Berlin - SPD-Kanzlerkandidat Peer Steinbrück will mit mehreren Grundsatzreden sein Profil erweitern. Nach SPIEGEL-ONLINE-Informationen plant der Sozialdemokrat in den kommenden Monaten Vorträge zur Deutschen Einheit, zur Integration sowie zur Außen- und Sicherheitspolitik. Derzeit würden für die Auftritte geeignete Anlässe gesucht, hieß es in SPD-Kreisen. Die Rede zur Deutschen Einheit soll demnach rund um den 17. Juni stattfinden, dem 60. Jahrestag des Arbeiteraufstands in der DDR.
Mit dem Format der Grundsatzreden bedient sich Steinbrück eines beliebten Instruments des US-Wahlkampfs. In der SPD hieß es, der Kanzlerkandidat wolle sich auf diese Weise inhaltlich breiter aufstellen und dafür sorgen, dass er in der Wählerschaft stärker als Kandidat für alle Deutschen und alle Themen wahrgenommen werde. Von weiten Teilen der Bevölkerung wird Steinbrück bislang vor allem als Finanzfachmann und Krisenmanager gesehen.
Intern ist Steinbrück zudem damit beschäftigt, die zuletzt heftigen Konflikte in seinem Wahlkampfteam in den Griff zu kriegen. Um neuerlichen Kommunikationspannen vorzubeugen, verstärkt er sein Presseteam. Ab der kommenden Woche bekommt Chefsprecher Michael Donnermeyer eine Stellvertreterin. Die Aufgabe soll Jarmila Schneider übernehmen, die zuvor Sprecherin der Bayern-SPD war.
In SPD-Kreisen wurde dem Eindruck widersprochen, die Teamänderung stehe im Zusammenhang mit dem jüngsten Ärger rund um das inzwischen eingestellte Peerblog, bei dem Donnermeyer intern Kommunikationsfehler vorgeworfen wurden. Donnermeyer selbst habe bereits vor Wochen auf eine personelle Verstärkung des Teams gedrängt, hieß es. Tatsächlich herrschte in Teilen der Partei Verwunderung darüber, dass Steinbrücks Sprecher monatelang auf sich allein gestellt war.
vme
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