SPD-Parteitag Lars Klingbeil mit 70 Prozent zum Generalsekretär gewählt

Lars Klingbeil ist zum neuen Generalsekretär der SPD gewählt worden. Mit 70,6 Prozent holte er ein eher schwaches Ergebnis.

Lars Klingbeil, SPD-Generalsekretär, und Martin Schulz, SPD-Chef
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Lars Klingbeil, SPD-Generalsekretär, und Martin Schulz, SPD-Chef


Der neugewählte SPD-Generalsekretär Lars Klingbeil will die deutsche Sozialdemokratie mit einem Erneuerungsprozess wieder zu Erfolgen führen. Die SPD solle als Partei wahrgenommen werden, die "aufrecht und selbstbewusst ist", so Klingbeil beim Parteitag in Berlin.

Die Delegierten wählten den 39-jährigen Bundestagsabgeordneten aus Niedersachsen mit 70,6 Prozent in das Amt des Generalsekretärs. Damit holte der dem rechten Parteiflügel ("Seeheimer Kreis") zugeordnete Klingbeil ein eher schwaches Ergebnis.

Es traf ihn jedoch nicht so schlimm wie Hamburgs Ersten Bürgermeister Olaf Scholz. Den Kritiker von Parteichef Martin Schulz straften die Delegierten mit nur 59 Prozent regelrecht ab. Am Vortag hatte der Parteitag Schulz im Amt bestätigt, er holte mit rund 81 Prozent Zustimmung ein ordentliches Resultat.

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Der neue Generalsekretär Klingbeil ist Digital- und Verteidigungspolitiker und war von Schulz vorgeschlagen worden. Er löst Hubertus Heil ab, der im laufenden Bundestagswahlkampf den Posten des Generalsekretärs übergangsweise übernommen hatte.

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Unterwegs mit Lars Klingbeil: "Was soll die SPD jetzt machen?"

Klingbeil sagte, der Umbau der Partei werde länger dauern und intensiv sein. Die SPD könne mit Blick auf ihren Absturz bei der Bundestagswahl auf 20,5 Prozent nicht einfach nur auf die Union, die Medien oder sonst irgendwen zeigen. "Es liegt an uns. Wir tragen die Verantwortung", sagte Klingbeil. Auftrag sei es, die Erneuerung jetzt ernsthaft zu beginnen.

cht/cte/AFP/Reuters



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