SPD-Chef bei Beckmann Müntefering vergleicht Clement mit Lafontaine

Wolfgang Clement gab bei "Beckmann" den Märtyrer, jetzt macht Franz Müntefering in der Talkshow auf Abrechner: Der SPD-Chef zeigt sich über seinen ehemaligen Parteigenossen tief enttäuscht - und vergleicht dessen Verhalten mit dem Oskar Lafontaines.


Hamburg - Gerade einmal zwei Wochen ist es her, dass Wolfgang Clement an Reinhold Beckmanns Tisch saß und sich in der Rolle des Märtyrers gefiel. Er drohte der SPD mit weiterem Widerspruch gegen Programm sowie Personen und ähnelte ungewollt einem anderen SPD-Flüchtling - Oskar Lafontaine.

SPD-Chef Müntefering: "Die Lafontaines und die anderen"
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SPD-Chef Müntefering: "Die Lafontaines und die anderen"

Diesen Vergleich zieht jetzt auch SPD-Chef Franz Müntefering: Er sei von Clement ebenso "persönlich tief enttäuscht" wie von Lafontaine, sagte Müntefering in der ARD-Sendung "Beckmann", die am Montagabend ausgestrahlt wird. "Die Lafontaines und die anderen" seien "keine Leute, die eine neue verantwortliche Politik aufbauen wollen", sagte Müntefering. "Sondern das sind Leute, die den anderen wehtun wollen, aber nicht die Verantwortung übernehmen."

Mit Blick auf Äußerungen von Clement, mit denen dieser eine neue sozialliberale Partei ins Spiel gebracht hatte, gab sich Müntefering entspannt. "Das lässt mich nicht gleichgültig, aber ich sehe die Gefahr nicht. Ich bin da relativ gelassen", so der SPD-Chef.

"Das, was er zuletzt gezeigt hat, zeigt, dass eine Partei, die aus mehr besteht als ihm, von Anfang an hochgefährdet ist", sagte Müntefering. "Weil wenn er zwei hat, muss er auf den anderen Rücksicht nehmen - und das will er offensichtlich nicht."

Der ehemalige Wirtschafts- und Sozialminister Clement war vor kurzem im Groll aus der SPD ausgetreten. Ex-Finanzminister Lafontaine hatte die Partei ebenfalls im Streit verlassen und anschließend maßgeblich an der Etablierung der Linkspartei mitgewirkt.

jjc/AFP



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