SPD-Kandidatin Streit mit Birthler kostet Schwan Stimmen bei den Grünen

Ein offener Schlagabtausch mit Marianne Birthler hat Gesine Schwan offenbar Stimmen gekostet. Mehrere Grüne sollen sich enthalten haben. Hintergrund des Streits waren Äußerungen der SPD-Kandidatin, die DDR sei für sie kein Unrechtsstaat.


Berlin - In der Grünen-Fraktion soll es am Freitagabend einen heftigen Streit zwischen Schwan und der Bundesbeauftragten für die Stasi-Unterlagen, Marianne Birthler, gegeben haben. Unter den zehn Enthaltungen seien daher "einige von den Grünen" gewesen, sagte eine Abgeordnete der Nachrichtenagentur dpa.

Marianne Birthler: Streit mit Schwan in der Grünen-Fraktion
DPA

Marianne Birthler: Streit mit Schwan in der Grünen-Fraktion

Birthler gehörte zu den 95 Delegierten der Grünen. Bei dem Streit sei es um Schwans umstrittene Äußerung gegangen, die DDR sei für sie kein Unrechtsstaat. Der baden-württembergische Fraktionschef Winfried Kretschmann hielt Schwan laut Teilnehmern entgegen, die Grundlage für einen Rechtsstaat seien freie Wahlen. Birthler habe der Politologin vorgeworfen, Schwan verdrehe ihre Worte. Schwan verteidigte sich den Angaben zufolge äußerst gereizt.

Die Fraktionsführung hatte an mögliche Unterstützer des von der Union und der FDP getragenen Kandidaten Horst Köhler appelliert, sich der Stimme zu enthalten. Birthler wollte sich auf Anfrage nicht zu ihrem Abstimmungsverhalten äußern.

Einige Grüne meinten, es könnten auch mehr Enthaltungen von der SPD als von den Grünen gekommen sein. Schwan sagte dem Sender Phoenix: "Ich bin ganz sicher, dass ich alle Stimmen der Sozialdemokratie bekommen habe."

cte/dpa



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