Wahlkampf SPD-Fraktionsvize für Martin Schulz als Kanzlerkandidat

Martin Schulz als SPD-Kanzlerkandidat 2017? Jetzt hat sich im SPIEGEL erstmals ein führender Bundestagsabgeordneter für den EU-Parlamentspräsidenten ausgesprochen. Er lobt die Wahlkämpferqualitäten des Genossen.

EU-Parlamentspräsident Schulz: Wird er der neue SPD-Kanzlerkandidat?
DPA

EU-Parlamentspräsident Schulz: Wird er der neue SPD-Kanzlerkandidat?


In zweieinhalb Jahren steht die nächste Bundestagswahl an, in der SPD gibt es Spekulationen darüber, wer für die Partei als Kanzlerkandidat antreten könnte. Martin Schulz statt Parteichef Sigmar Gabriel?

Zum ersten Mal hat sich nun ein führender Bundestagsabgeordneter für eine Kanzlerkandidatur von EU-Parlamentspräsident Schulz ausgesprochen. "Wer einen Europawahlkampf so gut meistert wie Martin Schulz, ist auch prädestiniert für die führende Rolle in einem Bundestagswahlkampf", sagte Bundestagsfraktionsvize Axel Schäfer dem SPIEGEL. (Die ganze Geschichte lesen Sie hier im aktuellen SPIEGEL.)

Es sei die Aufgabe von Parteichef Sigmar Gabriel, die Entscheidung darüber "Anfang 2017" zu treffen. "Wir wollen 2017 wieder den Kanzler stellen", so Schäfer, "das ist eine Frage von Inhalten und Haltung."

Die Sozialdemokraten stecken in einem Umfragetief: Der aktuelle ARD-Deutschlandtrend sieht die Partei unverändert bei 25 Prozent. Schulz war Spitzenkandidat im Europawahlkampf, er erreichte 27,3 Prozent - immerhin ein Plus von 6,5 Punkten im Vergleich zu 2009. Trotzdem verlor er die europaweite Wahl gegen den konservativen Jean-Claude Juncker, der nun Kommissionschef ist.

Parteichef Gabriel war zuletzt inhaltlich in die Kritik geraten, weil er sich für die Vorratsdatenspeicherung ausgesprochen hatte. In einer internen Sitzung Mitte März im Willy-Brandt-Haus sagte Gabriel nach SPIEGEL-Informationen, wenn die SPD seiner Linie in der Frage nicht folge, "dann werde ich eine Mitgliederbefragung zu dem Thema fordern".

Sollte Gabriel 2017 selbst als Kanzlerkandidat antreten und scheitern, wird er wohl kaum Parteivorsitzender bleiben können. Bei der vergangenen Wahl war Peer Steinbrück erfolglos gegen Kanzlerin Angela Merkel (CDU) angetreten - "ein Fehler", wie er dem SPIEGEL Anfang März sagte.

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insgesamt 250 Beiträge
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Seite 1
derweise 03.04.2015
1. Mit Schulz braucht die SPD gar nicht mehr
... zur nächsten Bundestagswahl anzutreten. Dem Vorschlag fehlt jedes Gespür im Volk. Oder wird der Vorschlag von Merkel bezahlt?
kritischer-spiegelleser 03.04.2015
2. Schulz?
Erst nach Brüssel entsorgt und dann Kanzlerkandidat? Aber bei der SPD ist dieser Posten ja nur Vision. Die einzige, die eine SPD noch hat!
hubertrudnick1 03.04.2015
3. Martin Schulz
Wer kommt denn nur auf diese verrückte Idee, der erste April ist doch schon vorbei. Wer ihm aufstellen möchte, der will dann damit bloß erreichen, dass die SPD höchstens noch 10% an Wählerstimmen erreicht.
asdfdfdfdfdf 03.04.2015
4. Nein!
So geht das nicht! Gabriel muss antreten, sonst werden wir ihn ja nie als Parteivorsitzenden los! :D Außerdem würde ich es dem Dicken gönnen seine eigene Suppe auslöffeln zu müssen!
BeBeEli 03.04.2015
5. Das hält man im Kopf nicht aus!
Schulz ist noch schlimmer als Merkel. Er würde aber auch alles opfern, um endlich die Fiskal-, Schulden- und politische Union zu erreichen. Schulz als Bundeskanzler würde die Internationalisierung Deutschlands und die Unterordnung unter die Hegemonie Frankreichs bedeuten.
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