SPD-Chef Gabriel wirft AfD Feigheit vor

SPD-Chef Gabriel attackiert die AfD: Die rechtspopulistische Partei sei "zu feige, sich mit den wirklich Mächtigen anzulegen". Er greift damit die Strategie eines prominenten Genossen auf.

SPD-Chef Sigmar Gabriel
AP AP

SPD-Chef Sigmar Gabriel


Der SPD-Vorsitzende teilt gegen die rechtspopulistische Alternative für Deutschland (AfD) aus: Sigmar Gabriel wirft der AfD vor, feige Politik auf Kosten von Minderheiten zu machen. "Wenn es am Geld fehlt, um Schulen zu sanieren, anständige Renten auszuzahlen und mehr Polizisten einzustellen, dann liegt das nicht an Zuwanderung oder an Muslimen, sondern beispielsweise an der Steuerhinterziehung von jährlich 150 Milliarden Euro", sagte Gabriel den Zeitungen des Redaktionsnetzwerks Deutschland. "Aber die AfD ist zu feige, um sich mit den wirklich Mächtigen anzulegen. Stattdessen stürzt sie sich auf Minderheiten als Sündenböcke."

Gabriel rät dennoch davon ab, die Rechtspopulisten zu verteufeln und ihnen damit weiteren Zulauf zu verschaffen: "Die AfD versucht, aus ihrer Dämonisierung Profit zu schlagen, indem sie sagt, guck mal, die wollen uns totschweigen oder stigmatisieren. Aber sie fürchtet sich vor einer Debatte über ihre Politikvorschläge. Also müssen wir sie inhaltlich stellen, wo immer es geht."

Genau diesen Kurs hatte SPD-Bundesvize Olaf Scholz Anfang Mai nahezu wortgleich empfohlen. "Wir sollten die AfD nicht dämonisieren", hatte Hamburgs Erster Bürgermeister in einem Strategiepapier geschrieben.

Gabriel bescheinigte der Alternative für Deutschland eine "perverse Vorstellung" von gesellschaftlichem Zusammenhalt: "Solidarität nur unter Deutschen. Welch ein Wahnsinn in einer Zeit, in der unsere Kinder Partner und Eheleute aus ganz Europa und der halben Welt haben. In der unsere Arbeitsplätze vom Austausch mit Europa und der Welt abhängen."

cte/dpa



insgesamt 484 Beiträge
Alle Kommentare öffnen
Seite 1
Robert Redlich 29.05.2016
1. Genosse der Bosse
TTIP-Gabriel, der Genosse der Bosse, wirft wem auch immer vor, sich nicht "mit den Mächtigen anzulegen"? Ich habe laut gelacht, als ich das eben las! Er macht selbst seit Jahren eine finanzmarktkonforme Politik im Sinne von Goldman-Sachs und riskiert im nahenden Untergang seiner zwangsweise durch Schröder, Steinmeier und ihm selbst neoliberalisierten SPD nun ne kesse Lippe.
wasnulos 29.05.2016
2. Na dann
Herr Gabriel sind sind amtierender Vizekanzler. Warum versuchen SIE denn nicht wenigstens etwas gegen Steuerhinterziehung und Steuermissbrauch zu unternehmen? Ich beantworte es mir selber, weil Sie außer dicke Backen machen NICHTS können! Liebe Grüße Wasnu
Anna156464641156 29.05.2016
3. Klingt nach guter Opposition
Da hat Herr Gabriel mal die richtigen Worte gefunden. Das Problem ist nur das die spd gerade selbst in der Regierung ist, und damit an den Hebeln etwas zu ändern. Aber was kam den nach dem Panamapaper-Leak? Ein immer weiter so...
tommit 29.05.2016
4. Und das sagt Gabriel
der aus dem Kanzlerkandidat ein Dschungelcamp machen will... und sein Vize Scholz outet sich umgehend als jemand der sich noch nicht mal mit ihm anlegen will... Was ne Lachnummer. Mach Sachpolitik und leg dich mit Angela an. , anstatt hilflose Statements abzugeben. Gabriel ist da wohl der Prototyp Hosen...
cato. 29.05.2016
5.
Gabriels These würde glaubwürdiger klingen, wenn nicht Teile der AfD sogar die Nato-Mitgliedschaft infrage stellen würden. Von der Position kann man ja halten was man will, aber mit einem mächtigeren Gegner als den vereinten amerikanischen Geostrategen kann man sich wohl gar nicht anlegen und das beweist unsere Bundesregierung damit, dass sie sich selbst die Spionage ihrer eigenen Angelegenheiten durch US-Geheimdienste gefallen lässt, von unserer Wirtschaft und Privatpersonen mal ganz zu schweigen. Und außerdem könnte Herr Gabriel ruhig die Kosten nennen, die Nichteuropäische Einwanderer und Flüchtlinge verursachen, damit man sich selber Gedanken machen kann, ob die AfD nur ein Randphänomen anspricht oder nicht ein wichtiges Problem benennt. PS: Wie kommt Gabriel eigentlich auf die Zahl 150 Milliarden? Wenn man genau weiß wie viele Steuern hinterzogen werden, dann sollte man sie doch auch eintreiben können. Oder handelt es sich beim Löwenanteil gar nicht um Straftaten, sondern legale Steuervermeidung die die SPD und die anderen im Bundestag sitzenden Parteien ermöglicht haben?
Alle Kommentare öffnen
Seite 1
Diskussion geschlossen - lesen Sie die Beiträge! zum Forum...

© SPIEGEL ONLINE 2016
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.