SPD Frauen wollen Partei- oder Fraktionsvorsitz

Steht die SPD vor grundlegenden personellen Veränderungen? Die Frauen in der Partei drängen SPD-Chef Martin Schulz im SPIEGEL dazu, nach der Wahl eine der beiden Top-Positionen weiblich zu besetzen.

Elke Ferner
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Elke Ferner


In der SPD beginnt die Debatte über eine personelle Neuaufstellung. "Es ist allerhöchste Zeit, Parteivorsitz oder Fraktionsvorsitz mit einer Frau zu besetzen", sagte Elke Ferner, Chefin der Arbeitsgemeinschaft sozialdemokratischer Frauen, dem SPIEGEL: "Es sind genügend qualifizierte Frauen da. An dieser Stelle erwarten wir schnell Bewegung." (Diese Meldung stammt aus dem SPIEGEL. Den neuen SPIEGEL finden Sie hier.)

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In der Parteispitze wird damit gerechnet, dass auch führende Landesverbände nach der Wahl eine personelle und inhaltliche Erneuerung verlangen.

Als Dreh- und Angelpunkt gilt der Fraktionsvorsitz im Bundestag, für den Arbeitsministerin Andrea Nahles gute Chancen eingeräumt werden. Bislang ist der Niedersachse Thomas Oppermann Vorsitzender der SPD-Fraktion.

Auch Schulz selbst könnte am Wahlabend Anspruch auf diesen Posten erheben, um seine Macht zu festigen und den weiteren Verlauf nach dem möglicherweise schwierigen Wahlergebnis unter bestmöglicher Kontrolle zu halten. Absprachen dazu gebe es aber bislang nicht, heißt es.

Unabhängig vom Wahlergebnis wird auch erwogen, die Aufstellung nicht vor der Niedersachsenwahl am 15. Oktober anzurühren, um Unruhe zu vermeiden. So könnte bei der Wahl des Vorsitzenden der neuen Bundestagsfraktion am kommenden Mittwoch sich zunächst noch einmal Oppermann wählen lassen.

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insgesamt 21 Beiträge
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monolithos 22.09.2017
1.
Möge die Frau, die besser ist als der derzeitige Amtsinhaber, den Posten bekommen. Oder der Mann. Es kann doch keine Frage sein, mit welchen Geschlechtsorganen man geboren wurde, wenn es darum geht, einen Arbeitsplatz mit dem besten dafür geeigneten Bewerber (w/m) zu besetzen. Ich hoffe, die SPD lässt sich hier nicht zu der sich gemeinhin als gendergerecht empfundenen Männerdiskriminierungsquote hinreißen, die nur darüber hinwegtäuschen soll, dass die wirkliche Basisdiskriminierung von Frauen noch immer nicht überwunden ist.
Gmorker 22.09.2017
2. genügend qualifizierte ...
Es sollte doch nicht darum gehen, wieviele "genügend qualifizierte" Frauen es für die entsprechenden Jobs gibt, sondern es sollte die am besten qualifizierte Person für den Job eingesetzt werden, und zwar egal ob das dann eine Frau oder ein Mann ist. ... Ich selbst kann das nicht ansatzweise beurteilen, wer diese am besten geeignete Person wäre, nur finde ich es in der gesamten Gesellschaft falsch, das es anscheinend wichtiger ist, Führungsposten auch mit "grade noch qualifizierten" Frauen zu besetzen, nur damit man dann sagen kann, wie toll man doch für Gleichberechtigung ist. Lasst doch bitte einfach die tatsächliche Qualifikation entscheiden, ungeachtet des Geschlechts. Alles weitere sollte sich dann von allein ergeben.
beggar 22.09.2017
3. Armer Schulz
Wen es noch eines Beweises bedurft hätte für die "tatsächliche" Lage der SPD, dann wird er jetzt geliefert, Stunden vor Beginn des Wahltages und nicht erst, wie erwartet, nach Veröffentlichung der ersten Ergebnisse. Die Nach-Schulz-Zeit hat schon begonnen und jede/r versucht, seine Pflöcke bezüglich Posten und Funktionen tief einzuschlagen. Dies läßt nur einen Schluß zu: Die Erwartungen der SPD liegen noch unter den prognostizierten Zahlen (z.Z. 21,5 %). Interessant wäre zu wissen, welche Champagner-Marke Sigmar Gabriel sich für den Wahlabend reserviert hat, sein Plan ist 101% aufgegangen.
realist4 22.09.2017
4. Falscher Ansatz
Positionen sollten in aller Regel nach der Qualifikation und nicht nach Geschlecht besetzt werden. Richtig ist, dass in allen Parteien deutlich weniger Frauen als Männer Mitglieder sind. In der SPD zum Beispiel liegt der Frauenanteil bei 32%. Bei den Grünen ist er mit 39% am Höchsten und in der AfD mit 16% am Geringsten. Logischerweise haben dadurch Männer prozentuell größere Chancen in den Bundestag/Landtag etc. gewählt zu werden, wo sich dann natürlich der geringere prozentuelle Anteil der Frauen wiederholt. Also: Quote ist Unsinn, gut wäre wenn sich mehr Frauen politisch engagieren würden.
DerVO 22.09.2017
5. Wow
Der Preis für die erste, die sich für die nach-Schulz-Ära in Stellung bringt, geht an Elke Ferner. Aber warum so bescheiden? Ich würde umgehend nachlegen und fordern, dass bei unter 20% beide Posten an Frauen gehen. Haben denn nicht die Männer die Karre in den Mist gefahren?
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