Seit GroKo-Eintritt SPD verliert fast 6000 Mitglieder

Das erneute Bündnis mit der Union hat die SPD Mitglieder gekostet - in fast zwei Monaten rund 6000. Seit Jahresbeginn ist die Zahl der Genossen in der Summe aber gestiegen.

SPD-Mitglied (Archiv)
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SPD-Mitglied (Archiv)


Bevor die SPD eine Koalition mit CDU und CSU einging, warben parteiinterne Gegner gezielt bei Sympathisanten für einen Parteieintritt, um mit einem Nein die GroKo zu verhindern. Nun verlassen viele Mitglieder die SPD wieder - seit dem GroKo-Votum rund 6000.

Die SPD hatte zum Stichtag 31. März insgesamt 457.700 Mitglieder, wie ein Sprecher auf Anfrage der Nachrichtenagentur dpa mitteilte. Am 6. Februar, dem Stichtag, um an dem Koalitionsvotum teilnehmen zu können, waren es noch 463.723 Mitglieder.

Rund 66 Prozent hatten bei dem Mitgliedervotum für eine erneute Regierungsbildung mit der Union von Kanzlerin Angela Merkel (CDU) gestimmt. Vor allem die Jusos und der linke Flügel hatten für ein Nein gekämpft, da sie einen weiteren Profilverlust fürchten. (Lesen Sie hier mehr dazu.)

In der Partei hieß es jetzt, man habe damit gerechnet, dass einige Mitglieder wieder austreten. Dennoch sei die Mitgliederzahl seit Anfang des Jahres um fast 15.000 Genossen gestiegen, sagte der Parteisprecher.

Damit halte ein positiver Trend an: Schon 2017 sei die Zahl im Saldo um rund 10.000 Mitglieder gewachsen. Damit waren die Sozialdemokraten zuletzt wieder vor der CDU mitgliederstärkste Partei Deutschlands.



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dop/dpa



insgesamt 45 Beiträge
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r_dawkins 05.04.2018
1. Ich fürchte, dass ist erst der Anfang
wenn man sich auf eine GroKo einlässt, mit "Partnern" wie Scheuer, Seehofer und Spahn... tja, was soll da schon rauskommen, ausser Mitglieder- und Wählerverluste?
haarer.15 05.04.2018
2. Im Bereich des Normalen
Klar - wieder so ein tendenziöser Aufmacher. Nach einer Wahl ist es doch normal, dass regierende Parteien erst mal Federn lassen. Für die SPD sieht es aber summarisch gar nicht mal schlecht aus. Wie wäre es, die Vergleichszahlen von CDU und CSU mal zu veröffentlichen, auch die Entwicklung ? Das ist doch nicht weniger interessant.
radbodserbe 05.04.2018
3. Es haben nur gut 50% der Mitglieder für die GroKo gestimmt,
auch wenn es warum auch immer behauptet wird, es wären 2/3 gewesen. Ungültige Stimmen und Enthaltungen sind nun einmal einfach keine Zustimmung. Das viele vor allem recht kurzlebige Mitglieder gerade nach diesem Votum jetzt wieder austreten, kann eigentlich nicht wirklich überraschen.
Fuscipes 05.04.2018
4.
"Dennoch sei die Mitgliederzahl seit Anfang des Jahres um fast 15.000 Genossen gestiegen, sagte der Parteisprecher", Klingbeilnews? Das dicke Ende kommt noch.
VormSpiegel 05.04.2018
5. Mehr Zahlen
Wäre sicherlich deutlich interessanter die Zahlen der verschiedenen Parteien über die Jahre hinweg zu sehen, wenn man schon Zahlen in den Raum wirft ist es unabdingbar das der Leser diese in Relationen setzen kann. Das wäre dann ein echter Mehrwert und würde das ganze Thema lesenswert machen. Die Zahl ohne großen Kontext sagt eben einfach rein gar nichts aus.
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