SPD-Umfragetief Müntefering lobt Gabriel als "sehr verantwortlich"

Die SPD verliert in den Umfragen, Sigmar Gabriel steht unter Druck. Partei-Promis stellen sich schützend um ihren Chef, darunter auch Ex-Chef Müntefering.

Franz Müntefering
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Franz Müntefering


Es sieht nicht gut aus für Sigmar Gabriel und seine SPD. In den Umfragen rutscht die Partei immer weiter ab. In der Auswertung eines Instituts fielen die Sozialdemokraten gar unter die 20-Prozent-Marke. Und der Parteichef? Chancenlos, so sehen es die Meinungsforscher. Im aktuellen Wahltrend von "Stern" und RTL wünschen sich nur zwölf Prozent der Befragten Gabriel als Kanzler. Selbst in den eigenen Reihen sind es gerade einmal 35 Prozent.

Da ist der Weg zu einer ernsthaften Personaldebatte nicht mehr weit, auch wenn die Lust am Sturz der Vorsitzenden bei den Sozialdemokraten abgenommen hat. Einer, der selbst einmal einen SPD-Chef mit zu Fall gebracht hat, ist Franz Müntefering. Der heute 76-Jährige trieb 2008 den Sturz von Kurt Beck voran, anschließend übernahm er selbst den Parteivorsitz.

Ähnliches soll sich nach Münteferings Willen nun offenbar nicht wiederholen. Zumindest stärkt der Ex-Politiker Gabriel demonstrativ den Rücken. Er führe die SPD "sehr verantwortlich", sagte Müntefering der "Passauer Neuen Presse". Die Sozialdemokraten machten in der Bundesregierung "gute Arbeit".

"Ein bisschen Gelassenheit notwendig"

Auch SPD-Vize Ralf Stegner wandte sich gegen Personaldiskussionen. "Hektische Bewegungen" nützten jetzt nichts, sagte Stegner im ZDF-"Morgenmagazin". Die SPD müsse sich darauf konzentrieren, "Gerechtigkeitsfragen zum Maßstab und Kompass" ihrer Politik zu machen. Es sei zudem ein bisschen Gelassenheit notwendig. Er forderte "gute Arbeit", eine "klare Linie" und auch "die Unterstützung des Spitzenpersonals".

SPD-Generalsekretärin Katarina Barley verteidigte ebenfalls den Parteichef. "Kritik immer nur bei demjenigen abzuladen, der die Verantwortung trägt, ist nicht fair", sagte Barley dem Redaktionsnetzwerk Deutschland. Sie erlebt Gabriel als jemanden, "auf den man sich verlassen kann". Er mache mit sehr viel Leidenschaft Politik.

Müntefering machte zudem deutlich, dass Gabriel als Parteivorsitzender bei der Frage des Kanzlerkandidaten als Erster den Finger heben könne. Gabriel habe immer gesagt, die Frage werde entschieden, wenn es an der Zeit sei. "Er wird im richtigen Augenblick initiativ sein."

kev/AFP/dpa



insgesamt 116 Beiträge
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Seite 1
raddy 13.04.2016
1. Müntefering
ist das nicht einer der Totengräber der SPD?
Eros1981 13.04.2016
2. Der Müntefering...
"Wer nicht arbeitet, soll auch nicht essen!" Ja, das hat Münte mal gesagt. Ich als Arbeitsloser genehmige mir jetzt aber dennoch einen Teller Spaghetti. SPD = unwählbar.
ferdi111 13.04.2016
3. Jetzt kommen sie aus..
ihren Löchern gekrochen. Allesamt mitverantwortlich für den Käse, den die Herren eingebrockt haben. Da kann man nur lachen und hoffen, dass die SPD die 15 % Latte beim Rumba bald knackt. Bye Tante SPD..Du bist ein Produkt geistiger Tiefflieger und gieriger Politiker geworden.
Kurt2.1 13.04.2016
4. .
Mir wäre es sehr recht, wenn die Delegierten, die ihren Vorsitzenden mit 74% bei der Wiederwahl abgespeist haben, sich endlich hinter ihren Parteichef stellen würden. Wo bleiben die Feiglinge? Man sieht und hört nichts.
vonschnitzler 13.04.2016
5. gute Formulierung, Münte!
"...bei der Frage des Kanzlerkandidaten als Erster den Finger heben könne..." 'den Finger heben' habe ich auch schon als Metapher für den Offenbarungseid gehört - das passt!
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