Konkurrenz für Nahles Auch Dirk Diedrich aus Dithmarschen will SPD-Chef werden

Und noch ein Konkurrent für Andrea Nahles: Nach der Flensburger Oberbürgermeisterin Simone Lange bewirbt sich auch Dirk Diedrich aus Dithmarschen um den SPD-Vorsitz.

Dirk Diedrich
SPD Schleswig-Holstein

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Es war schon eine Überraschung, als die Flensburger Oberbürgermeisterin Simone Lange verkündete, gegen Andrea Nahles als Kandidatin für den SPD-Vorsitz anzutreten. Aber jetzt gibt es überraschenderweise noch einen dritten Bewerber: Auch Dirk Diedrich aus Dithmarschen in Schleswig-Holstein hat seinen Hut in den Ring um die Nachfolge von Martin Schulz geworfen. Das berichtete zuerst der Schleswig-Holsteinische Zeitungsverlag (shz).

Dietrich ist stellvertretender SPD-Kreisvorsitzender und Mitglied im Landesvorstand der schleswig-holsteinischen Sozialdemokraten. Seine Kandidatur begründet er mit der Art und Weise, wie Nahles durch Schulz zur Parteichefin gemacht werden sollte. "Wenn Martin Andrea zu seiner Nachfolgerin erklärt, ohne dass die Partei eine echte Auswahl hat, dann trete ich gegen sie an", schreibt Diedrich in einem Beitrag auf seiner Website.

Wer eine Kontraposition beziehe, der solle diese eben auch in aller Konsequenz bis zum Ende durchdenken. "Nein, ich will diese Art der 'Wahl' nicht. Darum werfe ich meinen Hut in den Ring."

Dietrich ist Studienrat an der Beruflichen Schule des Kreises Pinneberg in Elmshorn. Dem SPIEGEL sagte er, er stehe "für das Amt des Parteivorsitzenden zur Verfügung". Für eine Kandidatur müssten ihn mehrere Ortsvereine oder der Landesvorstand nominieren.

Die Kandidatur der Flensburger Oberbürgermeisterin Lange sei für ihn kein Problem: "Ich finde es gut, wenn mehr Leute ihre Ideen einbringen möchten." Lange werde ihre Kandidatur am kommenden Montag im Landesvorstand erläutern und um Unterstützung bitten, sagte Diedrich. Er selbst strebe die Nominierung durch Ortsvereine an.

Diedrich lobte die Entscheidung, Olaf Scholz als kommissarischen Parteichef einzusetzen. "Das ist konsequent." Es sei gut, wenn jemand anderes als Nahles die Partei während des Mitgliedervotums führe. Denn von dessen Ausgang hänge ab, wer künftig an der Spitze der Partei stehe, sagte Diedrich.



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als/cte



insgesamt 105 Beiträge
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Seite 1
frank.huebner 14.02.2018
1. A. Nahles sollte sich nicht zu früh freuen
Nahles sollte sich nicht zu sicher sein, dass sie die Wahl schon gewonnen hat. Keiner der SPD-Genossen in meinem Bekanntenkreis will Nahles als Parteichfin. Und wenn da eine Alternative auftritt könnte ich mir gut vorstellen, dass die Versammlung die Alternative wählt, um eine Nahles zu verhindern. Ich hoffe, es tritt ein etwas bekannterer Gegenkandidat an, der auch eine Chance auf eine Mehrheit hat.
gammoncrack 14.02.2018
2. Bitte noch ein paar mehr!
Und wenn dann im ersten Wahlgang der Beste 35% erhalten hat, schreien alle SPD-Anhänger: Schon besser als Merkel bei der Bundestagswahl!" So werden Strohhalme gebastelt.
Kradfahrer 14.02.2018
3. Finde ich gut,
denn zu einer Wahl gehört nun einmal, dass der Wähler die Wahl unter Mehreren hat. Abnickdemokratien haben nämlich rein gar nichts mit Demokratie zu tun. In diesem Sinne: Möge der bzw. die Bessere gewinnen!
Listkaefer 14.02.2018
4. Na ja, es gibt Leute ...
... die alles tun, um 1x im Leben in die Nachrichten zu kommen. Sinnlose Aktion.
micromiller 14.02.2018
5. Gibt es in der SPD
außer Beamten, ex Beamten und anderen Staatsbediensteten auch Bürger aus der Mitte der Gesellschaft? Also Handwerksmeister, Ingenieure, Ärzte. Landwirte, Unternehmer, Wissenschaftler etc. Mitbürger, die sich täglich neu beweisen müssen?
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