24.166 Euro im Monat: Gabriel fordert Erhöhung des Kanzler-Gehalts

Der SPD-Vorsitzende Sigmar Gabriel ist der Meinung, dass Bundeskanzler zu wenig verdienen. Mit seinen eigenen Einkünften ist der Politiker allerdings zufrieden - obwohl er als Minister und Parteivorsitzender keine Vorträge gegen Honorar gehalten hat.

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dapd

SPD-Vorsitzender Sigmar Gabriel: "Kann mich nicht beklagen"

Berlin - 10.438 Euro netto verdient Sigmar Gabriel laut eigener Aussage im Monat - für seine Tätigkeit als Bundestagsabgeordneter und als SPD-Vorsitzender. Darüber könne man sich nicht beklagen, sagte er jetzt der "Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung" (F.A.S.).

Das gelte allerdings nicht für Regierungschefs in Deutschland - die dürften durchaus mehr verdienen, so die Einschätzung des Politikers: "Dass der deutsche Bundeskanzler weniger verdient als der Direktor einer mittelgroßen Sparkasse, finde ich nicht angemessen."

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) bezieht im Monat als Regierungschefin und Bundestagsabgeordnete 24.165,57 Euro. Die Bezüge muss sie bis auf die Kostenpauschale für Abgeordnete versteuern. Im Jahr kommt sie damit auf brutto 289.986,84 Euro.

Vor dem Hintergrund der hitzig geführten Debatte um die hohen Nebeneinkünfte von SPD-Kanzlerkandidat Peer Steinbrück sagte Gabriel, er habe als Bundesumweltminister und auch als Parteivorsitzender keine Vorträge gegen Honorar gehalten. Als Bundesminister sei ihm das verboten gewesen: "Und als Parteivorsitzender nehme ich ohnehin kein Geld an, sondern sage dem Veranstalter, wohin er das Geld spenden soll, wenn er - was sehr selten passiert - mir für meine Teilnahme an einer Diskussion ein Honorar angeboten hat."

Gabriel kündigte eine Neuregelung der Veröffentlichungspflichten für Nebeneinkünfte im Falle eines Wahlsieges an. Alle Einkünfte von Bundestagsabgeordneten sollten dann auf Euro und Cent veröffentlicht werden. Auf seiner Website beziffert er seine eigenen Einkünfte für 2010 mit 51.743 Euro netto als Bundestagsabgeordneter und 73.518 Euro netto als Vorsitzender der SPD. Insgesamt sei er damit auf 125.261 Euro gekommen, das entspreche einem monatlichen Nettoeinkommen von 10.438 Euro.

Gabriel sieht derzeit keine Differenzen zwischen Kanzlerkandidat Peer Steinbrück und seiner Partei. "Peer Steinbrück und die SPD werden bei der entscheidenden Frage, mit welchem Programm treten wir 2013 an, den gleichen Herzschlag haben", sagte er der F.A.S.

Beim SPD-Parteitag im Dezember werde es ein "überwältigendes Votum" für Steinbrück geben. Gabriel selbst sieht sich in einer dienenden Rolle: "Im Wahlkampf und als Kanzler gibt es eine klare Nummer eins. Und die heißt Peer Steinbrück." Gabriel glaubt nicht, dass Steinbrück an Strahlkraft verlieren könnte, weil er zu sehr auf die Befindlichkeiten der SPD Rücksicht nehmen müsse. "Er ist einer mit Ecken und Kanten, und das ist gut so."

ala/dpa

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insgesamt 238 Beiträge
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1. Darauf schon gewartet !
klaus64 03.11.2012
wie soll die SPD Herrn Steinbrück das Amt des Bundeskanzlers schmackhaft machen und ihn zu Höchstleistungen im Wahlkampf animieren, wenn nach dem Erfolg die private Haushaltskasse ein Loch bekommt.Unsere Politiker wollen das Wahlvolk wirklich für dumm verkaufen. Herr Gabriel ist immer für eine lustige Nummer gut.
2. Nach Leistung ...
coyote38 03.11.2012
... man sollte die Kanzlerin NACH LEISTUNG bezahlen ... dann müsste sie monatlich noch Geld MITBRINGEN !!!
3.
marthaimschnee 03.11.2012
Zitat von sysopdapdDer SPD-Vorsitzende Sigmar Gabriel ist der Meinung, dass Bundeskanzler zu wenig verdienen. Mit seinen eigenen Einkünften ist der Politiker allerdings zufrieden - obwohl er als Minister und Parteivorsitzender keine Vorträge gegen Honorar gehalten hat. http://www.spiegel.de/politik/deutschland/spd-chef-gabriel-bundeskanzler-verdienen-zu-wenig-geld-a-865141.html
Vielleicht sollte man dann die Abgeordnetenbezüge einfach an die Entwicklung der Arbeitnehmerentgelte koppeln, dann hätte das Pack da oben auch mal wieder Interesse, daß diese in relevantem Maße steigen. Solange die leben wie die Maden im Speck, ist die Welt für sie in Ordnung!
4. optional
jeschma 03.11.2012
Gabriel denkt wohl an den Wahlsieg,, damit Steinbrück sich nicht einschränken muss bei seinem Lebensstandart. Hoffentlich wird er nicht Kanzler !!!!!!!!!
5. Geldgier von Politikern
roboterx 03.11.2012
Mittlerweile ähneln sich Politiker und Banker in ihrer Geldgier. Diese Kaste(n) haben jedes Maß und jeden Überblick verloren. Sie wissen noch nicht einmal, was Arbeitnehmer mit einer exzellenten Ausbildung verdienen, dagegen geht es Herrn Gabriel flott von den Lippen, was er "verdient". Nach meiner Meinung "verdient" Herr Gabriel genau wie Herr Steinbrück einen deftigen Tritt in den Hintern. Von ihrer Qualifikation, der formalen und der sozialen, sind beide untereste Schublade und werden von jedem "Normalverdiener" mit Durchschnittsgehalt getoppt.
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