Forsa-Umfrage: Steinbrück legt im Vergleich mit Merkel zu

Die SPD profitiert vom Peer-Effekt: Nach der Kanzlerkandidaten-Kür hat die Partei in einer Umfrage zulegen können. Steinbrück selbst kann seine Beliebtheitswerte deutlich steigern, liegt aber immer noch weit hinter Angela Merkel.

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dapd

SPD-Kanzlerkandidat Steinbrück: Fünf Prozent mehr in Umfragen

Berlin - Kann er es schaffen im Wahlkampf gegen die Kanzlerin? Noch rangiert SPD-Kandidat Peer Steinbrück in den Kanzleranwärter-Beliebtheitswerten weit hinter Angela Merkel. Aber es wird besser: Die Entscheidung der SPD für Steinbrück hat der Partei und dem 65-Jährigen in den Umfragewerten geholfen. Der vom Meinungsforschungsinstitut Forsa ermittelte Wert für Steinbrück stieg um fünf Prozentpunkte, wie das Magazin "Stern" am Dienstag berichtete.

Forsa hatte vergangene Woche im Auftrag des Magazins und des TV-Senders RTL von Montag bis Freitag, dem Tag der Entscheidung für Steinbrück, 3009 Wahlberechtigte befragt. Bei der Kanzlerfrage hatte Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) bis Donnerstag mit 50 zu 29 Prozent klar die Nase vor Steinbrück. Nach der Entscheidung für Steinbrück wollten 34 Prozent ihn gern als Kanzler sehen, Merkels Wert sank auf 46 Prozent.

Leicht gewinnen konnte die SPD auch in der Sonntagsfrage. Bis Donnerstag lag ihr Wert bei 27 Prozent, am Freitag stieg er auf 29 Prozent. Die Union liegt aber weiter deutlich vorn. Bis Donnerstag wollten 37 Prozent die Union wählen, am Freitag waren es 35 Prozent. Die FDP verharrte die ganze Woche über bei vier Prozent, die Grünen kamen auf zwölf Prozent, die Linken auf acht Prozent und die Piraten auf sieben Prozent.

In den Regierungsparteien übt man sich nach der Steinbrück-Nominierung derweil in öffentlich vorgetragener Gelassenheit. "Auch wenn es viele nicht glauben wollen: Sigmar Gabriel wäre für die Kanzlerin und die Union der wesentlich unangenehmere Gegner gewesen", sagte CSU-Chef Horst Seehofer der "Bild"-Zeitung. Der SPD-Chef hätte "die Herzen kleiner Leute erreichen und die Partei mobilisieren" können. Dies lasse sich über Steinbrück "wahrlich nicht sagen".

Seehofer widersprach dem Image des SPD-Kanzlerkandidaten als einem "hartgesottenen, durchsetzungsfreudigen Sachpolitiker". In der großen Koalition unter Kanzlerin Merkel habe er als Verbraucherminister den damaligen Bundesfinanzminister Steinbrück eher als "pflegeleicht und konfliktscheu" wahrgenommen. Deshalb zittere er vor dem SPD-Herausforderer "überhaupt nicht" und sehe auch nicht die Gefahr, dass Steinbrück der Union bürgerliche Stimmen abnehmen werde.

Seehofer forderte die FDP zu einem Bekenntnis zur Fortsetzung der schwarz-gelben Koalition auf. "Die FDP wäre gut beraten, wenn sie 2013 erneut geschlossen bürgerliche Politik vertritt. Nur so werden die Liberalen wieder Tritt fassen." Der Gedanke an eine Ampel-Koalition mit SPD und Grünen wäre für die FDP "nicht mehr als verführerisches Gift", da passe "inhaltlich nun wirklich nichts zusammen".

Auch der CDU-Landesvorsitzende von Nordrhein-Westfalen, Armin Laschet, räumte Steinbrück geringe Erfolgsaussichten gegen die Kanzlerin ein. "Als Ministerpräsident in NRW hat Steinbrück eine schlechte Bilanz hinterlassen, und die Wähler haben ihn dafür 2005 abgewählt. Deshalb hat er in Nordrhein-Westfalen eher einen schwereren Stand."

Laschet hält 2013 eine schwarz-grüne Koalition für möglich, wenn sich aus der Bundestagswahl keine bürgerliche Mehrheit ergibt. "Am Ende wird man sehen müssen, wo die größeren Schnittmengen sind", sagte er der Zeitung "Die Welt". "Die SPD sollte sich nicht zu sicher sein, sich in eine große Koalition retten zu können."

anr/dapd/dpa

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insgesamt 120 Beiträge
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1. hmmm
adazaurak 02.10.2012
bei Merkel steht CDU drauf und man weiß was man bekommt. bei steinbrück steht spd drauf aber man bekommt auch cdu oder schlimmer. etikettenschwindel
2. Es gilt wie immer:
Bernd L. Auert 02.10.2012
Zitat von sysopDie SPD profitiert vom Peer-Effekt: Nach der Kanzlerkandidaten-Kür hat die Partei in einer Umfrage zulegen können. Steinbrück selbst kann seine Beliebtheitswerte deutlich steigern, liegt aber immer noch deutlich hinter Angela Merkel. SPD-Kanzlerkandidat: Wert für Steinbrück steigt in neuer Umfrage - SPIEGEL ONLINE (http://www.spiegel.de/politik/deutschland/spd-kanzlerkandidat-wert-fuer-steinbrueck-steigt-in-neuer-umfrage-a-859130.html)
So wie jede Forsa Umfrage ist auch diese vom guten Herrn Güllner nur gedacht um selbst Stimmung zu machen - und nicht abzubilden. Daher kann man diese genau wie jede andere Forsa-Umfrage in die Tonne kloppen.
3. Gewählt wird in 12 Monaten
Radtourist 02.10.2012
ach eine Forsa Umfrage ... wie seriös - das Institut mit dem zweifelhaftesten Interpretationen der Antworten wird hier als Referenz geführt. Ja da hätte ich gerne Indo zu Methode, Stichprobenraum, Art der Befragung, Parameter der Auswertung.Was hatten wir für Umfragen 2005?? Ein Erdrutschsieg für schwarz-gelb und die Realität? Eine GroKo, die Das Land noch mehr in die Grütze fuhr - mit Steinbrück als Motor des Untergangs.
4. schlechter witz
slava grof 02.10.2012
ist das wirklich euer ernst? ich soll mich zwischen DENEN entscheiden?
5.
stimmvieh_2011 02.10.2012
Zitat von adazaurakbei Merkel steht CDU drauf und man weiß was man bekommt.
Ja, man bekommt Grüne oder sozialdemokratische Politik. Dafür braucht man nicht CDU zu wählen. Ich wünsche der SPD den Mut, aus der linken Mehrheit, die 2013 in den Bundestag gewählt wird, auch eine linke Regierung zu machen. Mehr Machtwille täte der SPD gut. (Und ich bin wahrlich kein SPD-Freund, aber nur eine SPD-geführte Regierung kann Merkel endgültig stoppen!)
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