGEL ONLINE in mehr als 20.000 andere Webseiten eingebunden, darunter auch unterschiedliche Medien. So wird gewährleistet, dass möglichst alle Bevölkerungsgruppen gut erreicht werden können.
Woran erkenne ich die Güte eines Ergebnisses?
Bis das Ergebnis einer Umfrage repräsentativ wird, müssen ausreichend viele unterschiedliche Menschen daran teilnehmen. Ob das bereits gelungen ist, macht Civey transparent, indem zu jedem Umfrageergebnis eine statistische Fehlerwahrscheinlichkeit angegeben wird. Auch die Zahl der Teilnehmer und die Befragungszeit werden für jede Umfrage veröffentlicht.
Was bedeutet es, wenn sich die farbigen Bereiche in den Grafiken überschneiden?
In unseren Grafiken ist der statistische Fehler als farbiges Intervall dargestellt. Dieses Intervall zeigt jeweils, mit welcher Unsicherheit ein Umfragewert verbunden ist. Zum Beispiel kann man bei der Sonntagsfrage nicht exakt sagen, wie viel Prozent eine Partei bei einer Wahl bekommen würde, jedoch aber ein Intervall angeben, in dem das Ergebnis mit hoher Wahrscheinlichkeit liegen wird. Überschneiden sich die Intervalle von zwei Umfragewerten, dann können streng genommen keine Aussagen über die Differenz getroffen werden. Bei der Sonntagsfrage heißt das: Liegen die Umfragewerte zweier Parteien so nah beieinander, dass sich ihre Fehlerintervalle überlappen, lässt sich daraus nicht ableiten, welche von beiden aktuell bei der Wahl besser abschneiden würde.
Was passiert mit meinen Daten?
Die persönlichen Daten der Nutzer werden verschlüsselt auf deutschen Servern gespeichert und bleiben geheim. Sie dienen allein dazu, die Antworten zu gewichten und sicherzustellen, dass die Umfragen nicht manipuliert werden. Um dies zu verhindern, nutzt Civey statistische wie auch technische Methoden.
Wer steckt hinter Civey?
Civey ist ein Online-Meinungsforschungsinstitut mit Sitz in Berlin. Zur Erhebung seiner repräsentativen Umfragen schaltet die Software des 2015 gegründeten Unternehmens Websites zu einem deutschlandweiten Umfragenetzwerk zusammen. Neben SPIEGEL ONLINE gehören unter anderem auch der "Tagesspiegel", "Welt", "Wirtschaftswoche" und "Rheinische Post" dazu. Civey wurde durch das Förderprogramm ProFit der Investitionsbank Berlin und durch den Europäischen Fonds für regionale Entwicklung finanziert.


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Seite 1
Entsetzen 07.03.2017
1. Es hat also etwas gebracht,
dass die SPD ihre Seele, also das S wiederentdeckt hat! Die Seele, die sie unter Schröder mit Hartz IV und der höchsten Senkung des Spitzensteuersatzes aller Zeiten an den Teufel verkauft hat. Die Frage wird sein, ob es ihr die Wähler glauben werden. Ein Gutes hat Schulz allerdings: Wir sind aus dem parteipolitischen Langeweile-Modus raus!
micromiller 07.03.2017
2. St. Martin ist die einzige Alternative zu Merkel
und macht den kleinen Bernie und das punktet, wenn Merkel ab August ihre grosse Wende einläutet und die SPD links überholt und als Sahnehäubchen noch die Obergrenze entdeckt, dann sind St. Martin und Genossen unter 20%, alles so schrecklich einfach im Politbusiness, man muss natürlich eine starke Marketing Agentur im Rücken haben.
einwerfer 07.03.2017
3. Es ändert sich nichts !
Bis auf zwei 'Ausrutscher' (INSA am 13.02. und Emnid am 18.02.) verfehlt Rosa-Rot-Grün die Kanzlermehrheit im Parlament. Es bleibt also bei der von den Deutschen so sehr geliebten (59% lt. Civey) Goßen Koalition. Es ist nur noch offen, wer 'Oppositionsführer' wird, AfD oder Linke.
versöhnung 07.03.2017
4. Naja,
die heute veröffentlichte INSA-Umfrage, sieht schon wieder ganz anders aus. Mithin, Umfragen taugen nur zur Stimmungsmache, aber nicht, um daraus das Wahlergebnis annähernd ableiten zu können. Das sollte nun auch dem letzten Leser klar sein. Horst Seehofer sagte. "Die Wahrheit liegt in der Wahlurne"; und damit dürfte auch er einmal recht haben.
Cailean 07.03.2017
5. Zukunftsfragen
Ich würde mir deutlich mehr Artikel wünschen, die die Standpunkte der Parteien darlegen. Was will die CSU/CDU beim Thema X, wie unterscheidet sich davon die Haltung der SPD, der Linken, usw... Eine fast täglich neue Darstellung der Prognosen ist zum jetzigen Zeitpunkt nicht besonders sinnvoll.
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